FruchtgetrÀnke: Smoothies enthalten oft mehr Zucker als Limonaden
Veröffentlicht am: 12.06.2026 um 22:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BefĂŒrworter verweisen auf gesundheitliche Vorteile und internationale Erfolge. Kritiker monieren: Die geplante Abgabe trifft vor allem Limonaden, lĂ€sst aber Produkte wie Smoothies auĂen vor â obwohl diese oft Ă€hnliche Zuckermengen enthalten.
Das Zucker-Paradoxon bei FruchtgetrÀnken
Ein Glas Saft oder Smoothie kann mehr Zucker enthalten als herkömmliche Limonaden. Der Haken: WĂ€hrend die Industrie zugesetzten Zucker adressiert, bleibt natĂŒrlich vorkommender Fruchtzucker oft unberĂŒcksichtigt. Fachleute weisen darauf hin, dass verarbeiteten GetrĂ€nken die Ballaststoffe fehlen, die in ganzen FrĂŒchten den Zuckerstoffwechsel verlangsamen.
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Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt maximal 250 Gramm Obst pro Tag. Ein Ăberkonsum von Fruktose erhöht das Risiko fĂŒr Adipositas, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Fettleber und Gicht. In der Industrie kommt zudem hĂ€ufig Isoglukose zum Einsatz â ein Sirup aus Mais, der Ă€hnlich problematisch ist.
Gesundheitliche Folgen und wissenschaftliche Einordnung
Eine Studie vom Januar 2025 zeigte bereits den Zusammenhang zwischen Softdrink-Konsum und Millionen neuer Diabetes-Typ-2- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit. Die aktuelle Analyse betont zusÀtzlich die Belastung der Leber durch hohe Zuckermengen in GetrÀnken.
Untersuchungen von foodwatch aus dem Juni 2026 belegen das AusmaĂ: Ein Marktcheck von zehn bei Kindern beliebten GetrĂ€nken ergab durchschnittlich zehn ZuckerwĂŒrfel pro Portion. Spitzenreiter ist âGönrgy Apfelringeâ mit 22 ZuckerwĂŒrfeln pro Dose. Bereits im Juli 2024 hatten neun BundeslĂ€nder eine Zuckersteuer gefordert.
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Geplante Abgabemodelle und politische Positionen
Die aktuellen PlĂ€ne sehen eine gestaffelte Regelung vor: 26 Cent pro Liter fĂŒr GetrĂ€nke mit mehr als 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Steigt der Gehalt auf ĂŒber 8 Gramm, sollen 32 Cent fĂ€llig werden. Vorbild ist GroĂbritannien, wo eine vergleichbare Steuer den Zuckergehalt in ErfrischungsgetrĂ€nken um 35 Prozent senkte.
Im Bundestag herrscht Uneinigkeit. BundesernĂ€hrungsminister Alois Rainer (CSU) bekrĂ€ftigte Mitte Juni seine Ablehnung. Parallel berĂ€t Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) im Rahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes ĂŒber die Finanzierung des Gesundheitssystems. Der Suchtbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) fordert, gesundheitsschĂ€dlichen Konsum stĂ€rker einzubeziehen. Auch eine Abgabe auf SĂŒĂstoffe ist im GesprĂ€ch.
Argumente der Lebensmittelindustrie
Branchenvertreter wie Pfeifer & Langen warnen vor den Folgen: Zucker erfĂŒllt in Lebensmitteln vielfĂ€ltige Funktionen â von Textur bis Haltbarkeit. Ein einfacher Verzicht fĂŒhre nicht automatisch zu gesĂŒnderen Produkten, da oft mehrere Zusatzstoffe nötig seien.
Kritiker befĂŒrchten zudem, dass eine starre Zuckerabgabe die freiwillige Reformulierung gefĂ€hrdet â also die schrittweise Reduzierung von Zucker in Rezepturen. VerbraucherschĂŒtzer fordern eine schnelle Umsetzung ohne VerwĂ€sserung. Bleibt die Frage: Wie lĂ€sst sich eine effektive Lenkungswirkung erzielen, ohne andere ungesunde Konsummuster zu fördern? Aktuelle Beschwerden ĂŒber Werbeaktionen mit Panini-Stickern auf GetrĂ€nkeflaschen zeigen, dass das Marketing gezielt Kinder anspricht.
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