Fettleber, Bewegung

Fettleber und Bewegung: Aerobes Training senkt Leberfett um mindestens 30 Prozent

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Mausmodell verringerte MOTS-c zusammen mit aerobem Training Leberfett und Entzündungsprozesse; klinische Nachweise beim Menschen fehlen.
Symbolbild: Schüssel mit frischem Salat Illustration mit AI erstellt.

Die metabolische Dysfunktions-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) stellt weltweit eine wachsende Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Eine in der Fachzeitschrift Nature Scientific Reports veröffentlichte Untersuchung analysiert das Zusammenspiel zwischen dem Peptid MOTS-c und aerobem Training.

Die Forschungsarbeit zeigt, dass die Expression von MOTS-c im Skelettmuskel bei MASLD-Mäusen verringert war und durch aerobes Training wiederhergestellt werden konnte. Sowohl MOTS-c als auch aerobes Training verbesserten die hepatische Steatose bei den untersuchten Tieren, indem sie die Lipidsynthese sowie Entzündungsprozesse unterdrückten.

Mechanismen im Mausmodell und zelluläre Signalwege

Im Rahmen des Versuchsaufbaus der tierexperimentellen Studie wurde MOTS-c mit einer Dosierung von 7,5 mg/kg/Tag intraperitoneal verabreicht. Die dazugehörige Trainingseinheit umfasste eine Dauer von 1 h/Tag an 6 Tagen/Woche. Die Autoren beobachteten, dass der Schutzeffekt des Peptids in ACE2-Knockout-Mäusen vermindert ausfiel.

Ergänzende Zellversuche lieferten weitere Einblicke in die molekularen Pfade: In HepG2-Zellen wurde die durch MOTS-c induzierte hepatische Hochregulation von ACE2 durch den AMPK-Inhibitor Compound C aufgehoben. Diese Ergebnisse verdeutlichen die enge Kopplung zwischen mitochondrialen Peptidsignalen und zellulären Stoffwechselregulatoren bei der Reduktion von Leberschäden.

Klinischer Kontext von Fettlebererkrankungen und Bewegung

Die Relevanz solcher Ansätze unterstreichen die epidemiologischen Daten der Veröffentlichung. Demnach betrifft MASLD mehr als 70 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes und etwa 38 % der Erwachsenen weltweit.

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Bewegung gilt in der therapeutischen Praxis weiterhin als zentrales Element: Laut den in der Studie dargelegten Erkenntnissen senkt aerobes Training das Leberfett um mindestens 30 % relativ, wobei ein Umfang von mehr als 150 min/Woche empfohlen wird.

Kommerzielle Einstufung und Grenzen der Übertragbarkeit

Abseits grundlagenwissenschaftlicher Studien wird MOTS-c in der chemischen Industrie bereits thematisiert. Das Unternehmen NINGBO INNO PHARMCHEM CO.,LTD. beschreibt MOTS-c als ein von mitochondrialer DNA kodiertes Peptid, welches das Potenzial habe, den Skelettmuskel- und Glukosestoffwechsel zu beeinflussen.

Nach Angaben des Herstellers soll die Substanz als sogenanntes Bewegungsmimetikum einige positive Stoffwechseleffekte körperlicher Betätigung erzielen, die Insulinempfindlichkeit verbessern, die Glukoseaufnahme fördern und die Regeneration unterstützen.

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Der Hersteller bietet das Peptid als lyophilisiertes Pulver ausschließlich als Forschungsmaterial für die Gewichts- und Stoffwechselforschung an; konkrete Studienzahlen, Dosierungen oder Datumsangaben zur Wirksamkeit beim Menschen nennt das Unternehmen nicht.

Auch in anderen Bereichen der Grundlagenforschung wird der Wirkstoff untersucht. Eine in Reproductive Fertility erschienene Arbeit dokumentierte, dass MOTS-c an gealterten menschlichen Granulosazellen und Eizellen gealterter Mäuse mit einer höheren Energieproduktion, einem besseren Erhalt der Zellstruktur sowie einer verbesserten Reifung von Mäuse-Eizellen einherging.

Junge Reifungswerte wurden dabei jedoch nicht vollständig erreicht. Zudem liegen keine Daten zu Befruchtung, Embryonalentwicklung oder Lebendgeburten und keine klinischen Studien an Frauen vor, weshalb die Studienautoren von einem rein mechanistischen Befund ohne klinischen Nachweis sprechen.

Fachleute weisen im Kontext des allgemeinen Interesses an Peptiden im Fitnessbereich auf bestehende Evidenzlücken hin. Ein systematischer Review im Fachjournal Nature hält fest, dass beispielsweise für das Peptid BPC-157 weder eine zugelassene Formulierung noch ein validiertes Dosierungsschema existiert. Im Gegensatz dazu stehe für etablierte Substanzen wie Kreatin eine breite Datenbasis zu Training und Muskelaufbau beim Menschen zur Verfügung.

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