Fabric IQ: Microsoft bringt kontrollierten GeschÀftskontext in Copilot
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 06:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat im Rahmen der European Microsoft Fabric + SQL Community Conference in Barcelona eine weitreichende Umgestaltung seiner KI-Kontextschicht fĂŒr Firmenkunden vorgestellt. Mit der EinfĂŒhrung von Fabric IQ zielt das Unternehmen darauf ab, einen kontrollierten geschĂ€ftlichen Kontext direkt in den Microsoft Copilot zu integrieren.
Die neue Funktion ist nach Angaben des Konzerns ab sofort in Copilot Chat und Cowork allgemein verfĂŒgbar, ohne dass fĂŒr die Kunden zusĂ€tzliche Kosten fĂŒr KI-Token entstehen. Eine Integration in neue Programmierumgebungen soll ĂŒber das sogenannte Frontier-Programm folgen.
An der Fachkonferenz im CCIB-Kongresszentrum nehmen rund 5.000 Datenexperten aus 71 LĂ€ndern teil. Das Programm umfasst mehr als 130 Sitzungen und ĂŒber 10 Tutorien zu aktuellen Entwicklungen im Daten- und KI-Bereich.
Skalierung und strategische Ausrichtung
Die Plattform Microsoft Fabric verzeichnete seit ihrer AnkĂŒndigung im Jahr 2023 ein deutliches Wachstum und zĂ€hlt mittlerweile mehr als 40.000 Kunden weltweit sowie 2,6 Millionen aktive Nutzer. Durch die Ăffnung von Fabric fĂŒr mehr als 425.000 Kundenorganisationen von Power BI strebt Microsoft eine Verzehnfachung der aktuellen Nutzerbasis an.
Power BI selbst weist derzeit ĂŒber 35 Millionen monatliche Business-Nutzer auf. Im Bereich der Datenbanken bleibt SQL Server eine tragende SĂ€ule; die Software wird bei ĂŒber 90 % der Fortune-500-Unternehmen eingesetzt.
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Strategisch positioniert sich Microsoft damit verstĂ€rkt ĂŒber den Zugriff auf proprietĂ€re Daten und spezifischen GeschĂ€ftskontext. Dies wird als entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenĂŒber allgemeinen KI-Modellen von Mitbewerbern wie Google und Amazon gewertet.
Zudem richtet sich das Angebot gegen datenbanknative KI-Lösungen von Anbietern wie Salesforce oder Oracle. In diesem Zusammenhang befindet sich auch eine bidirektionale Integration mit der Salesforce Data Cloud 360 in der Vorschauphase.
Neue Funktionen fĂŒr Daten-Engineering und Apps
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Neuerungen liegt auf agentenbasierten Funktionen. In Fabric wurde das sogenannte Agentic Data Engineering sowie ein spezieller Data Engineering Agent eingefĂŒhrt, der bei Migrationen, der Modernisierung von Lakehouses und ETL-Prozessen unterstĂŒtzen soll. Power BI Desktop erhĂ€lt zudem eine automatisierte App-Erstellung aus semantischen Modellen.
Diese Apps werden in den kommenden Wochen als Vorschauversion fĂŒr Pro- und Premium-Nutzer verfĂŒgbar sein, wobei bis zu 1 GB pro Anwendung kostenfrei bereitgestellt wird. FĂŒr die Entwicklung können Entwickler auf das Open-Source-SDK Rayfin zurĂŒckgreifen, das mit gĂ€ngigen Coding-Assistenten kompatibel ist.
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Seit dem Start der Fabric Apps im Juni 2026 haben laut Microsoft bereits Tausende Entwickler die Plattform genutzt. Neue Backend-Funktionen fĂŒr TypeScript, ein Secret Store sowie UnterstĂŒtzung fĂŒr PostgreSQL ergĂ€nzen nun das Angebot. Im Bereich der Infrastruktur wurde zudem der Database Hub in die öffentliche Vorschau ĂŒberfĂŒhrt, der SQL Server, Azure SQL, PostgreSQL und Cosmos DB zusammenfĂŒhrt.
Infrastruktur und Partner-Ăkosystem
Microsoft positioniert OneLake als offenes Datennetzwerk und fĂŒhrt fĂŒr Fabric sowie OneLake ein On-Demand-Abrechnungsmodell ein. Im Bereich der SQL-Server-Produkte wurde die allgemeine VerfĂŒgbarkeit von SQL Server on Azure Local sowie SQL Server on Azure On-Premise bekannt gegeben.
Auch Partnerunternehmen stellten Erweiterungen fĂŒr die Plattform vor. Telmai gab die allgemeine VerfĂŒgbarkeit seines Data-Reliability-Workloads auf Microsoft Fabric bekannt, der kritische DatenbestĂ€nde im OneLake automatisch ĂŒberwacht.
Atlan lieferte bereits im August 2026 die Version 2.0 seines Fabric-Connectors aus, der nun fĂŒr alle Kunden verfĂŒgbar ist und eine umfassende Katalogisierung bis auf Spaltenebene ermöglicht. ClickHouse integriert zudem einen nativen Workload in Fabric, der subsekĂŒndliche Abfragen auf OneLake-Daten in einer öffentlichen Vorschau erlaubt.
