Fettreiche, Ernährung

Fettreiche Ernährung: Mäuse zeigen 2,1-fach stärkere Hautschwellung

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei Mäusen verschärfte fettreiche Nahrung Hautreaktionen binnen vier Tagen; eine erhöhte Zahl von Gedächtnis-T-Zellen blieb langfristig nachweisbar.
Nahaufnahme der menschlichen Hautstruktur mit Fokus auf natürliche Poren und Zelloberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Eine fettreiche Ernährungsweise kann Entzündungsreaktionen der Haut bereits nach sehr kurzer Zeit drastisch verstärken. Wie ein Forschungsteam der University of California, San Francisco (UCSF) unter der Leitung von Sagar P. Bapat in einer Ende Oktober 2026 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Tierstudie nachwies, reagiert das Immunsystem überraschend schnell auf fettreiche Nahrung – und dies unabhängig vom eigentlichen Körpergewicht.

Rasche Immunreaktion unabhängig vom Körpergewicht

In der Untersuchung verglichen die Forscher die Auswirkungen einer Hochfettdiät, bei der 60 Prozent der Kalorien aus Fett stammten, mit einer Niedrigfettdiät mit einem Fettanteil von 10 Prozent. Zur Auslösung der Hautreaktion wurde eine Entzündung am Ohr von Mäusen mittels Imiquimod-Creme induziert.

Bei den Tieren unter Hochfettdiät zeigte sich nach einer Woche eine rund 2,1-fach stärkere Ohrverdickung als in der Kontrollgruppe. Wurde die fettreiche Fütterung über zehn Wochen fortgesetzt, lag die Schwellung bei etwa dem 2,3-fachen Wert.

Ausschlaggebend war dabei nicht ein langfristig aufgebautes Übergewicht: Bereits eine viertägige Phase mit fettreicher Nahrung – angesetzt von drei Tagen vor bis einen Tag nach dem Entzündungsbeginn – genügte, um die Gewebereaktion signifikant zu verschärfen.

Umgekehrt wiesen zuvor adipöse Mäuse, die lediglich vier Tage lang Normalfutter erhielten, eine deutlich mildere Entzündungsreaktion auf. Sagar P. Bapat hob hervor, dass bereits einzelne Mahlzeiten das Immunsystem in sehr kurzer Zeit messbar beeinflussen können.

Anzeige

Wer sich mit dem Einfluss der Ernährung auf den Körper befasst, sollte die zugrunde liegenden Entzündungsprozesse genau im Blick behalten. Dieser kostenlose Selbsttest hilft Ihnen dabei, potenzielle stille Entzündungen frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Kostenlosen Entzündungs-Selbsttest jetzt durchführen

Langanhaltende Prägung des Entzündungsgedächtnisses

Neben dem akuten Schub dokumentierte das UCSF-Team auch langfristige Nachwirkungen im Gewebe. Nach der Rückkehr zu einer Niedrigfettdiät führte ein erneuter Entzündungsreiz nach rund 25 Tagen noch immer zu einer etwa zweifach stärkeren Ohrverdickung. Dieser Überempfindlichkeitseffekt blieb selbst nach 6,5 Monaten nachweisbar.

Verantwortlich dafür ist eine veränderte Immunantwort im Gewebe selbst: Die Zahl der gewebsresidenten Gedächtnis-T-Zellen war bei den betroffenen Tieren um etwa das 2,3-Fache erhöht. Auf zellulärer und molekularer Ebene identifizierten die Wissenschaftler eine Signalkaskade, an der Neutrophile, der Proteinkomplex NLRP3, das Zytokin Interleukin-1-beta (IL-1?) sowie TH17-Helferzellen beteiligt sind.

Parallelen in der Erforschung von Entzündungsmechanismen

Die Ergebnisse fügen sich in eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten ein, die den Einfluss von Lipiden und Stoffwechselprozessen auf Entzündungen untersuchen. Forschungen der North Carolina State University identifizierten mit 9-Keto-12,13-epoxy-octadecensäure (EKODE) ein Abbauprodukt der Linolsäure, das über den Rezeptor GPR35 auf sensorischen Neuronen Juckreiz und Entzündungen triggert.

Eine im Journal of Experimental Medicine erschienene Arbeit zeigte zudem, dass das Enzym Vanin Pantethin in dendritischen Zellen abbaut, woraufhin Cholesterinansammlungen Entzündungskaskaden verstärken können.

Anzeige

Bestimmte Lebensmittel können wie natürliche Schmerzmittel wirken und helfen, Entzündungskaskaden im Körper sanft zu lindern. Erfahren Sie in diesem Gratis-Ratgeber, welche 12 Entzündungs-Killer aus dem Supermarkt Ihre Gelenke und Ihr Immunsystem effektiv unterstützen. Gratis-Ratgeber: Entzündungshemmende Ernährung anfordern

Fachleute für Dermatologie weisen darauf hin, dass chronische Entzündungen der Haut die Schutzbarriere nachhaltig schwächen, Feuchtigkeitsverlust begünstigen und oxidativen Stress erzeugen. Während Leitlinien zur Neurodermitis von pauschalen Diäten ohne ärztliche Indikation abraten, belegen experimentelle Befunde wie jene der UCSF zunehmend, wie eng diätetische Faktoren und zelluläre Entzündungswege im Immunsystem verknüpft sind.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70440970 |