FreeStyle Libre 3 Plus: Sensor hält bis zu 15 Tage und ist ab zwei Jahren zugelassen
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 21:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Medizintechnikunternehmen Insulet hat sein automatisches Insulin-Dosierungssystem (AID) Omnipod 5 für die Nutzung mit dem Sensor FreeStyle Libre 3 Plus freigegeben. Laut einem Bericht vom 5. November 2026 handelt es sich dabei um das erste schlauchlose AID-System am Markt, das mit den Systemen beider führenden Sensorhersteller – Dexcom und FreeStyle Libre – kompatibel ist.
Die Neuerung vergrößert die Wahlfreiheit für Menschen mit Diabetes bei der Kombination von Sensor und automatisierter Insulinabgabe. Der Sensor FreeStyle Libre 3 Plus bietet eine Tragedauer von bis zu 15 Tagen und verfügt über eine Freigabe für Kinder ab zwei Jahren.
Die Einrichtung, Deaktivierung sowie die fortlaufende Glukoseüberwachung lassen sich dabei vollständig über die Omnipod-5-App steuern. Glukosedaten können über die LibreLinkUp-App mit bis zu 20 Betreuungspersonen geteilt werden.
Bei der Hardware bleibt der Pod selbst nach Schutzklasse IP28 bis zu einer Tiefe von 7,60 Metern für maximal 60 Minuten wasserdicht, während das zugehörige Steuergerät keinen Wasserschutz aufweist.
Klinische Daten zur Glukosekontrolle
Die Wirksamkeit des Systems wurde in der Vergangenheit unter anderem in einer im Fachjournal Diabetes Care (2021;44:1630-1640) veröffentlichten Untersuchung von Brown et al. dargelegt.
An der Erhebung nahmen 240 Personen mit Typ-1-Diabetes im Alter von 6 bis 70 Jahren teil. Dabei zeigte sich ein Anstieg der Zeit im Zielbereich: Bei Erwachsenen und Jugendlichen verbesserte sich der Wert von 64,7 Prozent unter der vorherigen Standardtherapie auf 73,9 Prozent nach einer dreimonatigen Nutzung des Omnipod 5. Bei Kindern kletterte die Zeit im Zielbereich von 52,5 Prozent auf 68,0 Prozent.
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Wachsende Rolle kontinuierlicher Glukosemessung
Die zunehmende Verzahnung von Pumpen- und Sensortechnologie fällt in eine Phase, in der die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) auch breitere Einsatzfelder erschließt.
Am 14. Oktober 2026 veröffentlichte das New England Journal of Medicine die von Dexcom finanzierte CONNECT-Studie, die den Nutzen von CGM bei 283 nicht-insulinpflichtigen Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes an 22 US-Primärversorgungszentren über einen Nachbeobachtungszeitraum von 26 Wochen untersuchte.
In dieser Untersuchung sank der HbA1c-Wert in der CGM-Gruppe von 8,8 Prozent auf 7,2 Prozent, während er unter üblicher Versorgung von 8,7 Prozent auf 8,0 Prozent zurückging. Die adjustierte Differenz von 0,9 Prozentpunkten erwies sich als statistisch signifikant.
Die Zeit im Glukose-Zielbereich von 70 bis 180 mg/dl lag bei den CGM-Anwendern um 21 Prozentpunkte höher als in der Kontrollgruppe, was einem täglichen Zeitgewinn von durchschnittlich rund fünf Stunden im Zielkorridor entsprach.
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Schwere Hypoglykämien traten im Rahmen der Studie nicht auf. Offen bleiben laut den Studiendaten jedoch Fragen zur Langzeitwirkung, zu kardiovaskulären und renalen Effekten sowie zur Kosteneffektivität.
Frühere Untersuchungen wie IMMEDIATE, die auf dem ATTD-Kongress in Berlin präsentiert worden war, sowie DIAMOND hatten bereits vergleichbare Vorteile kontinuierlicher Messungen belegt.
Vor diesem Hintergrund empfiehlt die American Diabetes Association CGM-Systeme inzwischen auch für Typ-2-Patienten ohne Insulinbehandlung – ein Segment, das allein in den USA rund 20 Millionen der insgesamt etwa 27 Millionen diagnostizierten Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes umfasst.
