UmsÀtze, Unterhaltungselektronik

UmsÀtze mit klassischer Unterhaltungselektronik schrumpfen

03.09.2024 - 12:01:27

Fernseher, Digitalkameras und Stereoanlagen sind seit dem Ende der Corona-Pandemie keine Verkaufsschlager mehr. Es gibt aber eine neue GerÀte-Kategorie, die die Branche hoffen lÀsst.

  • Die UmsĂ€tze mit klassischer Unterhaltungselektronik wie Fernsehern gehen in Deutschland weiter leicht zurĂŒck. (Archivbild) - Foto: Jörg Carstensen/dpa

    Jörg Carstensen/dpa

  • Wearables wie die Apple Watch sind vor allem bei jungen Leuten populĂ€r. - Foto: Monika Skolimowska/dpa

    Monika Skolimowska/dpa

Die UmsĂ€tze mit klassischer Unterhaltungselektronik wie Fernsehern gehen in Deutschland weiter leicht zurĂŒck. (Archivbild) - Foto: Jörg Carstensen/dpaWearables wie die Apple Watch sind vor allem bei jungen Leuten populĂ€r. - Foto: Monika Skolimowska/dpa

Die Olympischen Sommerspiele und die Fußball-Europameisterschaft haben der Unterhaltungselektronik-Branche in Deutschland nicht den erhofften Absatzboom verschafft. Das geht aus Marktzahlen hervor, die der Digitalverband Bitkom im Vorfeld der Technikmesse IFA veröffentlicht hat. In der Vergangenheit hĂ€tten sportliche Großereignisse dieses Kalibers stets dazu gefĂŒhrt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher in die ElektronikfachmĂ€rkte gegangen seien oder Online-Shops genutzt hĂ€tten, um sich mit neuen und grĂ¶ĂŸeren FernsehgerĂ€ten einzudecken, sagte Bitkom-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Bernhard Rohleder. «Dieser Effekt hat im aktuellen Jahr nicht stattgefunden.»

Nach der Trendstudie des Digitalverbands Bitkom zur «Zukunft der Consumer Technology 2024» gehen in diesem Jahr die UmsĂ€tze mit klassischer Unterhaltungselektronik wie Fernsehern, Digitalkameras und AudiogerĂ€ten in Deutschland weiter leicht zurĂŒck. Konkret schrumpft der Markt fĂŒr klassische Unterhaltungselektronik im laufenden Jahr von 8,2 Milliarden Euro um 7,5 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro.

Corona-Boom - Sport-Flaute

Die Flaute bei den FernsehgerĂ€ten hĂ€ngt auch damit zusammen, dass der Markt noch gut gesĂ€ttigt ist. Insbesondere im ersten Corona-Jahr 2020 hĂ€tten sich viele Menschen zu Hause umfĂ€nglich mit neuen Technologien und neuen GerĂ€ten ausgestattet, erklĂ€rte Rohleder. «Es wurde weniger in den Urlaub gefahren, dafĂŒr hat man Technologie und Elektronik gekauft.» Nach dem Ende der Pandemie sei man aber noch nicht so weit, dass die damals angeschaffter Elektronik wieder ersetzt werden mĂŒsste.

GrĂ¶ĂŸer als der klassische Unterhaltungselektronikmarkt ist inzwischen das GeschĂ€ft mit Smartphones. FĂŒr das laufende Jahr erwartet der Bitkom 21,4 Millionen verkaufte GerĂ€te. Die Branche werde damit einen Umsatz von 12,3 Milliarden Euro erzielen, 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Gut entwickelt sich auch ein relativ neues Segment in der Branche, nĂ€mlich der Bereich der sogenannten Wearables. Hier erwartet der Verband fĂŒr das laufende Jahr 13,1 Millionen verkaufte GerĂ€te. Der Umsatz mit der neuen Kategorie summiert sich auf 2,6 Milliarden Euro, 8,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Tragbare Elektronik im Aufwind

Umsatztreiber in dem neuen Segment der Wearables sind vor allem Smartwatches. Nach einer reprĂ€sentativen Umfrage des Bitkom verwenden inzwischen 36 Prozent der Bevölkerung in Deutschland zumindest gelegentlich eine Smartwatch. Die vernetzten Armbanduhren sind besonders bei jĂŒngeren Menschen beliebt. In der Altersgruppe zwischen 16 und 29 Jahren tragen knapp zwei Drittel eine Smartwatch (64 Prozent). In der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren sind es immerhin noch 48 Prozent. Menschen in Deutschland ab 65 Jahren tragen jedoch nur noch zu 14 Prozent eine Smartwatch.

Neben Smartwatches kommen der Bitkom-Studie zufolge immer mehr smarte Accessoires und Gadgets auf den Markt, die etwa Körperdaten wie Herzfrequenz, Temperatur oder FlĂŒssigkeitshaushalt messen können. 24 Prozent der Menschen in Deutschland wĂŒrden gerne smarte Kopfhörer tragen oder haben sie bereits getragen. 22 Prozent wĂŒrden smarte Einlegesohlen in ihren Schuhen tragen, einen smarten GĂŒrtel zu tragen, kommt fĂŒr 14 Prozent infrage, ein smartes Pflaster fĂŒr 13 Prozent und smarte KleidungsstĂŒcke fĂŒr 12 Prozent. Elf Prozent wĂŒrden gerne einen smarten Fingerring tragen oder tun dies bereits. 

«Diese neuartigen Wearables sind in der Regel noch recht teuer und eher als Nischenprodukte fĂŒr spezielle gesundheitliche oder sportliche Zwecke bekannt. Sie haben aber das Potenzial fĂŒr den Massenmarkt und könnten auch andere etablierte Wearables ablösen», betonte Rohleder. 24 Prozent können sich vorstellen, sich einen kleinen smarten Assistenten auf den Zahn kleben zu lassen. Etwa ein FĂŒnftel (19 Prozent) wĂ€re sogar offen, sich einen kleinen smarten Assistenten implantieren zu lassen.

@ dpa.de