Deutschland, Europa

EU-Kommission will schnelles Internet durchsetzen

21.01.2026 - 11:20:45

Europas digitale UnabhĂ€ngigkeit und ein Binnenmarkt fĂŒr das Netz: In den Digitalpolitik-VorschlĂ€gen der EU-Kommission steckt viel drin. Was bedeuten die Ideen fĂŒr Verbraucher?

  • Deutschland wird Prognosen zufolge auch bis 2030 keine vollstĂ€ndige Abdeckung mit Glasfaser erreichen. (Symbolbild) - Foto: Michael Reichel/dpa

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  • Die EU-Kommission will bis spĂ€testens 2035 DSL-Verbindungen durch moderne AnschlĂŒsse ersetzen. (Symbolbild) - Foto: Fabian Sommer/dpa

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  • Auch die Chefs der Deutschen Telekom sprachen sich in der Vergangenheit fĂŒr neue Regeln auf dem Internetmarkt aus. (Archivbild) - Foto: Oliver Berg/dpa

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Deutschland wird Prognosen zufolge auch bis 2030 keine vollstĂ€ndige Abdeckung mit Glasfaser erreichen. (Symbolbild) - Foto: Michael Reichel/dpaDie EU-Kommission will bis spĂ€testens 2035 DSL-Verbindungen durch moderne AnschlĂŒsse ersetzen. (Symbolbild) - Foto: Fabian Sommer/dpaAuch die Chefs der Deutschen Telekom sprachen sich in der Vergangenheit fĂŒr neue Regeln auf dem Internetmarkt aus. (Archivbild) - Foto: Oliver Berg/dpa

Mehr Menschen in Deutschland und anderen EU-Staaten sollen schnelles Internet bekommen. Die EU-Kommission will durch eine Marktreform fĂŒr eine bessere 5G-Netzabdeckung sowie mehr Glasfaser-Ausbau sorgen, wie aus einem in Straßburg vorgestellten Gesetzesvorschlag hervorgeht. 

Bis spĂ€testens 2035 sollen in der gesamten EU demnach alte DSL-Verbindungen durch moderne InternetanschlĂŒsse ersetzt werden. DafĂŒr sollen die Mitgliedstaaten dem Vorschlag nach bis 2029 verbindliche PlĂ€ne vorlegen. 

Die BrĂŒsseler Behörde betonte, dass die Verbraucher durch die DSL-Abschaltungen keine Nachteile erfahren dĂŒrften und sich auf eine durchgehende Versorgung mit Internet verlassen können mĂŒssten. Vereinzelte Ausnahmen soll es demnach geben, wenn Kupferleitungen noch immer die beste Lösung bleiben, etwa weil der Verbau von Glasfaser zu teuer ist. 

Wie die EU-Kommission bei 5G aufholen will

Daneben sollen die VorschlĂ€ge zu mehr Investitionen im Ausbau von Mobilfunknetzen fĂŒhren. Europa war bei der EinfĂŒhrung von 5G hinter seinen internationalen Konkurrenten her gehinkt, wie die EU-Kommission einrĂ€umte. Sie fĂŒhrt das auch auf große Unterschiede zwischen den EU-Staaten bei der Genehmigung von Frequenzen zurĂŒck. Das soll besonders bei der nĂ€chsten Generation des Mobilfunkstandards (6G) nicht wieder passieren - auch um wirtschaftlich nicht den Anschluss zu verlieren. 

Daher soll besonders die Vergabe von Frequenzen an Telekommunikationsanbieter neu geregelt werden. Die EU-Kommission will die Vergabe von Mobilfunkfrequenzen vereinheitlichen und zudem unbefristet machen, um Telekom, Vodafone und Co. mehr Planungssicherheit zu geben. In Deutschland hatten die zuletzt 2019 versteigerten Lizenzen eine Laufzeit bis 2040. 

Große Netzbetreiber wollen GebĂŒhren von Netflix und Co. 

In Europa verbinden sich verschiedene Netzbetreiber wie Telekom, Vodafone, Orange oder TelefĂłnica gegenseitig, um den globalen Internetverkehr zu ermöglichen, oft in der Regel kostenfrei oder fast kostenlos. Auch kleinere Anbieter, große Streamingdienste, Unternehmen und UniversitĂ€ten profitieren von diesem Prinzip. 

Große Telekommunikationsanbieter wollen jedoch zunehmend GebĂŒhren von datenintensiven Diensten wie Netflix oder YouTube verlangen, da der Ausbau von Infrastruktur wie 5G hohe Kosten verursacht - an denen sich die Nutznießer bisher nicht beteiligen, so die Argumentation der Netzbetreiber. 

Kritiker: Dienste im Internet könnten teurer werden 

Die EU-Kommission schlĂ€gt zwar eine derartige NetzgebĂŒhr nicht vor, dafĂŒr aber die Möglichkeit einer Schlichtung durch Behörden, wenn sich in Verhandlungen zwischen Netzbetreibern, Cloud-Anbietern und Inhaltsanbietern keine Lösung ergibt. 

Kritiker befĂŒrchten, dass die Netzbetreiber dadurch mehr Geld von denen verlangen könnten, die sich mit ihnen zusammenschalten wollen. Die entstehenden Kosten könnten etwa Cloud-Anbieter oder Streamingplattformen auf die Kunden umlegen, befĂŒrchtet etwa die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Auch die Monopolkommission - ein unabhĂ€ngiges Beratungsgremium, das die Bundesregierung in Fragen des Wettbewerbs berĂ€t - lehnt eine Schlichtung durch Behörden ab. 

Der Vorschlag der EU-Kommission ist eine Verordnung und keine Richtlinie - wĂ€re also fĂŒr Deutschland und die anderen MitgliedslĂ€nder bindend. Bevor diese aber in Kraft treten kann, mĂŒssen sich zunĂ€chst das EuropĂ€ische Parlament und die EU-Staaten damit befassen. Sie können dabei auch ÄnderungsvorschlĂ€ge machen. Worauf sich die Institutionen einigen, ist offen.

@ dpa.de

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