Frühstartrenten-Gesetz, Euro

Frühstartrenten-Gesetz: Bis zu 1.440 Euro Zuschuss für Kinder geplant

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 09:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Gesetzentwurf sieht staatliche Einzahlungen in ein Aktiendepot vor; Verbraucherschützer betonen die Bedeutung niedriger Kosten.

Frühstartrente: Bund plant monatliche 10-Euro-Anlage für Kinder
Ein minimalistischer, sonnendurchfluteter Raum, der das Thema langfristige finanzielle Vorsorge und Zukunftsentwicklung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Entwurf für ein Frühstartrenten-Gesetz plant die Bundesregierung eine neue staatliche Förderung für die frühzeitige Altersvorsorge. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil brachte die Gesetzesinitiative in den Bundestag ein. Kern des Vorhabens ist eine monatliche Einzahlung des Bundes in Höhe von 10 Euro für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren, die in ein spezielles Altersvorsorgedepot fließen soll.

Staatliche Einzahlungen und Anlage in Aktien

Die geplante Maßnahme richtet sich an Kinder, die ab dem Jahr 2020 geboren wurden. Über den Förderzeitraum vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr summiert sich der staatliche Zuschuss auf insgesamt 1.440 Euro. Vorgesehen ist, dass das Kapital in Aktien oder Aktienfonds angelegt wird und grundsätzlich bis zum Erreichen des Rentenalters gebunden bleibt.

Ein Standard-Depot soll ab dem Jahr 2027 zur Verfügung stehen. Sollten Eltern für ihr Kind kein privates Depot bei einem Anbieter einrichten, fließen die staatlichen Beiträge nach den Plänen der Bundesregierung automatisch in ein kollektives Anlageprodukt bei der Deutschen Bundesbank.

Zudem erhalten Erziehungsberechtigte die Option, freiwillig zusätzliche Einzahlungen von bis zu 6.840 Euro jährlich auf das Konto vorzunehmen. Zwischen dem 18. und dem 35. Lebensjahr können die Begünstigten das Depot abrufen und das angesparte Guthaben in einen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen.

Ertragschancen und der Einfluss von Kosten

In Modellrechnungen geht die Bundesregierung davon aus, dass das Depot bei einer durchschnittlichen Rendite von sechs bis sieben Prozent bis zum 18. Lebensjahr einen Wert von rund 2.000 Euro erreicht.

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Die Bundesregierung plant, für ab 2020 geborene Kinder monatlich 10 Euro in ein Altersvorsorgedepot einzuzahlen — über den Förderzeitraum summiert sich das auf 1.440 Euro. Unser kostenloser Report ordnet ein, was Eltern jetzt wissen müssen: wie der geplante Zuschuss funktioniert, welche Kosten über die Jahrzehnte zählen und welche Schritte bei der Depotwahl entscheidend sind. Kostenlosen Vorsorge-Report anfordern

Wird für die darauffolgenden rund 50 Jahre bis zum Rentenalter weiterhin von einer Rendite von sieben Prozent ausgegangen, beläuft sich das Endkapital auf etwa 50.000 Euro. Berechnungen der Verbraucherzentrale verweisen darauf, dass dieser Betrag bei einer angenommenen Inflation von zwei Prozent einer heutigen Kaufkraft von rund 18.000 Euro entspricht.

Die jährlichen Depotkosten sollen gesetzlich auf höchstens ein Prozent begrenzt werden. Verbraucherschützer heben hervor, dass die Höhe der Verwaltungskosten über die gesamte Laufzeit hinweg eine erhebliche Rolle spielt. Über einen Zeitraum von 62 Jahren könne ein Unterschied im Kostensatz von 0,2 Prozent gegenüber einem Prozent zu einem Vermögensunterschied von 25.000 Euro führen.

Kritik und Empfehlungen von Verbraucherschützern

Aus Reihen der Verbraucherzentrale ergeht die Empfehlung an Eltern, die kommenden Produktangebote zunächst abzuwarten. Bei der Wahl eines Depots sei vor allem auf eine breite Diversifikation und geringe laufende Kosten zu achten.

Eine Expertin der Organisation mahnte zudem an, dass dem Gesetzesvorhaben eine begleitende, unabhängige Finanzbildung fehle, und sprach sich für die Einrichtung von Unterkonten beim geplanten Anlageprodukt der Bundesbank aus.

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Verbraucherschützer raten Eltern, die kommenden Produktangebote zunächst abzuwarten und vor allem auf breite Diversifikation und niedrige laufende Kosten zu achten. Unser kostenloser Report zeigt, wie Sie Depotkosten vergleichen, den geplanten Zuschuss von 1.440 Euro einordnen und typische Kostenfallen vermeiden — bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden. Kostenvergleichs-Checkliste jetzt sichern

Die Einführung des Frühstartrenten-Gesetzes steht im Zusammenhang mit weiteren Reformschritten in der Altersvorsorge. Zum 1. Januar 2027 soll das Altersvorsorgedepot planmäßig Neuabschlüsse bei Riester-Renten ablösen.

Der Bundestag hatte das Altersvorsorgereformgesetz am 27. März 2026 beschlossen, die Zustimmung des Bundesrats folgte am 8. Mai 2026. Eine Erhebung zeigte zuletzt, dass 70 Prozent der 25- bis 60-Jährigen befürchten, ihren gewohnten Lebensstandard im Alter nicht aufrechterhalten zu können.

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