EU-Haushalt, Merz

EU-Haushalt 2028 bis 2034: Merz bringt Scheitern als Druckmittel ins Spiel

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutschland drĂ€ngt auf geringere EU-Ausgaben, wĂ€hrend 17 Mitgliedstaaten Agrar- und KohĂ€sionsmittel schĂŒtzen wollen.

EU-Haushalt 2028–2034: Merz fordert KĂŒrzungen und setzt auf Druck
Die Fassade eines monumentalen RegierungsgebĂ€udes in BrĂŒssel unter einem bewölkten Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Die Verhandlungen ĂŒber den kĂŒnftigen MehrjĂ€hrigen Finanzrahmen der EuropĂ€ischen Union fĂŒr die Jahre 2028 bis 2034 steuern auf eine schwere Zerreißprobe zu.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz, die eine drastische Absenkung der geplanten BrĂŒsseler Ausgaben durchsetzen will. Als grĂ¶ĂŸter Nettozahler der Staatengemeinschaft bringt Deutschland dabei auch ein potenzielles Scheitern der GesprĂ€che als Hebel in die Verhandlungen ein.

Das deutsche Druckmittel und der Zeitplan

Nach einem Treffen mit dem litauischen MinisterprĂ€sidenten Mindaugas Sinkevi?ius in Berlin machte Friedrich Merz deutlich, dass das Ausbleiben eines neuen Finanzrahmens fĂŒr die Bundesrepublik rein finanziell die gĂŒnstigste Lösung darstellen wĂŒrde.

Hintergrund sind die vertraglichen Regelungen der EuropĂ€ischen Union: Kommt bis Anfang 2028 keine Einigung zustande, verlĂ€ngern sich die Ausgabenobergrenzen und Bestimmungen des Haushaltsjahres 2027. Sollte bis Ende 2027 kein Konsens gefunden werden, wĂŒrden zwar die GehĂ€lter der EU-Beamten weiter ausgezahlt, neue finanzielle Zusagen dĂŒrften jedoch nicht mehr vergeben werden.

Trotz dieser Drohkulisse strebt der Bundeskanzler eine Einigung bis Ende 2026 an. Ein dauerhaftes Scheitern wĂŒrde die HandlungsfĂ€higkeit der EuropĂ€ischen Union erheblich einschrĂ€nken, warnte Merz, der zugleich vor allgemein steigenden BrĂŒsseler Ausgaben und einer erschwerten parlamentarischen Kontrolle mahnte.

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Die Verhandlungen ĂŒber den MehrjĂ€hrigen Finanzrahmen 2028–2034 stehen vor einer Zerreißprobe: Deutschland fordert als grĂ¶ĂŸter Nettozahler eine KĂŒrzung des Kommissionsansatzes um mehrere Hundert Milliarden Euro, wĂ€hrend 17 EmpfĂ€ngerlĂ€nder Agrar- und KohĂ€sionsmittel sichern wollen. FĂŒr Unternehmen mit EU-Förderbezug entscheidet sich damit frĂŒh, wie belastbar die eigene Planung ab 2028 noch ist. Kostenlose Analyse der Verhandlungslage anfordern

Fronten zwischen Nettozahlern und EmpfÀngerlÀndern

Die EuropĂ€ische Kommission hat inflationsbereinigt zu Preisen des Jahres 2025 einen Betrag von rund 1,76 Billionen Euro vorgeschlagen, wobei der veranschlagte Haushalt bei 2 Billionen Euro liegt. Merz fordert, diesen Kommissionsansatz fĂŒr den Zeitraum 2028 bis 2034 um mehrere Hundert Milliarden Euro zu kĂŒrzen. RĂŒckendeckung erhĂ€lt Deutschland dabei von den Regierungen aus Österreich, den Niederlanden, Schweden, DĂ€nemark und Finnland.

In einem gemeinsamen Schreiben an den irischen Premierminister Micheål Martin forderten die Regierungschefs dieser Allianz, die zusammen 40 Prozent der nationalen BeitrÀge zum EU-Haushalt aufbringen, deutliche Einsparungen in dreistelliger Milliardenhöhe.

Den Sparforderungen steht ein breites BĂŒndnis von 17 EU-Mitgliedstaaten und NettoempfĂ€ngern gegenĂŒber. In einer von Italien und RumĂ€nien initiierten Initiative wandte sich diese Gruppe ebenfalls an den irischen Ratsvorsitzenden MicheĂĄl Martin.

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Kommt bis Ende 2027 keine Einigung zustande, verlĂ€ngern sich die Ausgabenobergrenzen und Bestimmungen des Haushaltsjahres 2027 — neue finanzielle Zusagen dĂŒrften dann nicht mehr vergeben werden. Wer heute Förderprojekte kalkuliert, sollte dieses Szenario kennen, bevor die eigene Planung daran scheitert. Der Leitfaden zeigt, welche Zusagen bis dahin noch möglich sind und welche nicht. Leitfaden zur Förder-Planungssicherheit sichern

Die Staaten verlangen, die Mittel fĂŒr die Agrarpolitik sowie die KohĂ€sionsfonds im kommenden mehrjĂ€hrigen Haushalt zu sichern und jede weitere Absenkung des Budgets zu blockieren.

Um zusĂ€tzliche Mittel zu generieren, schlagen diese 17 LĂ€nder die EinfĂŒhrung neuer Eigenmittel sowie begrenzte, gemeinsame Schuldeninstrumente vor. Zudem fordern sie, die bestehenden Beitragsrabatte fĂŒr Nettozahler wie Deutschland vollstĂ€ndig abzuschaffen.

Mehr zum Thema bei n-tv: „Druckmittel des Kanzlers: Merz bringt erstmals Scheitern des EU-Finanzrahmens ins Spiel - n“

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