Fähigkeiten, Führungskräfte

Fähigkeiten veralten rasant: 21 Prozent der Führungskräfte sind abgehängt

16.06.2026 - 23:51:48 | boerse-global.de

Studie zeigt: Jeder fünfte Manager sieht eigene Fähigkeiten als überholt an. KI treibt Tempo und Spaltung des Arbeitsmarkts.

Berufliche Qualifikationen: Immer schneller veraltet durch KI
Fähigkeiten - Eine vielfältige Gruppe von Fachkräften in einem modernen Büro arbeitet zusammen, wobei eine Person mit einer holografischen Schnittstelle interagiert. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Laut dem aktuellen Pace-to-Skill Report sind die eigenen Fähigkeiten bei 21 Prozent der Führungskräfte bereits im vergangenen Jahr veraltet. Bei den Arbeitnehmern teilen zehn Prozent diese Einschätzung.

Rund 70 Prozent der Beschäftigten brauchen schnellere Lernmethoden, um mit dem Tempo Schritt zu halten. Besonders die Integration von Künstlicher Intelligenz bereitet Probleme: 36 Prozent der Befragten kämpfen mit der hohen Geschwindigkeit dieser Entwicklung.

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Der Arbeitsmarkt spaltet sich

Das Global AI Jobs Barometer zeigt: KI teilt den Arbeitsmarkt in zwei Geschwindigkeiten. In Berufen mit hoher KI-Exposition wächst die Beschäftigung doppelt so schnell wie in anderen Bereichen. Unternehmen, die stark auf KI setzen, steigerten ihre Produktivität seit 2018 um 163 Prozent.

Die Anforderungen an menschliche Fähigkeiten steigen entsprechend. Für spezialisierte KI-Kenntnisse gibt es Lohnaufschläge von bis zu 62 Prozent. In der Konsumgüterbranche sind es sogar 118 Prozent.

Das Gehirn lernt in Pausen

Die Forschung liefert konkrete Ansätze für effektiveres Lernen. Eine Studie von 2021 belegt: Das Gehirn wiederholt neu Gelerntes in Ruhephasen mit zwanzigfacher Geschwindigkeit. Dieser „Replay“-Effekt tritt nicht nur im Schlaf auf, sondern bereits bei kurzen Wachpausen von etwa 20 Sekunden.

Weitere Untersuchungen von 2025 zeigen: Diese schnellen Wiederholungen helfen dem Gehirn, Regelmäßigkeiten in neuen Informationen zu erkennen. Experten sprechen zudem vom „Rest-break effect“: Pausen laden die Energieressourcen des Gehirns wieder auf. Besonders Aufenthalte in der Natur fördern die Erholung über das Default Mode Network (DMN).

Für Unternehmen empfehlen Personalentwickler, Lernen direkt in den Arbeitsalltag zu integrieren – etwa durch Simulationen oder modulare Lerninhalte.

Prävention beginnt früh

Der Erhalt von Fähigkeiten hängt eng mit der langfristigen Gehirngesundheit zusammen. Eine Studie der Universität Leipzig mit 150.000 Teilnehmern, veröffentlicht im Mai 2026 in „Alzheimer's & Dementia“, zeigt: Die Weichen für kognitive Defizite werden früh gestellt.

Schon bei 20- bis 39-Jährigen führen Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel oder Depressionen zu messbar schlechteren kognitiven Leistungen. Rund 36 Prozent der Demenzfälle in Deutschland gelten als beeinflussbar – lebenslange Prävention rückt damit in den Fokus.

Auch der körperliche Verfall beeinflusst die Produktivität. Der Muskelabbau beginnt bereits ab dem 35. Lebensjahr mit etwa einem Prozent pro Jahr. Das Sturzrisiko steigt im Alter signifikant an. Auf einer Fachtagung in Kassel im Juli 2026 diskutieren Experten über Gegenmaßnahmen: tägliches Kraft- und Balancetraining sowie 30-minütige Spaziergänge sollen die Mobilität und berufliche Einsatzfähigkeit sichern.

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Apps und Training als Helfer

Neue Technologien unterstützen das Monitoring von Fähigkeiten. Eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) belegt die Wirksamkeit von Smartphone-Apps zur Früherkennung kognitiver Veränderungen. Bei Probanden zwischen 52 und 85 Jahren erfasste eine App-basierte Überprüfung alle zwei Wochen Verschlechterungen präziser als herkömmliche Verfahren.

Neuro-physiologische Trainingsansätze gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Auf der Fachmesse „therapie MÜNCHEN“ im Juni 2026 werden Systeme vorgestellt, die Koordination und Konzentration durch motorische Übungen wie Jonglieren fördern. Ziel: körperliche und geistige Flexibilität bis ins hohe Alter stabilisieren.

In der pharmakologischen Forschung arbeiten Wissenschaftler zudem an Wirkstoffen wie CPD10. Erste Tierversuche an der ETH Zürich zeigen eine Stabilisierung von Nervenzellprozessen. Klinische Studien am Menschen stehen allerdings noch aus.

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