FachkrĂ€ftemangel: 78% der Unternehmen spĂŒren starke Auswirkungen
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der ArbeitskrĂ€ftemangel bremst die Wirtschaft zunehmend aus. 78 Prozent der Unternehmen sind betroffen, 56 Prozent spĂŒren starke Auswirkungen. Allein in Ăsterreich fehlen rund 155.000 qualifizierte KrĂ€fte.
Personalnot trifft Transport, Tourismus und Handwerk
Besonders dramatisch ist die Lage in Transport und Verkehr: 66 Prozent der Betriebe melden EngpĂ€sse. Es folgen Tourismus mit 63 Prozent sowie Gewerbe und Handwerk mit 62 Prozent. Auch die Industrie kĂ€mpft mit 58 Prozent ĂŒberdurchschnittlich stark.
Die gröĂten LĂŒcken klaffen bei Elektroinstallateuren, Kfz-Mechanikern, Maschinenbautechnikern, Rohrinstallateuren und Ărzten. Die Folgen sind messbar: 56 Prozent der Betriebe verzeichnen UmsatzeinbuĂen. Fast die HĂ€lfte sieht die Innovationskraft eingeschrĂ€nkt. 61 Prozent rechnen mit einer weiteren VerschĂ€rfung.
Demografie als Treiber
Der demografische Wandel verschĂ€rft die Lage. Beim Halbleiterhersteller Infineon etwa gehen in den kommenden sieben Jahren rund 1.000 Mitarbeiter in den Ruhestand. Ăkonomen fordern daher eine Anpassung der Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik.
DIW-PrĂ€sident Marcel Fratzscher machte am heutigen Montag klar: Die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren sei unverzichtbar. Pro Rentnerjahrgang könnten so etwa 125.000 BeschĂ€ftigte am Arbeitsmarkt bleiben â und rund 10 Milliarden Euro gespart werden.
In der Politik sorgt das fĂŒr ZĂŒndstoff. WĂ€hrend CDU und Teile der SPD ĂŒber Neuregelungen beraten, lehnen ostdeutsche MinisterprĂ€sidenten die Abschaffung der FrĂŒhrente ab. Im Raum stehen HĂ€rtefallregelungen und ein verstĂ€rkter Vertrauensschutz.
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Ausbildung: Zwischen Mangel und Selektion
Der Arbeitsmarkt zeigt ein Paradoxon: 60 Prozent der Betriebe finden keine Lehrlinge â doch die HĂ€lfte wĂŒrde gerne mehr ausbilden, wenn sich geeignete Bewerber meldeten. WĂ€hrend das produzierende Gewerbe AusbildungsplĂ€tze abbaut, verdoppelt die Mikrochip-Industrie ihre Zahlen.
WKĂ-GeneralsekretĂ€r Karlheinz Danninger fordert mehr Aus- und Weiterbildung sowie eine bessere Nutzung des Potenzials von Frauen und Ă€lteren Arbeitnehmern. Auch qualifizierte Zuwanderung und ein Ausbau der Kinderbetreuung stehen auf der Agenda.
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KI als ProduktivitÀtsbremse?
Neue Technologien versprechen Abhilfe â doch die RealitĂ€t sieht anders aus. Eine Studie des IT-Dienstleisters Adaptavist zeigt: 73 Prozent der Wissensarbeiter sehnen sich nach der Zeit vor generativer KI. 45 Prozent bewerten die Ergebnisse als minderwertig.
Besonders bitter: 39 Prozent der BeschĂ€ftigten investieren mehr Zeit in Korrekturen, als sie durch KI einsparen. Nahezu die HĂ€lfte beobachtet eine Verlangsamung von Projekten. Technologische Lösungen allein werden den FachkrĂ€ftemangel also kaum kompensieren â zumindest nicht ohne durchdachte Integration in die ArbeitsablĂ€ufe.
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