Fiddler, Dreadnode

Fiddler AI und Dreadnode: CrowdStrike baut Schutz für KI-Agenten aus

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 07:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die beiden KI-Sicherheits-Startups sollen CrowdStrikes Falcon-Angebot ergänzen; der Abschluss ist für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet.
Ein minimalistischer, moderner Serverraum mit blauer Beleuchtung und reflektierenden Betonböden in einer ruhigen, menschenleeren Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Cybersicherheitskonzern CrowdStrike baut sein Portfolio für künstliche Intelligenz deutlich aus. Auf der Konferenz Fal.Con Europe in Barcelona unterzeichnete das Unternehmen am 3. November 2026 verbindliche Vereinbarungen zur Übernahme der beiden Startups Fiddler AI und Dreadnode. Fiddler AI ist auf die Überwachung und Erklärbarkeit von KI-Agenten spezialisiert, während Dreadnode automatisierte Sicherheitstests für KI-Systeme entwickelt.

Nach Angaben des Wall Street Journal beläuft sich das Gesamtvolumen der Transaktionen auf rund 495 Millionen US-Dollar. Davon entfallen demnach rund 400 Millionen US-Dollar auf Fiddler AI und etwa 95 Millionen US-Dollar auf Dreadnode. CrowdStrike hat diese Summen nicht offiziell bestätigt.

Die Zahlung soll laut den Berichten überwiegend in bar sowie über unverfallbare Aktienanteile abgewickelt werden. Vorbehaltlich der üblichen Abschlussbedingungen wird der Vollzug beider Übernahmen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet, das von November 2026 bis Januar 2027 läuft.

Ausbau der Falcon-Plattform für Agenten-Sicherheit

Die Technologie von Fiddler AI soll künftig unter dem Namen Falcon Observe in die Plattform des Konzerns integriert werden. Die allgemeine Verfügbarkeit dieser Lösung ist für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgesehen.

Fiddler soll Werkzeuge für die Evaluierung vor dem Einsatz, die Nachverfolgung von Schlussfolgerungsprozessen und Werkzeugaufrufen, die Erkennung von Betriebsanomalien und Halluzinationen sowie die Erstellung von Prüfprotokollen und das Nachverfolgen von Token-Kosten bereitstellen.

Nach Angaben von CrowdStrike sollen die Modelle von Fiddler die Evaluierungskosten um bis zu 98 Prozent senken, ohne dass externe Aufrufe großer Sprachmodelle erforderlich sind. Zu diesem Zeitpunkt war die Übernahme noch anhängig, und die Werte basieren auf Unternehmensangaben statt auf unabhängigen Testergebnissen.

Anzeige

Wer sich mit dem Einsatz moderner KI-Systeme befasst, muss auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und neuen Kontrollpflichten im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Fristen und Risikoklassen der aktuellen EU-Regulierung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Das 2018 gegründete Unternehmen Fiddler AI hatte im Januar 2026 eine Series-C-Finanzierungsrunde über 30 Millionen US-Dollar abgeschlossen und vor dem Verkauf insgesamt rund 99 Millionen US-Dollar an Kapital eingesammelt.

Dreadnode wurde 2023 gegründet und hatte vor der Übernahme rund 14 Millionen US-Dollar in einer Series-A-Runde aufgenommen. Das Startup führt automatisierte Angriffsanalysen durch und testet mehr als 100 bekannte Angriffsmuster, darunter Jailbreaks und sogenannte Prompt Injections, gegen Modelle, Agenten, Anwendungen und MCP-Server.

Die Tests orientieren sich an Standards wie den OWASP Top 10 für LLMs, MITRE ATLAS und NIST. Die daraus gewonnenen Ergebnisse sollen künftig als Sicherheitsempfehlungen in das Modul Falcon Guardian einfließen. Das Team von Dreadnode um Unternehmenschef Brad Pamn wechselt im Zuge der Übernahme in das Forschungslabor für Cyber-Superintelligenz bei CrowdStrike.

Erweiterte Schutzfunktionen und Marktumfeld

Flankierend kündigte das Unternehmen am 3. November 2026 einen Notfallschalter für künstliche Intelligenz in Falcon Guardian an, das am 1. September 2026 an den Start gegangen war. Die Funktion ist nach Angaben des Konzerns seit dem 3. November verfügbar.

Anzeige

Die zunehmende Komplexität von KI-Anwendungen stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Absicherung ihrer digitalen Infrastruktur. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche rechtlichen Pflichten und technischen Bedrohungen Sie jetzt kennen müssen, um Ihr Unternehmen proaktiv zu schützen. Kostenlosen Cyber-Security-Report herunterladen

Ein autorisierter Administrator kann damit einen laufenden KI-Agenten beenden, seinen Neustart auf einem Endgerät oder einer Gerätegruppe per Richtlinie blockieren und die Netzwerkverbindung trennen, wobei jeder Schritt protokolliert wird.

Die Trennung erfolgt derzeit am KI-Gateway, während die Durchsetzung direkt auf dem Endpunkt über den Falcon Sensor nach Unternehmensangaben in Kürze folgen soll.

Am 4. November 2026 stellte das Unternehmen zudem Erkennungsfunktionen für Bedrohungen durch Insider-Agenten sowie Werkzeuge zur Sichtbarkeit und Kontrolle von KI-Guthaben mit Ziel für das vierte Quartal vor. Schutzgeländer gegen das Abweichen von Richtlinien bei Agenten sind für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2028 geplant.

Konzernchef George Kurtz verwies darauf, dass sich sicherheitsrelevante Vorfälle im Zusammenhang mit KI-Agenten von Juli bis August sowie von August bis September 2026 jeweils verdoppelt hätten.

An den Finanzmärkten geriet die Aktie des Unternehmens zuletzt in einem allgemeinen Abverkauf von KI-Titeln unter Druck und verlor ohne eigene Nachrichten zehn Prozent an Wert, während der Technologieindex Nasdaq-100 um fünf Prozent nachgab.

Analysten prognostizieren für das im Januar 2027 endende Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von 25 Prozent auf 6,01 Milliarden US-Dollar und für die darauffolgenden Jahre jährliche Zuwächse von rund 22 bis 23 Prozent.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70467907 |