FSD-Testflotte, Houston

FSD-Testflotte Houston: Ein Manager für 38 Fahrer – Klage gegen Tesla

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ehemaliger Tesla-Manager reicht Klage ein und wirft dem Konzern systematische Sicherheitsmängel bei autonomen Testfahrten vor.

Tesla-Klage: Ex-Manager wirft Sicherheitsversagen bei FSD-Tests vor
Ein modernes elektrisches Testfahrzeug fährt nachts durch eine Stadtstraße und symbolisiert autonome Fahrzeugsicherheit und -technologie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein ehemaliger Manager der Tesla-Flotte für autonomes Fahren in Houston hat Klage eingereicht. Der 32-jährige Javier Medrano wirft dem Konzern vor, ihn nach internen Sicherheitswarnungen gefeuert zu haben. Die Klage landete am 27. Juli 2026 vor einem Bundesgericht in Texas.

Systematische Überlastung als Sicherheitsrisiko

Medrano zufolge war er als einziger Manager für 38 FSD-Testfahrer in Houston verantwortlich. Die interne Vorschrift von Tesla sehe jedoch ein Verhältnis von einem Vorgesetzten auf maximal 15 Operateure vor. Die Folge: Der Kläger arbeitete 60 bis 80 Stunden pro Woche, inklusive Bereitschaftsdienste am Wochenende.

Die Klage zeichnet das Bild eines Testbetriebs, der von extremer Erschöpfung geprägt war. Medrano behauptet, dass die fehlende Aufsicht die FSD-Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen zu „rollenden Gefahren" gemacht habe. Die personelle Unterbesetzung habe es unmöglich gemacht, grundlegende Sicherheitsprotokolle einzuhalten.

Der Unfall im März 2025

Ein konkreter Vorfall verdeutlicht die Vorwürfe: Am 30. März 2025 gegen 2:05 Uhr morgens kam es zu einem Unfall mit einem FSD-Testfahrzeug. Medrano war zu Hause, aber im Bereitschaftsdienst. Er nahm den Anruf des Fahrers entgegen.

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Doch aufgrund von Schlafmangel und Erschöpfung habe er gefährliche Anweisungen gegeben – oder sich gar nicht mehr an das Gespräch erinnern können. Der Vorfall zeigt nach Ansicht der Klage, wohin das systematische Sicherheitsversagen bei Teslas Managementstruktur in Houston führe.

Kündigung und personelle Konsequenzen

Am 1. Mai 2025 wurde Medrano entlassen. Seiner Darstellung nach geschah dies als Vergeltung für seine internen Berichte über Sicherheitsmängel und Personalknappheit. Die Ironie: Nach seinem Abgang stellte Tesla zwei zusätzliche Führungskräfte aus Dallas ein und beförderte einen Untergebenen – um genau die Aufgaben zu übernehmen, die Medrano zuvor allein gestemmt hatte.

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Der Kläger arbeitet inzwischen für einen konkurrierenden Elektroauto-Hersteller. Er fordert Wiedereinstellung, Nachzahlung und Schadenersatz.

Ausblick auf das Verfahren

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die operative Realität hinter Teslas autonomen Ambitionen. Während der Konzern seine Technologie in immer mehr Städten testet, steht nun die Frage im Raum, ob interne Sicherheitsvorgaben systematisch umgangen wurden. Tesla hat sich zu den konkreten Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert.

Eine Vorkonferenz ist für den 19. November 2026 angesetzt. Das Gericht wird dann prüfen, ob Teslas Drang zur Beschleunigung der FSD-Tests zulasten der Sicherheitsaufsicht ging.

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