EY-Datenleck, Kunden

EY-Datenleck: 1.366 Kunden verlieren Steuer- und Finanzdaten

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 21:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Unbekannte erbeuten bei EY vertrauliche Steuer- und Finanzdaten von über 1.300 Kunden. Der Zugriff erfolgte über eine Drittanbieter-Plattform.

EY-Datendiebstahl: Tausende Steuerdaten von Kunden gestohlen
Digitales Schloss an einem Serverrack mit rotem Alarmsymbol, das einen Datenverstoß und Cybersicherheitsvorfall darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Unbekannte Täter erbeuteten vertrauliche Steuer- und Finanzinformationen von Kunden.

Der Vorfall betrifft mindestens 1.366 Personen in mehreren US-Bundesstaaten. Besonders stark getroffen sind Texas mit 873 betroffenen Kunden, Massachusetts mit 480 und Vermont mit 13. EY reichte zudem eine Meldung bei der kalifornischen Generalstaatsanwaltschaft ein.

Angriff über Drittanbieter-Plattform

Die unbefugten Zugriffe ereigneten sich zwischen dem 28. März und dem 12. April 2026. EY-Sicherheitsteams entdeckten die Kompromittierung am 23. April. Bemerkenswert: Die Angreifer setzten weder Malware noch Ransomware ein. Stattdessen nutzten sie eine vertrauenswürdige Verbindung zu einer IT-Service-Plattform eines Drittanbieters aus.

Die Täter verschafften sich Zugang zu Datenrepositorien und führten automatisierte Datenexfiltration durch. Ihr Fokus lag auf Steuer- und Finanzdokumenten. Bislang bekannte sich keine Gruppe zu dem Angriff. Die Methoden deuten jedoch auf professionelle Akteure hin, die gezielt Schwachstellen in Drittanbieter-Beziehungen ausnutzen.

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Gestohlene Daten im Detail

Die entwendeten Informationen sind umfangreich. Sie umfassen:

  • Sozialversicherungsnummern und Geburtsdaten
  • Führerscheinnummern
  • Finanzkontodaten und Anlagebestände
  • Kredit- und Debitkarteninformationen
  • Steuererklärungsdokumente sowie Kontaktdaten

Schutzmaßnahmen und rechtliche Konsequenzen

EY bietet betroffenen Kunden einen 24-monatigen Identitätsschutz über Experian IdentityWorks an. Die Anmeldung muss bis zum 31. Oktober 2026 erfolgen.

Der Vorfall hat bereits rechtliche Wellen geschlagen. Anwaltskanzleien wie Shamis & Gentile P.A. haben Ermittlungen eingeleitet. Sie prüfen, ob EY und seine Partner ausreichende Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz sensibler Steuerdaten getroffen haben.

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Wachsende Gefahren für die Steuerbranche

Der EY-Vorfall fällt in eine Zeit erhöhter Bedrohungslage. Erst in den vergangenen Tagen warnten Cybersicherheitsforscher vor Phishing-Kampagnen, die gezielt Unternehmen im Steuersektor angreifen. Betrüger versenden E-Mails mit dem Betreff „Tax Violation and Sanction Notice", die Schadsoftware chinesischen Ursprungs verbreiten.

Obwohl diese Kampagne nicht direkt mit dem EY-Vorfall zusammenhängt, zeigt sie das gestiegene Risiko für Organisationen, die mit sensiblen Steuerdokumenten arbeiten. Experten raten Unternehmen, sämtliche Kommunikation zu Steuerverstößen zu überprüfen und keine Links von nicht-offiziellen Domains anzuklicken.

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