Fehlzeiten-Rekord: Psychische Erkrankungen um 9% gestiegen
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 04:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die DAK-Gesundheit schlägt Alarm: Psychische Erkrankungen sind jetzt die häufigste Ursache für Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Ausfälle um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Strukturierte Selbstorganisation und gezielte Therapieangebote rücken deshalb verstärkt in den Fokus.
Neue Manuale für die Praxis
Die Fachliteratur reagiert mit hochspezialisierten Leitfäden. Für Ende Juli 2026 sind mehrere Neuerscheinungen angekündigt.
Die zweite Auflage von „Hausaufgaben in der Psychotherapie“ von Lydia Fehm und Sylvia Helbig-Lang liefert auf 185 Seiten praxisnahe Materialien. Sie helfen Patienten, Sitzungsinhalte in den Alltag zu übertragen. Parallel erscheint „Biografiearbeit und Lebensrückblick“ von Simon Forstmeier und Barbara Rabaioli-Fischer – ein Manual für Sozialarbeit und Beratung.
Ein wachsendes klinisches Feld ist die Behandlung der Pornografie-Nutzungsstörung nach ICD-11. Schätzungen zufolge sind fünf Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen betroffen. Das Therapiemanual „PornLoS“ von Rudolf Stark und Sarah Golder bietet ein Störungsmodell und konkrete Interventionen.
Angesichts steigender Fehlzeiten im Beruf wird eine gesunde Balance zwischen Leistung und Erholung immer wichtiger. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt konkret, wie beruflicher Erfolg und persönliches Glück kein Widerspruch sein müssen. Der Work-Life-Balance-Trick für mehr Ausgeglichenheit
Digitale Helfer gegen Doomscrolling
Im Juli 2026 starteten mehrere Apps gegen das endlose Konsumieren negativer Nachrichten. „MeBeMe“ setzt auf Mikro-Missionen. „WeWand“ schaltet soziale Medien erst nach einer bestimmten Schrittzahl frei.
Die Rolle Künstlicher Intelligenz in der Psychotherapie bleibt umstritten. Christiane Eichenberg von der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien empfahl am 27. Juli 2026, dass Therapeuten aktiv nachfragen sollten, ob Patienten bereits KI zur Problemanalyse genutzt haben. Die Chancen für niederschwellige Erstberatung stehen gegen Risiken bei Beziehungsqualität und diagnostischer Tiefe.
Um im stressigen Berufsalltag die psychische Gesundheit zu wahren, helfen oft schon kleine, gezielte Maßnahmen zur Entlastung. Sichern Sie sich diesen kostenlosen Download mit 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit und weniger Stress im Hamsterrad. 5 Sofortmaßnahmen für mehr Balance kostenlos herunterladen
Neue Leitlinien und politischer Druck
Am 27. Juli 2026 erschien eine neue S3-Leitlinie zur Diagnostik der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Sie empfiehlt eine differenzierte Traumaanamnese mit validierten Instrumenten.
Für Kinder und Jugendliche kommt das Buch von Wilhelm Rotthaus und Michael Borg-Laufs in dritter Auflage heraus. Es fokussiert auf systemische Psychotherapie bei Angststörungen.
Standesvertreter fordern politische Konsequenzen. Dr. Andrea Benecke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), mahnte angesichts der Rekordwerte bei psychisch bedingten Fehlzeiten: Die ambulante Psychotherapie muss gesichert werden, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
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