Frauenherz: 50% der Erkrankungen sind vermeidbar
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 01:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anlässlich des Weltherztags am 29. September thematisieren verschiedene medizinische Initiativen und Kampagnen verstärkt die Präventionspotenziale sowie bestehende Versorgungslücken bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Frauen. Aktuelle Daten und Kooperationen verdeutlichen dabei sowohl den medizinischen Forschungsbedarf als auch die Bedeutung gezielter Aufklärungsarbeit.
Risikofaktoren und Präventionskampagnen im Fachbereich
Nach Erkenntnissen des Global Cardiovascular Risk Consortium, die in einer Studie im New England Journal of Medicine im Jahr 2023 veröffentlicht wurden, sind über 50 % der Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen mit fünf beeinflussbaren Risikofaktoren verbunden. Vor diesem Hintergrund nutzt die Organisation Healthcare Frauen e.V. die Kampagne #GoRed, um am 29. September auf diese Zusammenhänge aufmerksam zu machen.
Ein zentraler Bestandteil dieser Bemühungen war ein Panel am 17. September auf der Fachmesse expopharm in München. Die Initiative verzeichnete mit dem #GoRed Day 2026 eine Reichweite von rund 40 Mio. Kontakten. Als nächster Aktionstag in diesem Kontext wurde der 05.02.2027 angekündigt.
Kooperationen zur Förderung der Frauengesundheit in den Niederlanden
In den Niederlanden haben das Unternehmen DOUGLAS und die Hartstichting eine mehrjährige Zusammenarbeit vereinbart, die auf mindestens zwei Jahre angelegt ist. Ziel dieser Kooperation ist es, die Aufmerksamkeit für das Frauenherz zu erhöhen und die entsprechende Forschung zu unterstützen. Hintergrund dieser Maßnahme ist die statistische Erhebung, wonach in den Niederlanden täglich 52 Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben.
Die Partnerschaft nutzt die breite Kundenbasis des Unternehmens, da über 85 % der registrierten Beauty-Card-Mitglieder sowie 94 % der Belegschaft von DOUGLAS in den Niederlanden Frauen sind. Kunden wird die Möglichkeit geboten, nach dem Einkauf Beträge von 1 €, 2,50 € oder 5 € zu spenden.
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Zudem ist vorgesehen, dass DOUGLAS am sogenannten Dress Red Day am 29. September 50 % des Umsatzes mit Make-up der DOUGLAS Collection an die Hartstichting abführt.
Innovative Diagnostik durch KI-gestützte Bluttests
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Diagnosemöglichkeiten. Das UMC Utrecht entwickelt im Rahmen des REVEAL-CMD-Projekts einen KI-gestützten Bluttest zur Erkennung der koronaren mikrovaskulären Dysfunktion (CMD) bei Frauen. Bisher ist für die Diagnose dieser Erkrankung eine invasive Koronarfunktionsprüfung erforderlich.
Das Projekt, das vom internationalen Wellcome-Leap-VISIBLE-Programm gefördert wird, zielt darauf ab, Millionen biologischer Moleküle zu messen und mittels künstlicher Intelligenz die aussagekräftigsten Biomarker-Kombinationen zu identifizieren.
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Neben der Vermeidung invasiver Eingriffe soll das Verfahren künftig auch eine Unterscheidung verschiedener CMD-Subtypen ermöglichen, um individuellere Behandlungsstrategien zu unterstützen. Das Forschungsvorhaben ist Teil eines globalen Netzwerks aus zwölf Teams.
Regionale Initiativen gegen den plötzlichen Herztod
Parallel zu den geschlechtsspezifischen Schwerpunkten werden auch regionale Maßnahmen zur allgemeinen Notfallversorgung intensiviert. Das Klinikum Ludwigshafen, die Universitätsmedizin Mannheim und die Stiftung Institut für Herzinfarktforschung (IHF) haben die Initiative „LU-MA gegen den plötzlichen Herztod“ gestartet. Das Projekt wird von der Deutschen Herzstiftung wissenschaftlich begleitet und gefördert.
Ein wesentliches Element ist die Gewinnung weiterer Ersthelfer für die KATRETTER-App, die in Ludwigshafen bereits seit 2023 im Einsatz ist. Zum Start deckte das System ein Gebiet mit mehr als 620.000 Einwohnern ab, wobei sich rund 300 qualifizierte Freiwillige registriert hatten.
Laut dem Stiftungsvorstand des IHF erleiden in Deutschland jährlich rund 70.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Die Kampagne sieht eine dreimonatige Interventionsphase vor, gefolgt von einer weiteren dreimonatigen Phase zur Datenerhebung über außerklinische Vorfälle.
