Euro-Office, Europas

Euro-Office startet am 9. Juni: Europas Alternative zu Microsoft 365

05.06.2026 - 02:02:21 | boerse-global.de

Am 9. Juni 2026 geht die europäische Bürosoftware Euro-Office an den Start. Die Cloud-Suite soll eine souveräne Alternative zu US-Diensten bieten.

Euro-Office Launch: Europas Antwort auf Microsoft 365 startet
Euro-Office - A glowing blue digital map of Europe with connecting lines and data streams, symbolizing technological sovereignty and digital autonomy. 05.06.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Am 9. Juni 2026 geht mit Euro-Office eine souveräne Bürosoftware an den Start – ein Meilenstein für Europas digitale Unabhängigkeit.

Die webbasierte Plattform wird als Software-as-a-Service (SaaS) verfügbar sein und eine europäisch kontrollierte Alternative zu Microsoft 365 und Google Docs bieten. Entwickelt wurde sie von einem Konsortium regionaler Technologieunternehmen, darunter IONOS, Nextcloud, OpenProject und XWiki. Auch der sichere E-Mail-Anbieter Tuta ist mit an Bord, wie CEO Matthias Pfau rund eine Woche vor dem geplanten Release bestätigte.

Vom Lizenzstreit zur eigenständigen Lösung

Anzeige: Die EU zwingt zur Ablösung von Microsoft 365 – ab 9. Juni 2026 steht mit Euro-Office eine europäisch kontrollierte Alternative bereit. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen in 5 Schritten, wie Sie Ihre Behörde compliant und kosteneffizient umstellen. Jetzt kostenlosen Migrationsleitfaden anfordern

Die Suite entstand als Fork von OnlyOffice – ausgelöst durch einen Disput über die AGPL-Lizenzierung. Nextcloud-Führungskräfte bezeichnen den Konflikt inzwischen als beigelegt, OnlyOffice selbst hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Technisch setzt Euro-Office auf hohe Kompatibilität mit Microsoft Office und LibreOffice: DOCX, PPTX und XLSX werden standardmäßig unterstützt.

Zum Launch ist die Suite in Nextcloud Hub 26 integriert. Dedizierte Desktop-Anwendungen gehören nicht zum ersten Release – ein klarer Fokus auf die Cloud-Strategie.

Brüsseler Kraftakt für digitale Souveränität

Die Veröffentlichung folgt nur Tage nach einem weitreichenden Vorstoß der EU-Kommission. Am 3. und 4. Juni 2026 stellte Brüssel ein Technologiesouveränitätspaket vor, das Europas digitale Autonomie massiv stärken soll. Herzstück ist eine Open-Source-Strategie, die rund zwei Milliarden Euro über sieben Jahre für kritische Projekte bereitstellt. Der Grundsatz: Öffentlich finanzierte Software muss als Quellcode verfügbar sein. Bei öffentlichen Ausschreibungen gilt künftig ein Open-Source-Primat.

Das Paket umfasst zudem den Chips Act 2.0 und den Cloud and AI Development Act (CAIDA). Letzterer setzt das ehrgeizige Ziel, die europäische Rechenzentrumskapazität innerhalb von fünf bis sieben Jahren zu verdreifachen. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen betonte die Notwendigkeit digitaler Unabhängigkeit für die Zukunftsfähigkeit des Kontinents.

Öffentliche Verwaltung stellt um – mit Erfolg

Die Umstellung läuft bereits auf breiter Front. Am 4. Juni 2026 wechselte das Europäische Parlament seine Suchmaschine offiziell zum französischen Anbieter Qwant. In Frankreich stellen öffentliche Einrichtungen auf Linux um und ersetzen Microsoft Teams bis 2027 durch die Videokonferenzlösung Visio.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel liefert Schleswig-Holstein: Die Migration von 40.000 Beamten weg von Microsoft-Systemen sparte bereits im ersten Jahr mehr Kosten ein, als die Umstellung selbst verursacht hatte. Hintergrund dieser Bewegungen sind zunehmende Bedenken hinsichtlich des US-Cloud-Act und dessen Folgen fĂĽr den Datenschutz.

Anzeige: Schleswig-Holstein sparte bereits im ersten Jahr mehr ein, als die Umstellung kostete – und das bei 40.000 Beamten. Mit der richtigen Strategie gelingt die Migration auch in Ihrer Verwaltung. Der Report liefert den detaillierten Kostenvergleich und den CAIDA-Compliance-Fahrplan. Kostenvergleich & Compliance-Fahrplan jetzt sichern

Vier Sicherheitsstufen fĂĽr die Cloud

Der CAIDA führt ein vierstufiges Assurance-System für Cloud-Dienste ein. Auf Ebene 1 dürfen internationale Hyperscaler weiter genutzt werden – solange die Daten in Europa gespeichert sind. Die strengste Stufe 4 verlangt dagegen vollständige europäische Kontrolle und schließt Nicht-EU-Anbieter bei sensiblen Daten in Bereichen wie Verteidigung und Gesundheitswesen faktisch aus.

Der Handlungsdruck ist enorm: Aktuell kontrollieren US-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google rund 80 Prozent des europäischen Cloud-Marktes. Europäische Organisationen geben Schätzungen zufolge jährlich etwa 264 Milliarden Euro für amerikanische Software aus. Die EU-Kommission will bis 2030 sichtbare Ergebnisse ihrer Souveränitätsinitiativen sehen.

de | wissenschaft | 69485085 |