EY-Datenleck: ShinyHunters droht mit Veröffentlichung bis 31. Juli
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 20:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Hackergruppe ShinyHunters hat einen massiven Datendiebstahl bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) für sich reklamiert. Am heutigen Montag stellte die Gruppe ein Ultimatum: Bis zum 31. Juli müsse EY Kontakt aufnehmen – andernfalls drohe die Veröffentlichung gestohlener Daten.
Angriff über externe IT-Plattform
Bereits im Frühjahr war bekannt geworden, dass Unbekannte in ein fremdverwaltetes IT-Serviceportal eingedrungen waren, das die Steuerberatungsteams von EY nutzen. Der unbefugte Zugriff erfolgte nach internen Erkenntnissen zwischen dem 28. März und dem 12. April 2026. Am 23. April entdeckten Sicherheitsexperten verdächtige Aktivitäten auf der Plattform.
Im Zentrum des Angriffs standen sogenannte Support-Tickets, die vertrauliche Steuerdaten von Mandanten enthalten können. Nach bisherigen Ermittlungen sind davon Namen, Sozialversicherungsnummern, Kontodaten sowie Kredit- und Debitkarteninformationen betroffen. Mindestens 1.366 Personen in den USA wurden als Geschädigte identifiziert.
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Hackergruppe behauptet Zugriff auf Entwicklungs- und Cloud-Systeme
Während EY sich bislang auf den Vorfall auf der Drittanbieter-Plattform konzentrierte, erhebt ShinyHunters weiterreichende Vorwürfe. Die Gruppe behauptet, mit gestohlenen Zugangsdaten auch interne und cloudbasierte Systeme von EY kompromittiert zu haben – darunter Jira, GitHub und Azure.
Die Erpresser verknüpfen diesen Angriff mit anderen prominenten Fällen, darunter die Unternehmen RingCentral und Brinks Home. Obwohl ShinyHunters eine Verhandlungsfrist bis Ende Juli gesetzt hat, hat EY die Behauptungen über einen Zugriff auf Entwicklungs- und Cloud-Infrastrukturen bislang nicht bestätigt.
Schadensbegrenzung und Schutzmaßnahmen
Nach der Entdeckung des Einbruchs im April leitete EY umgehend Gegenmaßnahmen ein. Die Systeme wurden gesichert, die Angreifer ausgesperrt. Das Unternehmen informierte die Strafverfolgungsbehörden und benachrichtigt derzeit die betroffenen Personen.
Betroffenen stellt EY einen 24-monatigen Identitätsschutz über den Dienst Experian zur Verfügung. Sicherheitsexperten sehen in dem Vorfall einen weiteren Beleg für einen besorgniserregenden Trend: Immer häufiger nutzen Kriminelle das Vertrauen in Software-as-a-Service (SaaS) und Backup-Plattformen aus, um Identitätsdaten zu stehlen.
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ShinyHunters hat in diesem Jahr bereits mehrere spektakuläre Angriffe verübt. Dazu zählen der Datendiebstahl bei DentaQuest mit potenziell über 23 Millionen betroffenen Personen sowie der Einbruch in das Lernmanagementsystem Canvas, der rund 9.000 Bildungseinrichtungen betraf. Unabhängig davon nutzen seit April 2026 offenbar auch andere Kriminelle die gestohlenen Daten für Erpressungs-E-Mails mit sexuellem Bezug.
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