Fortgeschrittener Darmkrebs: EPA senkt Sterberisiko in Studie um rund 32 Prozent
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 19:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deKlinische Untersuchungen zur unterstützenden Behandlung von Krebserkrankungen liefern neue Erkenntnisse über den potenziellen Nutzen hochdosierter Fettsäuren. Im Mittelpunkt steht die randomisierte EMT2-Studie, an der 418 Patientinnen und Patienten im Vereinigten Königreich teilnahmen.
Untersucht wurde der Einfluss einer täglichen Gabe von 4 Gramm der gereinigten Omega-3-Fettsäure Eicosapentaensäure (EPA) in Form von Icosapent-Ethyl bei Betroffenen mit fortgeschrittenem Darmkrebs, die sich einem operativen Eingriff an Lebermetastasen unterziehen mussten.
Die Einnahme erfolgte sowohl vor als auch nach der Operation. Die Daten zeigen eine deutliche Verbesserung der langfristigen Überlebensraten, wenngleich das primäre Ziel der Untersuchung formal nicht erreicht wurde.
Signifikanter Unterschied beim Gesamtüberleben
Die Auswertung der Fünf-Jahres-Ergebnisse ergab eine Gesamtüberlebensrate von 62,0 Prozent in der Behandlungsgruppe, die täglich 4 Gramm EPA erhielt. In der Vergleichsgruppe, die mit einem Placebo behandelt wurde, lag dieser Wert bei 45,1 Prozent. Daraus errechnete sich eine Hazard Ratio von 0,68, was einer Reduktion des Sterberisikos um rund 32 Prozent entspricht.
Auch beim medianen Gesamtüberleben zeigte sich eine deutliche Differenz zwischen beiden Studienarmen. Während das mediane Gesamtüberleben in der Placebogruppe bei 59 Monaten lag, war dieser Wert in der Gruppe mit Icosapent-Ethyl zum Zeitpunkt der Auswertung noch nicht erreicht.
Wer sich mit der gezielten Zufuhr von Vitalstoffen zur Unterstützung der eigenen Gesundheit befasst, sollte auch die Bedeutung der persönlichen Blutwerte kennen. Dieser kostenlose PDF-Report erklärt verständlich, wie Sie wichtige Laborwerte richtig interpretieren und Mängel frühzeitig erkennen. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck jetzt sichern
Primärer Endpunkt progressionsfreies Überleben verfehlt
Trotz des beobachteten Vorteils beim Gesamtüberleben verfehlte die EMT2-Studie ihr primäres Ziel. Als Hauptendpunkt war das progressionsfreie Überleben definiert worden. Hierbei zeigte sich zwischen den beiden Behandlungsgruppen kaum ein Unterschied: Das mediane progressionsfreie Überleben belief sich unter der Gabe von EPA auf 13,5 Monate, verglichen mit 12,9 Monaten unter Placebo.
Hinsichtlich des Sicherheitsprofils verzeichneten die Forschenden positive Ergebnisse. Die tägliche Dosis von 4 Gramm EPA erwies sich als gut verträglich. Es traten keine erhöhten Nebenwirkungen im Vergleich zur Kontrollgruppe auf.
Präsentation auf Fachkongress und wissenschaftlicher Status
Die Ergebnisse der EMT2-Studie wurden am 25. Oktober 2026 von Prof. Mark Hull von der University of Leeds im Rahmen einer Late-Breaker-Sitzung auf dem ESMO-Kongress 2026 in Madrid vorgestellt.
Um die Wirkung von speziellen Nährstoffen auf den Körper vollumfänglich zu verstehen, ist ein Blick auf die individuelle Vitalstoff-Versorgung im Blut unerlässlich. Erfahren Sie in diesem 25-seitigen Leitfaden, welche zehn entscheidenden Werte wirklich wichtig für Ihre Vorsorge sind. Zum kostenlosen PDF-Ratgeber für Laborwerte
Fachleute weisen darauf hin, dass die Daten bislang im Rahmen der Kongresspräsentation dargelegt wurden und das Begutachtungsverfahren durch unabhängige Experten noch aussteht. Bis zum Abschluss dieses Peer-Review-Prozesses und der Veröffentlichung in einem wissenschaftlichen Fachjournal sind die Befunde der Untersuchung daher als vorläufig zu betrachten.
Dennoch liefern die Resultate der EMT2-Studie wichtige Ansatzpunkte für die weitere onkologische Forschung zum therapeutischen Einsatz von Icosapent-Ethyl bei metastasiertem Darmkrebs.
