EUcanAI, Millionen

EUcanAI: 3,9 Millionen Euro für KI-gestützte Hirntumor-Behandlung

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 14:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein europäischer Forschungsverbund entwickelt KI-Modelle für Hirntumordiagnostik und Therapieplanung; die Förderung umfasst rund 3,9 Millionen Euro.

EUcanAI: Bonn beteiligt sich an KI-Forschung zu Hirntumoren
Ein modernes, steriles medizinisches Labor in einer Forschungseinrichtung mit professioneller Ausrüstung. Illustration mit AI erstellt.

Die Universität Bonn und das Universitätsklinikum Bonn beteiligen sich an einem neuen europäischen Forschungsvorhaben zur Verbesserung der Krebsbehandlung. Im Rahmen des Projekts EUcanAI (European Unified Cancer diagnostics and treatment AI agent) soll künstliche Intelligenz künftig die Diagnostik und Therapie von Hirntumoren unterstützen.

Das Vorhaben wird über die EIC Pathfinder Challenges mit rund 3,9 Mio. Euro über eine Laufzeit von vier Jahren ab September 2026 gefördert, wie aus einem Bericht vom 8. Oktober 2026 hervorgeht.

Internationales Konsortium unter Heidelberger Leitung

Die Gesamtkoordination des Projekts liegt bei Prof. Felix Sahm von der Medizinischen Fakultät Heidelberg und dem Universitätsklinikum Heidelberg. Insgesamt sind elf Einrichtungen aus Deutschland, Österreich und Dänemark an dem Verbund beteiligt. Als internationaler Partner wirkt zudem die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation mit.

Am Standort Bonn liegt der Schwerpunkt auf der bildgebenden Diagnostik: Prof. Philipp Vollmuth entwickelt an der Universität Bonn und dem Universitätsklinikum Bonn Foundation-Modelle für die medizinische Bildgebung in der Neuroonkologie. Hierbei kooperiert das Team mit Partnern aus Europa und Südkorea, um die Analyse von MRT-Daten zu optimieren.

Drei Spezialmodelle und ein koordinierender Master-Agent

Konzeptionell setzt EUcanAI auf ein mehrstufiges System aus drei spezialisierten KI-Modellen. Diese decken das Patientengespräch, die Diagnostik mittels MRT-Aufnahmen und Gewebeschnitten sowie die anschließende Therapieplanung ab.

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Gesteuert werden die Teilbereiche von einem übergeordneten Master-Agenten. Dieses zentrale System greift unter anderem auf das KI-System Hetairos zurück, das von einem Team um Sahm und Prof. Moritz Gerstung vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) entwickelt wurde.

Hetairos ermöglicht es, Hirntumore anhand mikroskopischer Gewebeschnitte innerhalb weniger Minuten zu klassifizieren. Trotz des Einsatzes hochentwickelter Algorithmen ist im Projektkonzept fest verankert, dass die finale Entscheidung stets beim Menschen liegt.

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Simulationen über digitale Zwillinge

Die Bestrebungen fügen sich in moderne computergestützte Ansätze der Onkologie ein. So sollen künftig auch digitale Zwillinge Behandlungen an einem virtuellen Abbild des jeweiligen Patienten simulieren. Dies zielt darauf ab, individuelle Therapieentscheidungen im Vorfeld zu testen und abzuwägen, ob eine Operation, eine Bestrahlung oder eine medikamentöse Behandlung den besten Verlauf verspricht.

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