Flink-Datenleck, Kunden

Flink-Datenleck: Rund eine Million Kunden und 13.000 Mitarbeitende betroffen

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 10:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ermittler und Unternehmen berichten von Datenzugriffen, gefÀlschten Zahlungsforderungen und Anlagebetrug mit teils hohen SchÀden.

Cyberbetrug nimmt zu: Flink, Booking.com und HĂ€ndlerkonten betroffen
Ein dunkler, minimalistischer Flur in einem Serverraum mit metallischen OberflÀchen und tiefen Schatten. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Berichte von Ermittlungsbehörden und Unternehmen verdeutlichen eine zunehmende Professionalisierung bei digitalen Betrugsmaschen. Kriminelle setzen dabei auf tÀuschend echt gestaltete Internetseiten von Behörden sowie unbefugte Zugriffe auf bestehende HÀndlerkonten, um sensible Daten auszuspÀhen oder Nutzer in Kostenfallen zu locken. Besonders im Fokus stehen derzeit Unternehmen, Nutzer von Buchungsportalen und Kunden von Lieferdiensten.

Behörden und Lieferdienste im Visier

Das Landratsamt GĂŒnzburg warnt laut Berichten vom 28.09.2026 vor betrĂŒgerischen E-Mails, die gezielt an Unternehmen gerichtet sind. Die TĂ€ter geben sich als Mitarbeiter der Kreisbehörde aus und fordern die EmpfĂ€nger auf, offene oder fĂ€llige Rechnungsdaten mitzuteilen.

Ziel der Strategie ist es offenbar, im Namen der betroffenen Firmen gefĂ€lschte Zahlungsaufforderungen an das Landratsamt zu senden, um Überweisungen auf Konten der BetrĂŒger umzuleiten. Die Behörde stellte klar, dass diese Nachrichten nicht von ihrem Personal stammen, und prĂŒft den Vorfall intensiv.

Zeitgleich warnt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) vor Phishing-Nachrichten, in denen im Namen der Behörde Bußgelder fĂŒr VerkehrsverstĂ¶ĂŸe eingefordert werden. Das KBA wies darauf hin, dass es fĂŒr die Ahndung solcher VerstĂ¶ĂŸe nicht zustĂ€ndig ist und keine Bescheide dieser Art versendet.

Experten beobachten, dass der Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz diese Schreiben zunehmend professioneller wirken lĂ€sst. FrĂŒhere Varianten verbreiteten zudem Schadsoftware ĂŒber enthaltene Links.

Massive Auswirkungen hat ein Cyberangriff auf den Lieferdienst Flink. Unbefugte erlangten Zugriff auf Daten von rund einer Million Kunden und 13.000 Mitarbeitenden, darunter Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Passwörter oder Bankdaten seien laut Unternehmensangaben nicht betroffen.

Die Erpresser wenden sich nun direkt an die Kunden und fordern eine Zahlung von 0,005 Ether (etwa 11,50 Euro) pro Person, wobei eine Gesamtsumme von 100 Ether (232.000 Euro) angestrebt wird. Flink lehnt Verhandlungen oder Lösegeldzahlungen ab und hat Strafanzeige erstattet. Als Einfallstor wurde ein kompromittierter Zugang eines ehemaligen Mitarbeiters identifiziert.

Manipulation von Buchungsplattformen und Handelskonten

Auch im Bereich des Online-Handels und der Reisebuchungen nehmen gezielte Angriffe zu. Bei Booking.com nutzen BetrĂŒger offenbar echte Buchungsdaten fĂŒr Phishing-Versuche. In einem gemeldeten Fall erhielten Nutzer eine E-Mail ĂŒber eine angebliche RĂŒckzahlung von 30,13 Euro, wobei korrekte Buchungsnummern und Reisedaten verwendet wurden. Ein Zusammenhang mit unbefugten Zugriffen auf Reservierungsdetails im April wird hierbei vermutet.

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In Gera verschaffte sich ein Unbekannter Zugang zum Konto eines AutohĂ€ndlers auf der Plattform Mobile.de. In der Zeit von Samstagmittag bis Montagmorgen wurden Fahrzeugangebote manipuliert und fiktive Inserate erstellt, um Kaufpreise ĂŒber ein betrĂŒgerisches Bankkonto einzuziehen.

Die Polizei hat Ermittlungen wegen des AusspĂ€hens von Daten und versuchten Betruges eingeleitet. Zudem registrierte die Polizei in Wien den Einsatz sogenannter SMS-Blaster, mit denen Millionen Phishing-Kurznachrichten ĂŒber gefĂ€lschte Basisstationen versendet wurden.

Hohe SchÀden durch gefÀlschte Medienberichte und Telefontricks

Eine besonders verlustreiche Methode stellt der Anlagebetrug ĂŒber gefĂ€lschte Medienberichte dar. Laut der Zentralstelle Cybercrime Bayern fĂŒhren manipulierte Artikel im Design der Tagesschau auf betrĂŒgerische Plattformen wie „Nexus Advisor“ oder „Immediate Edge“.

Ein Betroffener verlor auf diese Weise 65.000 Euro, nachdem er einen gefĂ€lschten Bericht ĂŒber eine Talkshow mit Bundeskanzler Friedrich Merz gelesen hatte.

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Der Chefredakteur von ARD-aktuell, Marcus Bornheim, bestÀtigte die missbrÀuchliche Verwendung des Logos und verwies auf die Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister zur BekÀmpfung dieser Inhalte. Der volkswirtschaftliche Schaden durch solche Plattformen wird deutschlandweit auf mehrere Milliarden Euro jÀhrlich geschÀtzt.

ZusĂ€tzlich verzeichnen Ermittler im Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie in den Regionen Waldshut und Lörrach eine Zunahme von Anrufstraftaten. Durch Telefon-Spoofing gaben sich TĂ€ter als Bankmitarbeiter aus und erbeuteten in mehreren FĂ€llen BetrĂ€ge im vier- bis fĂŒnfstelligen Bereich.

Im Landkreis Sömmerda gelang es TĂ€tern zudem, ĂŒber Facebook-Kontakte und anschließenden Fernzugriff auf Laptops unberechtigte Überweisungen in Höhe von 1.500 Euro zu veranlassen.

Polizei und Behörden raten dringend dazu, bei unangeforderten Nachrichten keine Links zu öffnen, Absenderadressen kritisch zu prĂŒfen und im Zweifelsfall offizielle Kontaktwege fĂŒr RĂŒckfragen zu nutzen. Oberstaatsanwalt Nino Goldbeck verwies in diesem Zusammenhang auf bereits ĂŒber 120 rechtskrĂ€ftige Verurteilungen allein in Bayern, wobei die HintermĂ€nner oft in internationalen Netzwerken agieren.

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