FaceTime-Betrug, Kriminelle

FaceTime-Betrug: Kriminelle leeren Konten ĂŒber Bildschirmfreigabe

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 16:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine neue Betrugsmasche ĂŒber FaceTime-Videoanrufe bringt Kriminelle an sensible Bankdaten. Die Zahl der mobilen Schadsoftware-Angriffe steigt rasant.

FaceTime-Trick: Kriminelle erbeuten Bankdaten per Bildschirmfreigabe
Ein Smartphone im Fokus, das einen Videoanruf anzeigt und die Gefahr von Betrug durch Bildschirmfreigabe symbolisiert. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Kriminelle nutzen FaceTime, um an Bankdaten zu kommen. Die Masche verbreitet sich rasant.

Die Betrugsmasche beginnt harmlos: Eine SMS warnt vor einer angeblichen verdĂ€chtigen Zahlung. Die EmpfĂ€nger sollen eine Telefonnummer anrufen, um das Problem zu klĂ€ren. Wer das tut, landet direkt bei den TĂ€tern – sie geben sich als Bankmitarbeiter aus.

So funktioniert der FaceTime-Trick

Im GesprÀch fordern die Angreifer ihre Opfer auf, zu einem FaceTime-Videoanruf zu wechseln. Dort nutzen sie die Bildschirmfreigabe aus. Vom Display lesen sie Kreditkartendaten, Online-Banking-ZugÀnge oder TANs ab.

Mit diesen Informationen autorisieren die Kriminellen Transaktionen und leeren die Konten. Die Opfer bemerken den Betrug oft erst, wenn es zu spÀt ist.

Mobile Bedrohungen auf Rekordniveau

Die FaceTime-Masche ist Teil eines grĂ¶ĂŸeren Trends. Kaspersky zĂ€hlte im ersten Quartal 2026 rund 2,67 Millionen Schadsoftware-Angriffe auf MobilgerĂ€te. Experten entdeckten dabei 306.000 neue SchĂ€dlinge.

Besonders alarmierend: Banking-Trojaner fĂŒr Android legten um 56 Prozent zu. Rund 58 Prozent der Nutzer verwenden ihr Smartphone als primĂ€ren Internetzugang. Viele speichern zudem Kopien von Ausweisdokumenten auf dem GerĂ€t – ein gefundenes Fressen fĂŒr IdentitĂ€tsdiebe.

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„Operation Olympus Blade“: Schlag gegen Phishing-Mafia

Ermittlern gelang ein Coup gegen die Drahtzieher. BKA und FBI zerschlugen die Plattform „Kratos“. Der Dienst vermietete Phishing-Infrastruktur gegen Bezahlung – ein „Phishing-as-a-Service“-Modell.

Seit 2024 spĂŒlte die Plattform ĂŒber 300.000 Euro in die Kassen der Betreiber. Rund 1.800 Nutzer fĂŒhrten monatlich etwa 15.000 Kampagnen durch. Die Behörden stellten ĂŒber 200 Server sicher und nahmen einen Hauptadministrator in Indonesien fest. In Pakistan fassten sie zwölf Bandenmitglieder, die 96.000 Phishing-Apps betrieben hatten.

Wer haftet bei erfolgreichem Betrug?

Nach einem Angriff stellt sich die Frage nach der Haftung. Juristen verweisen auf das BĂŒrgerliche Gesetzbuch: Bei nicht autorisierten Zahlungen haben Kunden grundsĂ€tzlich Anspruch auf Erstattung.

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Die Bank muss nachweisen, dass der Kunde grob fahrlĂ€ssig handelte, um die RĂŒckzahlung zu verweigern. Ein BGH-Urteil vom Vorjahr stĂ€rkt Verbraucher zusĂ€tzlich: Fehlt eine starke Kundenauthentifizierung, haftet die Bank meist. VerbraucherschĂŒtzer warnen jedoch vor komplizierten EinzelfĂ€llen – besonders, wenn TĂ€ter ihre Opfer zur BestĂ€tigung von Push-Nachrichten in Banking-Apps manipulieren.

Experten raten: Bei unangeforderten Kontaktversuchen niemals Daten preisgeben. Und vor allem: Niemals die Bildschirmfreigabe aktivieren – erst recht nicht bei angeblichen Bankmitarbeitern.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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