Frührente: Psychische Erkrankungen sind Grund Nummer eins
25.06.2026 - 00:30:19 | boerse-global.de
Das zeigt: Die Arbeitswelt muss sich grundlegend verändern.
Der 11. Präventionsforum in Berlin machte im Juni 2026 deutlich: Psychische Störungen waren 2024 für 16,7 Prozent aller Krankheitstage verantwortlich. Noch alarmierender: Sie sind mit 42 Prozent der häufigste Grund für Erwerbsminderungsrenten.
Eine GPA-Studie aus dem Frühjahr 2026 bestätigt den Trend. Rund 80 Prozent der Befragten schätzen ihren Gesundheitszustand als gut ein. Doch mehr als ein Drittel glaubt nicht, bis zur Rente durchzuhalten. Hauptbelastungen: Zeitdruck, psychische Belastungen und Hitze am Arbeitsplatz. Besonders kritisch: 32 Prozent der Betriebe haben noch keine Gegenmaßnahmen ergriffen.
Selbstständige verzichten aufs Gehalt
Für Solo-Selbstständige sieht es nicht besser aus. Eine Qonto-Umfrage von März bis April 2026 zeigt: 46 Prozent haben im letzten Jahr auf ihr Gehalt verzichtet oder es gekürzt, um den Betrieb zu retten.
Obwohl 34 Prozent der Kleinunternehmer wachsen wollen, fehlt das Kapital. 27 Prozent sehen Kredite sogar als Zeichen schlechter Unternehmensführung. Ab 2028 soll eine verpflichtende Kapitalrente nach schwedischem Vorbild kommen – stufenweise bis 2031.
Arbeiten nach der inneren Uhr
Zeitdruck und psychische Belastungen am Arbeitsplatz führen immer häufiger zu gesundheitlichen Problemen. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Sie dabei, Stresssymptome frühzeitig zu erkennen und durch gezielte Übungen für mehr innere Ruhe und Balance zu sorgen. 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit kostenlos herunterladen
Chronoworking heißt der neue Trend: Arbeitszeiten, die zum Biorhythmus passen. Die Klinik Wartenberg in Bayern bestimmt dafür den Chronotyp der Mitarbeiter und plant Schichten entsprechend.
Eine japanische Studie mit über 8.000 Büroangestellten untermauert den Ansatz. Spättypen leiden bei starren Zeiten häufiger unter Präsentismus – Arbeiten trotz Krankheit. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) warnt aber: Zu viel Flexibilität kann die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen lassen.
Workation wird zum Standard
Die Sehnsucht nach ortsunabhängigem Arbeiten wächst rasant. Laut Auslandsjob.de-Studie 2025/2026 wünschen sich 62,3 Prozent ein remote-basiertes oder hybrides Modell – im Vorjahr waren es nur 50 Prozent. Über 85 Prozent sagen: Arbeitgeber mit Auslandsoption sind attraktiver.
Die zunehmende Flexibilität durch mobiles Arbeiten stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen beim Datenschutz und der rechtssicheren Gestaltung. Sichern Sie sich dieses kostenlose E-Book mit editierbaren Vorlagen, um Home-Office und mobiles Arbeiten rechtskonform umzusetzen. Kostenlose Checklisten für sicheres mobiles Arbeiten sichern
Doch Workation im EU-Ausland ist kompliziert. Schon für Kurztrips braucht man die A1-Bescheinigung für Sozialversicherungsschutz. Dazu kommen steuerliche Fallstricke wie die 183-Tage-Regel und das Betriebsstättenrisiko.
Neue Bußgelder für Unternehmen
Luxemburg macht ernst: Ab 4. Juli 2026 drohen Bußgelder bis 25.000 Euro, wenn Unternehmen keine Nichterreichbarkeits-Regeln festlegen. Das Gesetz stammt vom Juni 2023. Nötig ist es offenbar: Umfragen von karriere.at zeigen, dass fast die Hälfte der Arbeitnehmer und über 60 Prozent der Führungskräfte im Urlaub E-Mails checken.
Ab 27. September 2026 kommen strengere Regeln für Arbeitgebersiegel. Das geänderte Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) erlaubt Nachhaltigkeits- und Sozial-Siegel nur noch mit unabhängiger Zertifizierung. Selbst gebastelte Gütesiegel sind tabu – bei Verstoß drohen Strafen bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes.
