Führungszeugnis, PDF

Führungszeugnis als PDF: BfJ ermöglicht digitale Anträge über BundID

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bundesamt für Justiz stellt einfache, erweiterte und europäische Führungszeugnisse digital bereit; Branchenverbände kritisieren Hürden bei der BundID.
Ein minimalistisch gestalteter Flur in einem modernen deutschen Verwaltungsgebäude mit hellem Licht und klarer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Seit dem 1. Oktober 2026 können Privatpersonen in Deutschland Führungszeugnisse über das Online-Portal des Bundesamts für Justiz (BfJ) auch in digitaler Form als PDF-Dokument erhalten. Das Verfahren deckt das einfache, das erweiterte sowie das Europäische Führungszeugnis ab. Die Neuerung ist Teil der bundesweiten Bestrebungen, behördliche Nachweise und Verwaltungsleistungen elektronisch bereitzustellen.

Voraussetzungen und digitale Sicherheitsmerkmale

Für die digitale Beantragung über das Portal des BfJ müssen Bürgerinnen und Bürger mehrere technische und organisatorische Voraussetzungen erfüllen. Erforderlich sind ein Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion (eID) samt PIN, ein NFC-fähiges Smartphone, eine Kreditkarte für den Bezahlvorgang sowie ein BundID-Konto.

Ein digitaler Antrag ist ab einem Alter von 14 Jahren möglich. Ausgenommen von der Neuregelung bleibt das behördliche Führungszeugnis, das weiterhin nicht auf digitalem Weg beantragt werden kann.

Die Gebühr für das elektronische Dokument liegt wie beim analogen Verfahren bei 13 Euro. Für bestimmte Zwecke, etwa die Ausübung eines Ehrenamts oder den Dienst im Rahmen eines Freiwilligendienstes, entfällt diese Gebühr weiterhin.

Um Fälschungssicherheit und Echtheit zu gewährleisten, wird das digitale PDF durch ein qualifiziertes elektronisches Siegel (QES) sowie ein visuelles Digitalsiegel (VDS) in Form eines QR-Codes geschützt. Nach Angaben des BfJ erfolgt die Bereitstellung innerhalb weniger Stunden direkt in das Bürgerpostfach des Antragstellers. Ein Versand per einfacher E-Mail ist aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen.

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Integration in Verwaltungsportale und kommunale Ergänzungen

Die Beantragung der Nachweise wurde von der Bundesregierung in das zentrale BundID-Verwaltungsportal integriert. Ziel der Bundesverwaltung ist es, Bürgern verifizierte Dokumente unkompliziert bereitzustellen und den Ausbau digitaler Dienste voranzutreiben. Berichten zufolge führt der durchgängig digitale Ablauf auf Behördenseite zu spürbar kürzeren Bearbeitungszeiten.

Auf kommunaler Ebene entstehen parallel ergänzende Ansätze zur digitalen Bürgerbetreuung. So startete die Stadt Wiesbaden ein Pilotprojekt, das eine persönliche Videoberatung des Bürgerbüros für drei ausgewählte Dienstleistungen vorsieht.

Neben der Meldebescheinigung und der Abmeldung ins Ausland gehört dazu auch die Beantragung des Führungszeugnisses. Termine hierfür sind seit dem 23. Oktober 2026 über das städtische Online-Terminsystem buchbar; Voraussetzung für die Nutzung sind ein internetfähiges Endgerät mit Kamera und Mikrofon sowie eine stabile Internetverbindung.

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Kritik der Technologiebranche an Nutzungshürden

Trotz der Einführung des digitalen Zeugnisses gibt es Vorbehalte hinsichtlich der praktischen Umsetzung. Digitalverbände der deutschen Technologiebranche merkten an, dass das zugrundeliegende BundID-Identifikationssystem für eine flächendeckende Nutzung durch Bürger und Unternehmen weiterhin zu umständlich gestaltet sei.

Die hohen Hürden bei den Identifikationsanforderungen verstärken nach Einschätzung der Verbände bestehende Bedenken über das schleppende Tempo bei der Modernisierung und Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland.

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