Fettleber: Vierfach erhöhtes Sterberisiko durch Herzerkrankungen
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die nichtalkoholische Fettleber (MASLD) ist weit mehr als ein Leberproblem â sie gilt zunehmend als Warnsignal fĂŒr das Herz. Weltweit sind schĂ€tzungsweise 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung betroffen. Neue Studien zeigen nun, wie eng die Verbindung zwischen Fettleber und schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen tatsĂ€chlich ist.
Vierfach erhöhtes Sterberisiko
Besonders alarmierend sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie in Diabetes Research and Clinical Practice. Forscher analysierten Daten von ĂŒber 10.000 Teilnehmern der NHANES-Erhebung. Ihr Befund: Patienten mit MASLD und frĂŒhen Stadien des kardiometabolischen Syndroms (CKM) haben ein vierfach erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben.
Doch es gibt auch gute Nachrichten. Fortschritte in der Plasma-Proteomik ermöglichen es, kardiovaskulĂ€re Risiken bei Patienten mit stoffwechselbedingter Fettleber bis zu 16 Jahre im Voraus zu erkennen. Die Leber wird damit zum FrĂŒhindikator fĂŒr die systemische GefĂ€Ăgesundheit.
Screening: Der Blick auf Diabetes reicht nicht
Viele Fettleber-Patienten bleiben unentdeckt, weil die Screening-Strategien zu eng gefasst sind. Die San Diego Liver Study aus dem Juni 2026 zeigt: Ein Screening, das nur auf Diabetes als Risikofaktor setzt, erkennt lediglich 40,5 Prozent der MASLD-FĂ€lle.
Weitet man den Fokus auf alle Personen mit mindestens einem kardiometabolischen Risikofaktor aus â etwa Bluthochdruck oder erhöhte Triglyceride â, steigt die Erkennungsrate auf 93,9 Prozent. In der untersuchten Kohorte hatten 52 Prozent der Teilnehmer eine Fettleber, sieben Prozent bereits eine fortgeschrittene Fibrose. Besonders starke Indikatoren: HypertriglyzeridĂ€mie und Hypertonie.
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Frauen und Rheuma-Patienten besonders gefÀhrdet
Auch spezifische Patientengruppen rĂŒcken in den Fokus. Eine im Lancet Obstetrics, Gynaecology, & Women's Health veröffentlichte Studie zeigt: Frauen mit polyendokrinem metabolischem Ovarialsyndrom (PMOS) haben ein deutlich erhöhtes Risiko fĂŒr atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen â unabhĂ€ngig von klassischen Risikofaktoren.
Bei Rheuma-Patienten unterschĂ€tzen gĂ€ngige Bewertungssysteme wie der PREVENT-Score das Herzrisiko oft. Die neue S3-Leitlinie von 2026 empfiehlt deshalb eine regelmĂ€Ăige RisikoabschĂ€tzung: alle fĂŒnf Jahre, bei Hochrisikopatienten jĂ€hrlich. Die Einbeziehung des HbA1c-Werts könnte die Treffsicherheit zusĂ€tzlich erhöhen.
Lebensstil als wirksamste Medizin
Die Therapie der Fettleber basiert in erster Linie auf LebensstilĂ€nderung. Bereits ein Gewichtsverlust von zehn Prozent senkt das Leberfett signifikant. UnterstĂŒtzend wirken ein moderates Kaloriendefizit und 150 bis 200 Minuten Bewegung pro Woche.
Eine gezielte ErnĂ€hrungsumstellung ist oft der wichtigste SchlĂŒssel, um stoffwechselbedingte Risiken ohne Medikamente in den Griff zu bekommen. Dieser kostenlose Ratgeber stellt sieben Rezepte vor, die zeigen, wie eine gesundheitsfördernde ErnĂ€hrung ohne Verzicht auf Genuss im Alltag gelingt. Kostenlosen Spezialreport mit 7 Rezepten anfordern
Eine internationale Langzeitstudie mit ĂŒber 350.000 Teilnehmern bringt zudem Kaffee ins Spiel: RegelmĂ€Ăiger Konsum â auch entkoffeiniert â senkt das Risiko fĂŒr Zirrhose, Leberkrebs und leberbedingte TodesfĂ€lle. Drei bis vier Tassen tĂ€glich zeigen die stĂ€rksten Effekte. Die American Heart Association bestĂ€tigt: Bis zu 400 mg Koffein pro Tag sind sicher und mit einem geringeren Risiko fĂŒr koronare Herzkrankheiten und SchlaganfĂ€lle verbunden.
Vorsicht gilt dagegen bei Energydrinks: Das konzentrierte Koffein in Kombination mit Zucker und Taurin kann den Blutdruck erhöhen und Herzrhythmusstörungen auslösen.
