Finerenon, Gepoolte

Finerenon: Gepoolte Analyse mit 18.991 Teilnehmenden zeigt 19 Prozent weniger Herztode

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 10:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Daten aus drei Studien verbinden Finerenon mit 19 Prozent weniger plötzlichen TodesfÀllen; das Risiko variierte nach Krankheitsbild.
Ein glĂ€sernes LaborgefĂ€ĂŸ mit einer klaren FlĂŒssigkeit steht auf einem Arbeitstisch im sanften Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Eine gepoolte Analyse im Fachjournal Journal of the American College of Cardiology (JACC) liefert neue Erkenntnisse zur klinischen Wirkung des nicht-steroidalen Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten Finerenon.

Die Untersuchung umfasst Daten von 18.991 Teilnehmenden aus drei randomisierten, placebokontrollierten Studien: FIDELIO-DKD, FIGARO-DKD und FINEARTS-HF. Der Auswertung zufolge ging die Gabe von Finerenon mit einem um 19 Prozent niedrigeren Risiko fĂŒr einen plötzlichen Tod einher, was einer Hazard Ratio von 0,81 entspricht.

Differenzierte MortalitÀtsdaten und Krankheitsstadien

In den zusammengefassten Studienkollektiven traten unter Finerenon 188 plötzliche TodesfĂ€lle (2,0 Prozent) auf, verglichen mit 230 FĂ€llen (2,5 Prozent) in den Kontrollgruppen unter Placebo. Dies entspricht einer Ereignisrate von 0,69 gegenĂŒber 0,85 pro 100 Patientenjahre und einer absoluten Differenz von 0,5 Prozentpunkten bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von circa 2,9 Jahren. Plötzliche TodesfĂ€lle machten rund 47 Prozent aller kardiovaskulĂ€ren TodesfĂ€lle und etwa einen von fĂŒnf TodesfĂ€llen insgesamt aus.

Das beobachtete Risikoniveau unterschied sich dabei je nach vorliegendem Krankheitsbild: In den Nierenerkrankungs-Studien lag die Rate plötzlicher TodesfÀlle bei 0,5 pro 100 Patientenjahre, wÀhrend sie in der Herzinsuffizienz-Studie 1,5 pro 100 Patientenjahre erreichte.

Zudem ging ein kardiovaskulĂ€r-renal-metabolisches Syndrom (CKM) im Stadium 4 mit einem fast dreifachen Risiko fĂŒr einen plötzlichen Tod im Vergleich zu den Stadien 2 bis 3 einher.

Bei weiteren Endpunkten zeigte sich die GesamtmortalitÀt um 9 Prozent und die kardiovaskulÀre MortalitÀt um 11 Prozent verringert. Die Sterblichkeit infolge von Herzinsuffizienz fiel um 19 Prozent und infolge von SchlaganfÀllen um 21 Prozent niedriger aus, wobei diese Werte jeweils keine klare statistische Signifikanz erreichten.

Anzeige

Wer sich mit der Interpretation medizinischer Daten befasst, stellt oft fest, wie komplex die Analyse von Blut- und Organwerten sein kann. Dieser kostenlose Ratgeber hilft Ihnen dabei, wichtige Kennzahlen selbst besser zu verstehen und gezielt fĂŒr Ihre Vorsorge zu nutzen. Laborwerte-Selbstcheck: 25-Seiten-Report jetzt kostenlos anfordern

Eine frĂŒhere FIDELITY-Analyse bei 13.026 Patienten mit Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung hatte bereits eine Rate plötzlicher Herztode von 1,3 Prozent unter Finerenon im Vergleich zu 1,8 Prozent unter Placebo gezeigt, was einer relativen Risikoreduktion von 25 Prozent entsprach (Hazard Ratio 0,75; P=0,046).

KomplementÀre Mechanismen im kardiorenalen Spektrum

In der Behandlung kardiorenaler Erkrankungen gelten Finerenon und SGLT2-Hemmer als komplementÀre Optionen, die einander nicht ersetzen. Beide Substanzklassen bieten kardiorenalen Schutz und verringern das Fortschreiten einer NierenfunktionseinschrÀnkung sowie Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz, wobei SGLT2-Inhibitoren mit Blick auf die Nierenfunktion bevorzugt wurden.

Die Wirkmechanismen unterscheiden sich grundlegend: SGLT2-Hemmer greifen vorwiegend hĂ€modynamisch und metabolisch ein, wĂ€hrend Finerenon primĂ€r antientzĂŒndlich und antifibrotisch wirkt.

Neuere europĂ€ische und US-amerikanische Leitlinien zum CKM-Syndrom betonen vor diesem Hintergrund einen ganzheitlichen Ansatz. Statt isolierter Organbetrachtungen und einzelner Laborwerte rĂŒcken das individuelle Gesamtrisiko, KomorbiditĂ€ten und eine interdisziplinĂ€re Versorgung in den Vordergrund.

Anzeige

Die Bedeutung von Vitalstoff-Werten wird in der modernen PrĂ€ventivmedizin immer hĂ€ufiger thematisiert, da sie die Grundlage fĂŒr ein langes, fittes Leben bilden können. Erfahren Sie in diesem Gratis-PDF von Expertenhand, welche zehn entscheidenden Werte Sie kennen sollten, um Ihre Gesundheit aktiv zu schĂŒtzen. Hier den kostenlosen Laborwerte-Guide sichern

Zugelassene Indikationen und anstehende Fachkongress-Daten

Finerenon ist unter dem Handelsnamen KERENDIA zur Verringerung des Risikos einer eGFR-Abnahme, einer terminalen Niereninsuffizienz, des kardiovaskulÀren Todes, nicht tödlicher Herzinfarkte sowie von Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz bei chronischer Nierenerkrankung mit Typ-2-Diabetes zugelassen.

Seit September 2026 besteht darĂŒber hinaus eine Zulassung zur Senkung des Urin-Albumin-Kreatinin-Quotienten (UACR) bei chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-1-Diabetes.

Das Pharmaunternehmen Bayer hat angekĂŒndigt, vom 6. bis 9. November 2026 auf den wissenschaftlichen Tagungen der American Heart Association in Chicago weitere Analysen vorzustellen. Geplant sind Auswertungen aus den Programmen FINE-HEART und FINEARTS-HF bei Herzinsuffizienz mit leicht reduzierter oder erhaltener Ejektionsfraktion (HFmrEF/HFpEF).

Zudem sollen Subanalysen der Phase-II-Studie CONFIDENCE zur gleichzeitigen Verabreichung von Finerenon und dem SGLT2-Hemmer Empagliflozin bei chronischer Nierenkrankheit und Typ-2-Diabetes prÀsentiert werden.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70455263 |