FSD, Tesla

FSD v15: Tesla verzehnfacht Parameter für bessere Kollisionserkennung

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tesla plant für FSD v15 schnellere Reaktionen und neue Sicherheitsfunktionen, während Behörden die Zulassung und Überwachung des Systems prüfen.

Tesla kündigt FSD v15 mit zehnfach komplexerem KI-Modell an
Ein minimalistischer, hochmoderner Serverraum mit schlichten architektonischen Linien und indirektem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Der Tesla-Leiter für künstliche Intelligenz, Ashok Elluswamy, hat am 11. September 2026 umfassende Aktualisierungen für die Softwareversion „Full Self-Driving“ (FSD) v15 angekündigt.

Die kommende Version soll eine deutlich frühere Erkennung von Gefahrensituationen, beschleunigte Reaktionszeiten sowie eine optimierte Vermeidung von Kollisionen ermöglichen. Damit setzt der Automobilhersteller auf eine tiefgreifende Überarbeitung der Architektur seines Fahrerassistenzsystems.

Massive Erhöhung der Modellkomplexität für Hardware 4

Ein zentraler Aspekt der neuen Version v15 ist laut Angaben von Elon Musk die Verzehnfachung der Modellparameter. Während die Vorgängerversion v14 noch auf etwa 1 Milliarde Parametern basierte, wird v15 nun mit rund 10 Milliarden Parametern arbeiten. Diese Leistungssteigerung ist jedoch exklusiv für Fahrzeuge mit der neueren „Hardware 4“ (HW4/AI4) vorgesehen.

Fahrzeuge, die noch mit der älteren „Hardware 3“ (HW3) ausgestattet sind, werden voraussichtlich maximal eine reduzierte Version, die FSD v14 Lite, erhalten. Eine v15 Lite für HW3 ist nach aktuellem Stand nicht geplant.

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Hintergrund für diese Limitierung sind technische Einschränkungen bei der Bandbreite und dem verfügbaren Speicher der älteren Hardware-Generation, die den Betrieb von Systemen für autonomes Fahren ohne ständige Überwachung (unsupervised) auf dieser Plattform erschweren.

Verbesserte Reaktionszeiten und neue Sicherheitsfunktionen

Die technischen Spezifikationen der v14-Reihe zeigen bereits eine deutliche überlegenheit gegenüber menschlichen Reaktionszeiten. Während ein Mensch im Durchschnitt etwa 1,25 Sekunden benötigt, um auf eine Gefahr zu reagieren, liegen die Werte bei der FSD-Software zwischen 0,13 und 0,20 Sekunden.

Die aktuelle Version 14.3 ist bereits 20 % schneller als ihre Vorgänger. Durch den Einsatz des neuen AI-Compilers MLIR 2 soll die Reaktionsgeschwindigkeit in v15 nochmals um 20 % gesteigert werden.

Zudem führt Tesla die Funktion „Automatic Collision Evasion“ (ACE) ein. Dieses System ist darauf ausgelegt, auch während des manuellen Fahrens einzugreifen, wenn ein Frontalaufprall droht oder Unaufmerksamkeit beim Fahrer registriert wird.

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Eine weitere technische Neuerung ist die Rekonstruktion mittels „Photon-Count-Streams“ anstelle herkömmlicher RGB-Bilder. Diese Technologie ermöglicht es dem System, Objekte selbst bei starker Blendung durch Sonnenlicht frühzeitiger zu identifizieren, als dies für das menschliche Auge möglich wäre.

Validierung durch Telemetriedaten und regulatorische Prüfung

Tesla verweist auf aktuelle Telemetriedaten, um die Sicherheit des Systems (FSD Supervised) zu unterstreichen. Demnach legen Fahrzeuge mit aktiviertem System zwischen 5,1 und 5,7 Millionen Meilen zurück, bevor ein Unfall mit Airbag-Auslösung verzeichnet wird. Zum Vergleich liegt der US-Durchschnitt bei etwa 699.000 Meilen. Wird manuell mit Assistenzsystemen gefahren, liegt der Wert bei rund 2,1 Millionen Meilen.

Trotz dieser Daten steht das System unter intensiver Beobachtung. In Deutschland prüft das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) derzeit die Zulassungsfähigkeit von Tesla FSD im Rahmen der geltenden EU-Verordnungen. Dabei wird untersucht, ob eine Typgenehmigung oder eine nationale Ausnahme möglich ist.

In den USA fordern politische Vertreter eine Untersuchung durch die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA, nachdem Berichte über mangelnde Fahrerüberwachung und Videos von schlafenden Fahrern während der Nutzung des Systems bekannt wurden.

Während die FSD v15 bereits für das kommende Robotaxi getestet wird, ist ein Rollout für Endkunden für den Zeitraum Ende 2026 bis Anfang 2027 avisiert. In Märkten wie Südkorea, wo die Lite-Version bereits im Juli eingeführt wurde, beschäftigen unterdessen juristische Auseinandersetzungen über die Wirksamkeit von Vertragskündigungen und zwangsweise installierte Updates die Gerichte.

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