Menschen, Biologie

Tiere suchten schon vor 30.000 Jahre NĂ€he zum Menschen

24.06.2023 - 05:01:30 | dpa.de

Essen verbindet: Eine neue Studie zeigt, dass sich Tiere wie etwa Raben schon in der Altsteinzeit zum Menschen gesellt haben, weil der immer fĂŒr genĂŒgend Futter sorgte. Dazu gehörten auch erlegte Mammuts.

Ein Rabe (Corvidae) spaziert im brandenburgischen Wildpark Schorfheide mit Futter im Schnabel ĂŒber eine Wiese. - Foto: Soeren Stache/dpa

Wilde Tiere haben einer neuen Studie zufolge schon vor mehr als 30.000 Jahren die NĂ€he zu Menschen gesucht. «Essensreste dienten ihnen als Nahrungsquelle und haben sie angelockt - und das schon bevor Menschen sesshaft geworden sind», erklĂ€rte Chris Baumann von den UniversitĂ€ten Helsinki und TĂŒbingen, der die Untersuchung mitverfasst hat und das Verhalten von Tieren in prĂ€historischen Zeiten erforscht. So seien Raben im tschechischen MĂ€hren von Resten eines von Menschen erlegten Mammuts angelockt worden. Ein Ă€hnliches Verhalten konnte Baumann auch bei FĂŒchsen auf der SchwĂ€bischen Alb vor 40.000 Jahren nachweisen.

Die altsteinzeitlichen Beziehungen von Mensch und Rabe beschreibt der Forscher zusammen mit Kollegen und einem internationales Team des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment in der Fachzeitschrift «Nature Ecology and Evolution». Die Erkenntnisse deuten demnach stark darauf hin, dass die Aasfresser vom Jagdverhalten der Menschen profitierten und die Menschen die Knochen und Federn der Tiere nutzten.

Menschen schafften Essen heran

An der archĂ€ologischen Fundstelle in Tschechien seien viele Mammutkadaver gefunden worden - aber auch ĂŒberdurchschnittlich viele Knochen von Raben fĂŒr diesen Zeitraum. «Wenn wir Vogelknochen gefunden haben, waren es Rabenknochen», sagte Baumann. Analysen hĂ€tten gezeigt, dass die Vögel die Überreste des Mammuts gefressen hĂ€tten. «Die Menschen waren fĂŒr Vögel so etwas wie die "Hauptraubtiere", die immer wieder Essen rangeschafft haben.»

Heute sei ein Ă€hnliches - man spricht in der Wissenschaft von einem synanthropischen - Verhalten in StĂ€dten zu beobachten. Dort etwa hĂ€tten sich Tauben, FĂŒchse und andere Wildtiere niedergelassen, weil sie von den Hinterlassenschaften der Menschen leben können, erklĂ€rte der PalĂ€o-Ökologe. Die aktuelle Studie zeige im Kern, dass Tiere das auch schon gemacht haben, bevor Menschen vor 10.000 Jahren sesshaft geworden sind.

Das Forschungsfeld von palĂ€o-synanthropischen Verhalten, das Baumann mit seinen Kollegen bearbeitet, sei relativ neu, sagte er. Die Erkenntnisse wĂŒrden durch neue Analysemöglichkeiten im Labor ermöglicht, so der Forscher weiter. Bisher gebe es vor allem Erkenntnisse zu Tieren als Jagdbeute. Über die Vorteile, welche einige Tiere in menschlicher NĂ€he wĂ€hrend der Altsteinzeit hatten, sei bisher nur wenig bekannt. Deshalb seien auch weitere umfassende Untersuchungen zur Evolution von Mensch-Tier-Beziehungen wichtig, um die frĂŒhen Ökosysteme von eiszeitlichen JĂ€gern und Sammlern besser zu verstehen, so die Forscherinnen und Forscher.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 63808877 |