ETH Zürich: Chemikalienbeständige Polymere ermöglichen ultrafeine OLED-Pixel
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 10:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Studie stellten Wissenschaftler der ETH Zürich neuartige mehrfarbige lumineszierende Polymere vor. Diese Materialien lassen sich als Fotolacke mittels UV-Licht vernetzen und behalten ihre lichtemittierenden Eigenschaften auch bei Kontakt mit aggressiven Chemikalien bei.
Wie in einem Bericht vom 24. September 2026 dargelegt wurde, eröffnet diese Entwicklung neue Möglichkeiten für die Herstellung hochauflösender OLED-Komponenten.
Präzisionsfertigung mittels Photolithografie
Die neu entwickelten Polymere zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch Photolithografie mit hoher Präzision strukturiert werden können. Dank einer speziellen schützenden Molekülstruktur überstehen die Materialien die bei der industriellen Fertigung üblichen chemischen Prozesse, ohne ihre Leuchtkraft zu verlieren.
Dieses Verfahren ermöglicht die Erzeugung ultrafeiner Pixel, was für die nächste Generation von organischen Leuchtdioden (OLEDs) von zentraler Bedeutung ist. Die chemische Beständigkeit der Polymere gilt als wesentlicher Fortschritt, da viele bisherige lumineszierende Materialien empfindlich auf die für die Strukturierung notwendigen Lösungsmittel reagieren.
Demonstrationsmodelle im Mikrometerbereich
Um die Leistungsfähigkeit der Technologie zu demonstrieren, fertigten die Forscher verschiedene Testobjekte an. Dazu gehört ein fluoreszierendes Bild eines Papageis, das lediglich 300 × 430 µm misst. Trotz dieser geringen Größe enthält das Testbild 250 × 350 Pixel. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um ein aktiv betriebenes, elektrisches Display, sondern um eine statische Struktur, die ihre optischen Eigenschaften unter UV-Licht zeigt.
Viele lumineszierende Materialien überstehen die Lösungsmittel der Photolithografie nicht — genau hier setzt die neue Polymerklasse an, die sich per UV-Licht vernetzen lässt und ihre Leuchtkraft behält. Unser kostenloser Leitfaden zeigt in drei Schritten, wie Sie solche Materialien für ultrafeine Pixel bewerten und in Ihre Fertigung einordnen. Kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern
Zusätzlich zur statischen Fluoreszenz wurde ein elektrisch leuchtendes Logo der ETH Zürich realisiert. Dieses als LED-Bild beschriebene Objekt hat Abmessungen von 1 × 2,4 mm und belegt die elektrische Funktionalität der neu entwickelten Materialklasse in integrierten Strukturen.
Anwendungspotenziale und nächste Entwicklungsschritte
Für die Realisierung eines vollständig einsatzfähigen, dynamischen Displays sind laut den Forschern weitere Entwicklungsschritte notwendig. Der Fokus liegt dabei auf der Verkleinerung der Pixel sowie der Integration einer Steuerungselektronik, die eine unabhängige Adressierung jedes einzelnen Pixels ermöglicht.
Ultrafeine Pixel allein reichen nicht: Für ein dynamisches Display fehlen laut den Forschern noch kleinere Strukturen und eine Elektronik zur unabhängigen Adressierung jedes Pixels. Der Leitfaden ordnet ein, welche Entwicklungsschritte für AR-Brillen und kompakte Sucher als Nächstes anstehen. Roadmap für AR-Displays jetzt sichern
Die Einsatzgebiete für diese hochauflösenden Lichtemitter sind breit gefächert. Branchenexperten sehen potenzielle Anwendungen vor allem in der Hardware für Augmented Reality (AR), beispielsweise in AR-Brillen oder kompakten Kamerasuchern. Darüber hinaus könnten die präzise strukturierbaren Polymere in der Mikroskopie sowie in der biologischen Forschung eingesetzt werden, wo hochauflösende Lichtquellen auf kleinem Raum benötigt werden.
