Exchange Web Services: Microsoft startet Abschaltung am 1. Oktober
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 00:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat den Beginn des formellen Prozesses zur Einstellung der Exchange Web Services (EWS) angekündigt. Wie das Unternehmen mitteilte, wird die schrittweise Abschaltung der Schnittstelle am 1. Oktober 2026 eingeleitet. Dieser Schritt markiert das Ende einer langjährigen Übergangsphase hin zu moderneren API-Lösungen und hat weitreichende Folgen für die IT-Infrastruktur zahlreicher Unternehmen.
Zeitplan bis zur endgültigen Deaktivierung im Jahr 2027
Der nun vorgestellte Zeitplan sieht vor, dass der Deprecation- und Shutdown-Prozess für EWS im Herbst 2026 beginnt. Die vollständige Deaktivierung des Dienstes ist für den 1. April 2027 geplant. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen Organisationen ihre Anwendungen und internen Prozesse auf alternative Schnittstellen umgestellt haben.
Um Administratoren die Verwaltung des Übergangs zu erleichtern, führt Microsoft ab sofort die sogenannte „EWSAllowedAppIDs“-Allowlist ein. Dieses Werkzeug ermöglicht es IT-Verantwortlichen, den EWS-Zugriff gezielt für bestimmte Anwendungen zu steuern. Die Konfiguration dieser Liste ist eine wesentliche Voraussetzung für den Weiterbetrieb benötigter Funktionen in der Übergangsphase.
Dringender Handlungsbedarf für IT-Administratoren
Die Einführung der neuen Sicherheits- und Verwaltungsmechanismen erfordert frühzeitiges Handeln. Laut Microsoft müssen Administratoren die Allowlist zwingend vor Oktober 2026 konfigurieren, um unerwartete Dienstunterbrechungen zu vermeiden.
Die technische Relevanz dieser Maßnahme ist hoch: Nach dem Stichtag im Oktober 2026 wird das System so umgestellt, dass der gesamte EWS-Datenverkehr blockiert wird, sofern keine gültige Identifikationsnummer in der Allowlist hinterlegt ist. Dies gilt auch dann, wenn die generelle Einstellung für den Dienst (EWSEnabled) auf „True“ gesetzt ist. Ohne den Eintrag in der Allowlist bleibt der Zugriff verwehrt, was die zentrale Bedeutung dieser Konfiguration unterstreicht.
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Auswirkungen auf Kalenderfunktionen und mandantenübergreifende Dienste
Von der Einstellung der Exchange Web Services sind mehrere Kernfunktionen der Microsoft-Umgebung betroffen. Dazu zählen insbesondere mandantenübergreifende Frei/Gebucht-Anzeigen (Cross-Tenant Free/Busy), Mail-Tipps sowie die gemeinsame Nutzung von Kalendern.
Unternehmen sind angehalten, bis September 2026 auf die „Microsoft 365 Cross-Tenant Access Policy“ zu migrieren, um diese Funktionen weiterhin nutzen zu können. Der Rollout für diese neuen Richtlinien soll bereits im August 2026 beginnen. Damit bleibt den IT-Abteilungen ein enges Zeitfenster von wenigen Wochen für die vollständige Umsetzung der Migration.
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Besonderheiten bei Teams Mobile und Verlängerungsoptionen
Auch die mobile Nutzung von Microsoft Teams ist unmittelbar von den Änderungen betroffen. Für die Nutzung des Kalender-Tabs in der Teams-App auf mobilen Endgeräten ist ein Update bis zum 30. September 2026 erforderlich. Geschieht dies nicht, wird die Kalender-Funktion deaktiviert. Konkret betroffen sind unter iOS die Versionen ab 8.9.0 (Build 8.9.77.2026092302) und unter Android die Version 1416/1.0.0.2026122504.
Trotz des strikten Zeitplans bietet Microsoft eine begrenzte Flexibilität an. Administratoren haben die Möglichkeit, die Frist für bestimmte Anwendungen über die EWSAllowedAppIDs bis zum endgültigen Abschaltdatum am 1. April 2027 zu verlängern. Dennoch betont das Unternehmen, dass grundlegende Anpassungsmaßnahmen für die allgemeine Infrastruktur bereits bis zum 30. September 2026 abgeschlossen sein müssen.
