Flavanole, Herzinfarkt-Risiko

Flavanole: 500 mg tÀglich senken Herzinfarkt-Risiko um 27%

18.06.2026 - 11:02:46 | boerse-global.de

TĂ€gliche Flavanolzufuhr von 500 mg reduziert Risiko fĂŒr tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 27 Prozent, zeigt eine internationale Gemeinschaftsstudie.

Flavanole senken Herzrisiko: Neue ErnĂ€hrungsstudie ĂŒberzeugt
Flavanole - Eine Nahaufnahme von herzgesunden Lebensmitteln, darunter Beeren, Pflaumen, grĂŒner Tee und Sardinen, appetitlich angerichtet. 18.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Forscher der University of Reading, Harvard University, UC Davis und des Unternehmens Mars haben eine Gemeinschaftsstudie veröffentlicht. Das Ergebnis: Eine tĂ€gliche Zufuhr von 500 mg Flavanolen senkt das Risiko fĂŒr tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 27 Prozent. Auch das allgemeine Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Ereignisse reduziert sich um 15 bis 16 Prozent.

Doch die wenigsten Menschen erreichen diese Werte. In den USA liegt der Anteil bei 19,2 Prozent, in Großbritannien bei 17,9 Prozent. Selbst bei Personen mit hohem Obstkonsum knacken nur rund 20 Prozent die 500-mg-Marke. Besonders flavanolreich sind Pflaumen (450 mg pro 500 g), Cranberries (300 mg pro 250 g), Brombeeren (250 mg pro 200 g) und grĂŒner Tee (200 mg pro Tasse).

Sardinen gegen PrÀdiabetes

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Nicht nur sekundĂ€re Pflanzenstoffe zeigen Wirkung. Eine Studie im Fachjournal Clinical Nutrition untersuchte 152 Patienten ĂŒber 65 Jahren mit PrĂ€diabetes. Die Probanden aßen ein Jahr lang wöchentlich 200 g Sardinen. Der Anteil der Hochrisikopatienten sank von 22 auf 8 Prozent – eine Reduktion von 64 Prozent. Zudem verbesserten sich Insulinresistenz, Blutdruck und HDL-Cholesterinwerte.

Auch Pfefferminzöl könnte helfen. Die University of Lancashire testete es an 40 Erwachsenen mit leichtem Bluthochdruck. Die tĂ€gliche Einnahme von 100 Mikrolitern ĂŒber 20 Tage senkte den systolischen Blutdruck von durchschnittlich 130 auf 122 mmHg. Forscher vermuten Menthol als treibenden Wirkstoff.

Was Kardiologen empfehlen

Bestimmte Lebensmittelgruppen senken nachweislich das LDL-Cholesterin. Eine Dreivierteltasse Bohnen tĂ€glich kann es um 19 Prozent und das allgemeine Herzrisiko um 11 Prozent senken. Fettreicher Fisch liefert Omega-3-FettsĂ€uren – idealerweise zweimal pro Woche. Vollkornprodukte wie Haferflocken und brauner Reis regulieren die Blutfettwerte. Mandeln, getrocknete Pflaumen und Aprikosen gelten ebenfalls als herzfreundlich.

Kardiologe Sanjay Bhojraj warnt zudem vor einem ungesunden FrĂŒhstĂŒck. SĂŒĂŸes GebĂ€ck, verarbeitetes Fleisch und zuckerhaltige Kaffee- oder Energy-Drinks enthalten oft bis zu 50 g Zucker und viele gesĂ€ttigte FettsĂ€uren. Besser: protein- und ballaststoffreiche Kost aus Eiern, Obst oder HĂŒttenkĂ€se.

Systemische ZusammenhÀnge und neue Therapien

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Das Asklepios GefĂ€ĂŸzentrum RheinMain warnte am Tag des Cholesterins (12. Juni 2026) vor unterschĂ€tzten LDL-Werten. Sie bleiben oft symptomlos, erhöhen aber das Infarktrisiko massiv. Eine weitere Studie im Journal of the American Heart Association deutet auf einen Zusammenhang zwischen niedrigem Blutdruck und erhöhtem Alzheimer-Risiko hin.

Das UniversitĂ€tsklinikum WĂŒrzburg testet mit der IMPRO-Studie den Einsatz von Herz-CT zur ambulanten Diagnose der koronaren Herzkrankheit. Parallel dazu zeigt die regenerative Medizin Fortschritte: Im Labor gezĂŒchtetes Herzmuskelgewebe verbesserte erstmals die Pumpfunktion bei chronischer HerzschwĂ€che – in Deutschland sind etwa vier Millionen Menschen betroffen.

Die 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie zeigt: Wer seine ZĂ€hne behĂ€lt, lebt lĂ€nger. Laut japanischen Daten senkt jeder zusĂ€tzliche eigene Zahn bei Senioren das Risiko fĂŒr AlltagseinschrĂ€nkungen um 3,1 Prozent. Und eine Studie der UniversitĂ€t Trient belegt: Mitbewohner teilen einen signifikanten Teil ihrer Darm- und Mundbakterien – das beeinflusst langfristig das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes.

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