Fibromyalgie-Studie, Frauen

Fibromyalgie-Studie mit 101 Frauen: Darmflora verÀndert sich je nach Schweregrad

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Studie verbindet bestimmte Mikrobiom-Muster mit dem Fibromyalgie-Schweregrad, kann jedoch keine Ursache-Wirkung-Beziehung belegen.
Nahaufnahme eines Labormikroskop-ObjekttrÀgers mit einer biologischen Probe in einer klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Zusammensetzung der Darmbakterien könnte eine bedeutendere Rolle bei chronischen Schmerzerkrankungen spielen als bislang angenommen. Eine im Fachjournal BMC Rheumatology publizierte Untersuchung analysiert den Zusammenhang zwischen spezifischen bakteriellen Mustern im Verdauungstrakt und der AusprÀgung der Symptome bei Fibromyalgie.

Mittels einer 16S-rRNA-Sequenzierung von Stuhlproben bei insgesamt 101 Frauen verglichen Forschende 50 Fibromyalgie-Patientinnen mit 51 gesunden Kontrollpersonen. Die Ergebnisse zeigen deutliche mikrobiologische Muster auf, die eng mit dem jeweiligen Schweregrad des Krankheitsbildes korrelieren.

Schweregrad entscheidet ĂŒber bakterielle Unterschiede

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung betrifft die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft. Unterschiede in der sogenannten Beta-DiversitĂ€t, die die Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaften zwischen verschiedenen Proben beschreibt, traten in Analysen deutlicher hervor, die nach dem Schweregrad gemĂ€ĂŸ der Fibromyalgia Severity Scale unterteilt wurden, als bei einem reinen Gesamtvergleich der Kohorten.

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Zudem zeigte sich bei der Betrachtung der mikrobiellen Vielfalt innerhalb der einzelnen Proben, der sogenannten Alpha-DiversitĂ€t, ein differenziertes Bild: Eine Reduktion dieser DiversitĂ€t ließ sich ausschließlich in der mittelschwer betroffenen Gruppe nachweisen. Dies deutet darauf hin, dass mikrobiologische VerĂ€nderungen im Krankheitsverlauf nicht zwingend linear fortschreiten.

Spezifische Verschiebungen einzelner BakterienstÀmme

Neben der allgemeinen Vielfalt untersuchte die Arbeitsgruppe auch das Vorkommen spezifischer Bakterientaxa. Dabei fiel das Bakterium Eubacterium hallii besonders auf: Es zeigte sich durchgehend vermindert, und zwar sowohl bei der Betrachtung der gesamten Patientenkohorte als auch in den getrennten Analysen der mittleren und schweren Krankheitsstadien.

Andere Verschiebungen waren hingegen auf bestimmte Patientengruppen begrenzt. So waren Vertreter der Gattungen Bifidobacterium sowie Clostridia UCG-014 selektiv in der Gruppe mit mittelschwerer Symptomatik reduziert, wĂ€hrend diese AuffĂ€lligkeit in anderen Straten nicht in gleichem Maße auftrat.

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Die Autoren der Studie (DOI: 10.1186/s41927-026-00699-9) heben hervor, dass die beobachteten VerÀnderungen im Mikrobiom mit der Symptomschwere assoziiert seien und einen nicht-linearen Charakter aufwiesen.

Grenzen der Aussagekraft

Trotz der ZusammenhĂ€nge betonen die Wissenschaftler die methodischen Grenzen der Untersuchung. Da es sich um eine Querschnittsanalyse handelt, liefert die Arbeit keinen KausalitĂ€tsnachweis. Ob die VerĂ€nderungen in der Darmflora Ursache, Begleiterscheinung oder eine direkte Folge der chronischen Schmerzerkrankung und damit verbundener Lebensstilfaktoren sind, bleibt damit Gegenstand kĂŒnftiger Forschungsprojekte.

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de | wissenschaft | 70426896 |