Essens-Jetlag: UnregelmĂ€Ăige Mahlzeiten erhöhen Herzrisiko um 14%
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
RegelmĂ€Ăige Mahlzeiten spielen fĂŒr das kardiovaskulĂ€re System eine gröĂere Rolle als lange angenommen. Eine im Fachjournal Communications Medicine erschienene Untersuchung verdeutlicht, dass ein wechselnder Essensrhythmus an Wochenenden â in der Fachwelt auch als Essens-Jetlag bezeichnet â bei MĂ€nnern mit einem messbar höheren Herz-Kreislauf-Risiko einhergeht.
WĂ€hrend bei Frauen in diesem Zusammenhang keine statistische Korrelation festgestellt wurde, wirken sich zeitliche Verschiebungen bei MĂ€nnern deutlich auf den Stoffwechsel aus.
Deutlich erhöhtes Risiko bei unregelmĂ€Ăigen Mahlzeiten
Die Auswertung basiert auf den Daten von rund 104.800 Teilnehmern der französischen NutriNet-Santé-Kohorte, bei denen etwa 2.400 kardiovaskulÀre Ereignisse erfasst wurden, wie ein Bericht von welt.de vom 16. September 2026 darlegt.
Den Ergebnissen zufolge steigt das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen pro Stunde zeitlicher Verschiebung des Essensrhythmus um etwa 14 Prozent. Bei der koronaren Herzkrankheit liegt der Anstieg sogar bei rund 21 Prozent.
Neben dem Timing spielt auch die Zusammensetzung der ersten Mahlzeit des Tages eine zentrale Rolle fĂŒr die GefĂ€Ăgesundheit und die StoffwechselstabilitĂ€t.
Kardiologe Sanjay Bhojraj verweist auf mehrere typische Gewohnheiten am Morgen, die das Herz belasten können. Dazu zĂ€hlen sĂŒĂes GebĂ€ck mit einfachen Kohlenhydraten, die Blutzuckerspitzen auslösen, sowie stark verarbeitetes Fleisch wie Speck, WĂŒrstchen und Schinken. Letzteres trĂ€gt zu einer ĂŒbermĂ€Ăigen Natriumaufnahme bei.
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WĂ€hrend das Robert Koch-Institut maximal 6 Gramm Salz pro Tag empfiehlt, nehmen laut einer Studie des Bundesministeriums fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft 50 Prozent der MĂ€nner und 39 Prozent der Frauen mehr als 10 Gramm tĂ€glich zu sich; bei 23 Prozent der MĂ€nner und 15 Prozent der Frauen liegt der Wert sogar ĂŒber 15 Gramm. Zudem warnte Bhojraj vor zuckerreichen KaffeespezialitĂ€ten mit 30 bis 50 Gramm Zucker, Energydrinks sowie sogenanntem Pseudo-Fasten unter Stress.
Blutzuckerspitzen am Morgen vermeiden
ErnĂ€hrungsberaterin Carolin Kotke betont, dass reines Obst am Morgen in Form von SĂ€ften, Smoothies oder Bowls den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen lĂ€sst und HeiĂhungerattacken begĂŒnstigt. FrĂŒchte wie Mangos, Bananen, Weintrauben und Kirschen enthalten mit 12 bis 16 Gramm pro 100 Gramm ĂŒberdurchschnittlich viel Fruchtzucker, wĂ€hrend Beeren unter 6 Gramm bleiben.
Nach Angaben der Harvard T.H. Chan School of Public Health tragen Nahrungsmittel mit niedrigem glykĂ€mischem Index dazu bei, Blutzuckerschwankungen zu dĂ€mpfen, was laut der American Diabetes Association fĂŒr die gesamte Bevölkerung relevant ist.
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FĂŒr einen stabilen Start empfiehlt ErnĂ€hrungsberaterin Kotke Kombinationen aus komplexen Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten, etwa Haferflocken, griechischen Joghurt oder Skyr mit Beeren und NĂŒssen sowie Vollkorn- oder Saatenbrot mit Avocado und Ei. Verkochte Haferflocken weisen dabei einen höheren glykĂ€mischen Index auf als rohe Varianten.
QualitÀt und Vorbereitung der Nahrung
ErnĂ€hrungsexpertin Dr. Michaela Axt-Gadermann hebt hervor, dass kein einzelnes Lebensmittel optimal fĂŒr das FrĂŒhstĂŒck sei, sondern die Vielfalt zĂ€hle. Rund 20 verschiedene Obst- und GemĂŒsesorten pro Woche seien erstrebenswert.
Haferflocken sollten vorzugsweise eingeweicht statt gekocht werden, da warm zubereiteter Porridge den glykĂ€mischen Index steigert, wĂ€hrend eine Einweichzeit von mindestens 30 Minuten enthaltene Phytate abbaut. Sie empfiehlt die ErgĂ€nzung mit NĂŒssen, Samen, Natur- oder griechischem Joghurt sowie dunkler Schokolade ab 70 Prozent Kakaogehalt und drei bis five Tassen Kaffee in moderatem MaĂ, rĂ€t jedoch von zuckerhaltigen Fruchtjoghurts, MĂŒsliriegeln und MultivitaminsĂ€ften ab.
Auch Sportwissenschaftler Ingo Fröböse rĂ€t zu vollwertigen Grundlagen wie Haferflocken, Vollkornbrot, Eiern, Quark und GemĂŒse. Die allgemeine Zielmarke fĂŒr Erwachsene liegt bei rund 30 Gramm Ballaststoffen tĂ€glich, die ĂŒber den schrittweisen Austausch von WeiĂbrot gegen Vollkorn und gesĂŒĂtem MĂŒsli gegen naturbelassene Flocken erreicht werden kann.
