Auszeichnung, Forschung

Hertie-Stiftung und FENS verleihen den Eric Kandel Young Neuroscientists Prize 2025 an Johannes Kohl

06.10.2025 - 10:36:32

Frankfurt/BrĂŒssel - Die Hertie-Stiftung und die Federation of European Neuroscience Societies (FENS) freuen sich, den Gewinner des Eric Kandel Young Neuroscientists Prize 2025 bekannt zu geben. Johannes Kohl erhĂ€lt den mit 100.000 Euro dotierten Preis fĂŒr seine wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Verhaltensneurowissenschaften. Der Eric Kandel Young Neuroscientists Prize wird alle zwei Jahre an einen oder mehrere herausragende junge Wissenschaftler in der Hirnforschung verliehen.

Seit 2019 ist Johannes Kohl Gruppenleiter am Francis Crick Institute in London. Sein Labor untersucht, wie interne physiologische ZustÀnde die Form und Funktion des Gehirns beeinflussen. Er und sein Team untersuchen anhand von MÀusen als Modellsystem, wie ZustÀnde wie Schwangerschaft, Hunger oder Stress neuronale Schaltkreise modulieren, um das Verhalten adaptiv zu verÀndern. Ein Schwerpunkt liegt auf dem elterlichen Verhalten, wobei verschiedene Methoden wie In-vivo-Bildgebung, Verhaltensanalyse, virales Tracing und molekulare AnsÀtze kombiniert werden, um die Funktion der Schaltkreise zu untersuchen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt von Kohls Labor ist die Frage, wie sich das Verhaltensrepertoire - und die neuronalen Schaltkreise, die es steuern - im Laufe des Lebens verÀndern.

Von 2015 bis 2018 war er Sir Henry Wellcome Postdoctoral Fellow an der Harvard University und am Sainsbury Wellcome Centre for Neural Circuits and Behaviour (University College London). Er promovierte in Neurobiologie an der University of Cambridge (Gregory Jefferis Lab) und erwarb ein Diplom in Neurowissenschaften an der Otto-von-Guericke-UniversitÀt Magdeburg. Unter anderem erhielt er den Wellcome Trust Discovery Award, einen ERC Starting Grant und den Eppendorf & Science Prize for Neurobiology.

"Johannes Kohl hat herausragende BeitrĂ€ge auf dem Gebiet der Verhaltensforschung geleistet, insbesondere war er ein Pionier auf dem Gebiet der neuronalen Schaltkreise fĂŒr die elterliche FĂŒrsorge und deren Modulation durch den Hormonstatus", erklĂ€rt Dr. Astrid Proksch, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der GemeinnĂŒtzigen Hertie-Stiftung. "Mit dem Eric Kandel Young Neuroscientists Prize möchten wir die herausragende Arbeit von Dr. Kohl unterstĂŒtzen und seine wissenschaftliche Karriere fördern."

Johannes Kohl ĂŒber seine Auszeichnung: "Ich bin zutiefst dankbar und fĂŒhle mich geehrt, diesen Preis zu erhalten, der die BemĂŒhungen meines Teams wĂŒrdigt, aufzudecken, wie körperliche ZustĂ€nde die Form und Funktion des Gehirns beeinflussen. Ich möchte der Hertie-Stiftung, der FENS und meinen Kollegen fĂŒr ihre unschĂ€tzbare UnterstĂŒtzung danken."

Der Eric-Kandel-Preis fĂŒr junge Neurowissenschaftler - benannt nach dem amerikanischen Neurowissenschaftler und NobelpreistrĂ€ger Eric Kandel - wird am 9. Juli 2026 auf dem FENS-Forum in Barcelona offiziell verliehen, wo der PreistrĂ€ger die Eric Kandel Prize Lecture halten wird. Es ist das neunte Mal, dass die Hertie-Stiftung und die FENS den mit 100.000 Euro dotierten Preis verleihen, von denen 50.000 Euro als Forschungsförderung vorgesehen sind. Die Jury besteht aus acht weltweit fĂŒhrenden Hirnforschern, darunter drei NobelpreistrĂ€ger fĂŒr Medizin.

Prof. Ole Kiehn, PrĂ€sident der FENS: "Im Namen der FENS gratuliere ich Johannes Kohl herzlich zum Erhalt des renommierten Eric Kandel Preises fĂŒr junge Neurowissenschaftler fĂŒr seine außergewöhnlichen BeitrĂ€ge zur Verhaltensneurologie. Die FENS ist stolz darauf, herausragende Forschung in Europa anzuerkennen und die nĂ€chste Generation von Neurowissenschaftlern bei ihrer weiteren Karriere zu unterstĂŒtzen."

Seit 2010 wird der Eric Kandel Young Neuroscientists Prize alle zwei Jahre von der Hertie-Stiftung in Zusammenarbeit mit der FENS verliehen und steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin fĂŒr Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee BĂ€r.

Weitere Informationen: www.ghst.de/kandel

Hertie-Stiftung

Die Arbeit der Hertie-Stiftung konzentriert sich auf zwei Leitmotive: Hirnforschung und StĂ€rkung der Demokratie. Die Programme und Initiativen der Stiftung liefern Best-Practice-Beispiele und Inspirationen in diesen Bereichen. Die gemeinnĂŒtzige Hertie-Stiftung wurde 1974 von den Erben des Kaufhausbesitzers Georg Karg gegrĂŒndet und ist heute eine der grĂ¶ĂŸten, ideologisch unabhĂ€ngigen und unternehmerisch ungebundenen Stiftungen in Deutschland. Der Name "Hertie" geht auf Hermann Tietz zurĂŒck, MitbegrĂŒnder der gleichnamigen Kaufhausgruppe Ende des 19. Jahrhunderts.

www.ghst.de

FENS

Die Federation of European Neuroscience Societies (FENS) ist die fĂŒhrende Organisation fĂŒr Neurowissenschaften in Europa. Sie wurde 1998 auf dem ersten Forum of European Neuroscience gegrĂŒndet. Heute vertritt sie 43 europĂ€ische nationale und monodisziplinĂ€re Mitgliedsgesellschaften mit 22.000 Mitgliedern aus 33 europĂ€ischen LĂ€ndern.

www.fens.org

Pressekontakt:

Hertie-Stiftung, Kommunikation
Carmen Jacobi, Tel. +49 (0)69 66 07 56 155
jacobic@ghst.de

FENS, Kommunikation
Matteo Piumatti, PhD
matteo.piumatti@fens.org

Original-Content von: GemeinnĂŒtzige Hertie-Stiftung ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5d8fec

@ presseportal.de