ETF-Boom: 1,1 Mio. junge Sparer setzen auf Indexfonds
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 03:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Erwartungen junger Erwachsener an die gesetzliche Rentenversicherung sind in den vergangenen Monaten deutlich gesunken. Eine im Juni 2026 durchgeführte Forsa-Umfrage unter rund 1.000 Befragten im Alter zwischen 18 und 30 Jahren verdeutlicht einen wachsenden Pessimismus gegenüber dem staatlichen Sicherungssystem.
Während im Jahr 2025 noch 56 Prozent der Befragten damit rechneten, eine gesetzliche Rente zu erhalten, sank dieser Wert in der Erhebung vom Juni 2026 auf 49 Prozent.
Sinkendes Vertrauen und Sorge vor Altersarmut
Die Skepsis beschränkt sich dabei nicht nur auf die grundsätzliche Verfügbarkeit der Rente, sondern betrifft insbesondere deren Höhe. Den Ergebnissen der Marktforscher zufolge glauben lediglich 5 Prozent der jungen Erwachsenen, dass die gesetzliche Absicherung im Alter ausreichen wird.
Diese Einschätzung korrespondiert mit einer weit verbreiteten Verunsicherung innerhalb der untersuchten Altersgruppe: 79 Prozent der Befragten gaben an, sich vor Altersarmut zu sorgen.
Trotz dieser pessimistischen Zukunftsaussichten zeigt die Analyse eine hohe Eigenverantwortung im Umgang mit Finanzen. Laut der Umfrage verfügen 85 Prozent der Teilnehmer über einen guten Überblick über ihre finanzielle Situation. Zudem gaben 92 Prozent an, bereits Geld zu sparen oder zu investieren. Konkret für das Alter sorgen derzeit 53 Prozent der befragten 18- bis 30-Jährigen privat vor.
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Realdaten belegen Trend zu Wertpapier-Sparplänen
Die theoretische Bereitschaft zur Vorsorge spiegelt sich auch in den Kundendaten von Finanzinstituten wider. Aus einer Auswertung der ING für den Zeitraum von Januar bis Juni 2026 geht hervor, dass bei rund 1,1 Millionen jungen Kunden ein deutlicher Trend zum langfristigen Vermögensaufbau erkennbar ist.
Demnach besparen 47 Prozent der Kunden dieser Altersgruppe einen Sparplan. Die durchschnittliche Sparrate stieg dabei im Vergleich zum Vorjahr von 351 Euro auf 365 Euro pro Monat.
Bei der Wahl der Anlageform dominieren börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Nach Angaben der Bank entfallen 90 Prozent der genutzten Sparpläne auf diese Produktkategorie. Auch die Bestände in den Depots haben sich positiv entwickelt: Das durchschnittliche Depotvolumen der jungen Anleger stieg von 14.600 Euro im Vorjahr auf 17.800 Euro in der ersten Jahreshälfte 2026.
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Das geplante Altersvorsorgedepot als künftige Option
Mit Blick auf künftige Reformen stießen die Pläne für ein spezielles Altersvorsorgedepot, das ab dem Jahr 2027 eingeführt werden soll, auf breites Interesse. 65 Prozent der jungen Erwachsenen bewerten dieses Vorhaben als attraktiv. Allerdings zeigten sich bei der Bekanntheit des Modells deutliche Unterschiede.
Zwar gaben 58 Prozent der Befragten an, bereits von dem geplanten Altersvorsorgedepot gehört zu haben, doch verfügten 41 Prozent davon noch über keine detaillierten Informationen.
Besonders auffällig ist das Wissensgefälle zwischen den Geschlechtern: Während die Bekanntheit des neuen Vorsorgeinstruments bei Männern bei 66 Prozent lag, waren es bei den befragten Frauen lediglich 50 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass trotz der hohen generellen Sparbereitschaft weiterhin Informationsbedarf bezüglich neuer staatlich geförderter Anlageformen besteht.
