Fettleber: CBD und CBG könnten Erkrankung umkehren
14.06.2026 - 03:30:59 | boerse-global.de
Aktuelle Studien untersuchen, wie pflanzliche Wirkstoffe und Cannabinoide bei Lebererkrankungen helfen könnten.
Bewährte Pflanzen für die Leber
In der Naturheilkunde setzen Ärzte seit Jahren auf bestimmte Kräuter und Gemüsesorten. Mariendistel, Kurkuma, Ingwer und Basilikum enthalten Antioxidantien und entzündungshemmende Verbindungen. Besonders der Mariendistel-Extrakt Silymarin gilt als bewährtes Mittel zur Unterstützung der Leber.
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Auch die Löwenzahnwurzel spielt eine Rolle. Ihre Bitterstoffe fördern den Gallenfluss und entlasten so die Leber. Radieschen wiederum enthalten schwefelhaltige Verbindungen wie Glucosinolate. Diese können die Leberentgiftung ankurbeln – allerdings ist das Enzym Myrosinase in der Schale hitzeempfindlich. Eine Mischung aus Zitronensaft und Kokoswasser liefert Vitamin C, Flavonoide und unterstützt den Elektrolythaushalt.
CBD und CBG gegen Fettleber?
Die Forschung zu schweren Lebererkrankungen macht Fortschritte. Eine Studie im British Journal of Pharmacology zeigt: Die Cannabis-Wirkstoffe CBD und CBG könnten Fettlebererkrankungen umkehren. In Mäuseversuchen verbesserten die Substanzen die Energie- und Lysosomenfunktion der Leber.
Parallel dazu untersuchten Forscher in Food & Function die Schutzwirkung von fermentiertem Goji-Beeren-Saft mit Selen. Im Tiermodell schützte die Kombination vor Leberschäden durch das Schimmelpilzgift Patulin.
Ein Extrakt aus dem tropischen Baum Spondias mombin zeigte ebenfalls vielversprechende Ergebnisse. Forscher der Universidade Estadual da Paraíba fanden heraus: Der Extrakt reduzierte Darmschäden bei Colitis ulcerosa im Tiermodell signifikant – vergleichbar mit dem Medikament Prednisolon. Das ist relevant, weil Darm- und Lebergesundheit eng zusammenhängen.
Phosphatidylcholin und Autoantikörper
Das Phospholipid Phosphatidylcholin ist ein wichtiger Bestandteil von Zellmembranen. Es kommt natürlich in Eigelb und Sojabohnen vor. Forscher untersuchen es derzeit verstärkt bei nicht-alkoholischer Fettleber und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa.
Einen Durchbruch in der Diagnostik meldeten Wissenschaftler aus Oxford, Newcastle und Cambridge. Bei 4909 Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen fanden sie bei 173 Betroffenen spezifische Autoantikörper gegen das Protein IL-10. Diese Antikörper blockieren die entzündungshemmende Wirkung des Proteins. Die Entdeckung könnte neue Wege in der Immuntherapie eröffnen.
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Markt und Politik
Parallel zur Forschung entwickelt sich der Gesundheitsmarkt weiter. Mitte Juni eröffnete in Berlin die Fachmesse für Cannabis mit Fokus auf Medizinalcannabis. Auf politischer Ebene diskutiert der Sachverständigenrat in seinem Frühjahrsgutachten über die Finanzierung des Gesundheitssystems. Ein Szenario: Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung einzubeziehen, um die Kassen zu entlasten.
Neue Medikamente haben indirekte Auswirkungen auf die Stoffwechselgesundheit. Der Antikörper Apitegromab soll Muskelabbau verhindern – eine Nebenwirkung von Abnehmspritzen (GLP-1-Analoga). Laut aktuellen Berichten kann dieser Muskelverlust bis zu 40 Prozent des gesamten Gewichtsverlusts ausmachen.
