Excel Copilot: Microsoft startet Finanzfunktionen ab Juli
28.06.2026 - 13:34:34 | boerse-global.de
Microsoft bringt spezielle Finanzfunktionen für Excel, während OpenAI an neuen Dokumentensteuerungen für seine Codex-Plattform arbeitet. Dabei zeigt sich: Die Technologie ist leistungsfähig, doch die Nutzerzahlen bleiben überschaubar.
Microsoft rüstet Excel für die Finanzbranche auf
Der Softwarekonzern aus Redmond hat drei neue Funktionen für Excel Copilot vorgestellt, die sich gezielt an Finanzprofis richten. Herzstück ist die Einführung sogenannter „Skills" – automatisierbare Prozesse, mit denen sich komplexe Berechnungen wie Discounted-Cashflow-Modelle (DCF) abbilden lassen. Ergänzend gibt es „Plans": strukturierte Aufgabenlisten mit integrierten Genehmigungsworkflows für kollaborative Finanzprojekte.
Ein weiterer Clou: Excel kann künftig direkt auf externe Datenquellen zugreifen. Anbindungen an die großen Finanzdatenanbieter wie Moody's, CB Insights, Morningstar und PitchBook sind bereits integriert. Die neuen Funktionen stehen zunächst Nutzern des Insider-Kanals zur Verfügung, der öffentliche Rollout soll im Juli folgen.
Microsoft setzt auf ein abgestuftes Preismodell: Großkonzerne zahlen umgerechnet rund 28 Euro pro Nutzer und Monat, kleine und mittlere Unternehmen etwa 19,50 Euro.
OpenAI bringt Codex auf Vormarsch
Parallel dazu arbeitet OpenAI an einer Aufwertung seiner Codex-Plattform. Konkret geht es um verbesserte Steuerungsmöglichkeiten für PowerPoint- und Excel-Erweiterungen. Ziel ist es, präzisere Dokumentenbearbeitung zu ermöglichen – eine direkte Kampfansage an Microsoft Copilot und Konkurrenzprodukte wie die von Anthropic. Ein offizieller Veröffentlichungstermin steht allerdings noch nicht fest.
Während Tech-Giganten neue Funktionen für Profis entwickeln, bleibt die effiziente Nutzung von Tabellenkalkulationen für viele Anwender im Büroalltag eine Herausforderung. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen die wichtigsten Kniffe, um Formeln und Tabellen endlich kinderleicht zu meistern. Excel-Starterpaket jetzt kostenlos herunterladen
Interessant ist auch ein neuer Vertriebsansatz: OpenAI testet die Möglichkeit, Codex-Guthaben zu verschenken. Hintergrund ist ein kürzlich durchgeführter Pilotversuch, bei dem Teilnehmer zwischen dem 11. und 24. Juni durch Weiterempfehlungen Rate-Limit-Zurücksetzungen erhalten konnten. Sollte das Verschenken von Credits eingeführt werden, wäre das ein Bruch mit den bisherigen Geschäftsbedingungen, die eine Übertragung von Guthaben strikt untersagen.
Die große Kluft zwischen Technologie und Nutzung
So beeindruckend die neuen Funktionen auch klingen – die Realität sieht anders aus. Branchenbeobachter schätzen, dass lediglich etwa ein Prozent der weltweit rund 750 Millionen Excel-Nutzer überhaupt KI-gestützte Werkzeuge einsetzen. Das ist bemerkenswert, denn die Technologie kann angeblich bis zu 90 Prozent aller Excel-Formeln automatisieren, die Verarbeitungsgeschwindigkeit um 500 Prozent steigern und gleichzeitig manuelle Fehler drastisch reduzieren.
Die Frage ist: Woran liegt's? Fehlt es an Schulungen? Sind die Preise zu hoch? Oder trauen die Nutzer der Technologie noch nicht? Klar ist: Hier klafft eine gewaltige Lücke zwischen dem, was technisch möglich ist, und dem, was tatsächlich genutzt wird.
Viele Nutzer wissen zwar um das Potenzial von KI, zögern aber bei der praktischen Anwendung im eigenen Alltag. Ein neuer Gratis-Report enthüllt die nützlichsten Befehle und zeigt Schritt für Schritt, wie Sie KI-Tools ohne Vorkenntnisse effektiv für Ihre Organisation einsetzen. Kostenlosen ChatGPT-Alltagshelfer sichern
GPT-5.6: OpenAI zeigt neue Modelle
Erst am vergangenen Freitag, dem 26. Juni, hatte OpenAI einen ersten Blick auf die GPT-5.6-Serie gewährt. Die Modellfamilie besteht aus drei Varianten: Sol, Terra und Luna. Sie werden derzeit ausgewählten Partnern in einer limitierten Vorschau zur Verfügung gestellt.
Das Spitzenmodell Sol soll bereits im Juli erscheinen. Es verspricht optimierte Verarbeitungsgeschwindigkeiten auf spezieller Hardware und ein abgestuftes Preissystem für Tokens und Cache-Nutzung. Ein klares Signal: OpenAI will nicht nur bei den Funktionen, sondern auch bei der Leistungsfähigkeit die Nase vorn haben.
