Fußball-Stress, Herzinfarkt-Risiko

Fußball-Stress: Herzinfarkt-Risiko steigt um 266% bei Spielen

13.06.2026 - 04:33:01 | boerse-global.de

Eine Studie zeigt: Bereits 14 Stunden vor dem Spiel steigt der Stresspegel von Fans drastisch. Mediziner warnen vor erhöhtem Herzinfarkt-Risiko.

Fußballfans: Studie belegt massiven Blutdruck-Anstieg bei Spielen
Fußball-Stress - Eine Hand greift sich an die Brust, im unscharfen Hintergrund ein Fußballstadion, das Herz-Kreislauf-Belastung symbolisiert. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Studie zeigt: Das Stresslevel steigt dramatisch.

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Stress bereits 14 Stunden vor Anpfiff

Forscher der Universität Bielefeld und von Helmholtz Munich haben 229 Fans während des DFB-Pokalfinals 2025 untersucht. Die Ergebnisse sind alarmierend: Der Stresspegel steigt bereits 14 Stunden vor dem Spiel um durchschnittlich 41 Prozent an. Veröffentlicht wurden die Daten in der Fachzeitschrift Scientific Reports.

Die Herzfrequenz variiert stark je nach Ort des Zuschauens. Im Stadion schlagen die Herzen im Schnitt mit 94 Schlägen pro Minute, vor dem Fernseher mit 79 und beim Public Viewing mit 74. Nach Torerfolgen steigt der Puls im Stadion um bis zu 36 Prozent. Verantwortlich sind Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol, die Blutdruck und Puls in die Höhe treiben.

Herzinfarkt-Risiko steigt drastisch

Mediziner warnen vor ernsten Folgen. Dr. Hans-Heinrich Minden, Chefarzt an den Oberhavel Kliniken, betont: Das Risiko für Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen steige während spannender Spiele deutlich. Besonders gefährdet sind Männer, ältere Menschen und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Historische Daten untermauern diese Warnung. Während der WM 2006 stieg die Zahl kardialer Notfälle an Spieltagen der deutschen Nationalmannschaft um das 2,66-Fache. Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) erhöhte sich das Risiko sogar um das 4,03-Fache. Analysen zur WM 2014 deuten zudem auf eine erhöhte Sterblichkeit bei Herzinfarkt-Patienten während des Finales hin.

Zeitverschiebung als zusätzliches Risiko

Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko bringt eine besondere Herausforderung: Späte Anstoßzeiten stören den Schlafrhythmus. Die Apothekerkammer Nordrhein warnt, dass dies die regelmäßige Einnahme von Medikamenten beeinträchtigen kann. Besonders bei Diabetes oder Bluthochdruck sei eine konsequente Therapietreue essenziell.

Hinzu kommen Risikofaktoren wie Alkohol, Nikotin und salzhaltige Snacks. Alkohol kann die Herzfrequenz um fünf Prozent steigern und Wechselwirkungen mit Medikamenten auslösen. Experten raten, auch bei späten Spielen auf ausreichend Schlaf zu achten.

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Wearables sollen helfen

Die Universität Bielefeld hat eine neue Studie gestartet. Sie sammelt Smartwatch-Daten von Fans verschiedener Nationalteams, um Herzfrequenz, Stresslevel, Bewegung und Schlafqualität zu analysieren. Das Projekt unter der Leitung von Prof. Christiane Fuchs und Christian Deutzer nutzt Geräte von 13 Herstellern.

Kardiologen wie Prof. Dr. Julia Lortz betonen den Unterschied zwischen Zuschauern und Profisportlern. Während Cristiano Ronaldo einen Ruhepuls von rund 49 Schlägen pro Minute hat, liegt der Durchschnittsbürger oft über 70. Ein gezieltes Ausdauertraining von zwölf Wochen könne den Ruhepuls um acht Schläge pro Minute senken.

Einfache Maßnahmen für gesundes Mitfiebern

Fachleute empfehlen während der Spiele: bewusste Bauchatmung und Bewegung in den Halbzeitpausen. Diese Techniken helfen, die emotionale Distanz zu wahren und die körperliche Anspannung zu regulieren. Wer seinen Blutdruck kennt und medizinisch optimal einstellen lässt, kann das Risiko zusätzlich senken.

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