Ghn-Technologie, GBs

G.hn-Technologie: Bis zu 1,7 GB/ s über vorhandene Kabel in Pflegeheimen

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Televes nutzt vorhandene TV-Leitungen für schnelle Pflegeheim-Netze; beim Digitalbedarf stehen Nutzen und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund.
Ein Koaxialkabel verläuft entlang einer weißen Wand in einer Pflegeeinrichtung bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die digitale Modernisierung von Pflegeeinrichtungen scheitert in der Praxis oft an aufwendigen Umbauarbeiten und hohen Investitionen in neue Leitungen. Eine technische Lösung soll nun eine schnelle Netzanbindung ohne bauliche Eingriffe ermöglichen: Mit dem System Televes CoaxData lässt sich eine leistungsfähige Breitbandversorgung in Pflegeheimen über bereits verlegte TV-Koaxialkabel realisieren.

Wie aus einem Bericht von allgemeinetageszeitung.de vom 21.10.2026 hervorgeht, kommt dabei die G.hn-Technologie zum Einsatz, wodurch die Installation direkt im laufenden Betrieb und ohne das Verlegen neuer Kabel erfolgen kann.

Technische Leistungsfähigkeit auf Glasfaserniveau

Die Übertragung über die bestehende Koaxialinfrastruktur erzielt beachtliche Leistungswerte. Das System erreicht Übertragungsraten von bis zu 1,7 GB/s und kann bis zu 64 Endpunkte bedienen. Die Reichweite der Lösung erstreckt sich auf Kabellängen von bis zu 1,8 km im Frequenzbereich von 0–200 MHz.

Ein wesentlicher Aspekt für Pflegeeinrichtungen ist die parallele Weiternutzung bestehender Angebote: Der parallele TV-Empfang über Satellit, DVB-T2 und Kabel bleibt bei der Nutzung von Televes CoaxData ungestört. Dem Bericht zufolge sei die Leistungsfähigkeit der Lösung mit der von Glasfaser-GPON vergleichbar.

Wachsender Bedarf an digitaler Infrastruktur in der Pflege

Die Bereitstellung stabiler Netzwerkverbindungen trifft auf einen zunehmenden Digitalisierungsdruck in den Einrichtungen. Erhebungen des Kompetenzzentrums Digitalisierung und Pflege, über die haeusliche-pflege.net am 20.10.2026 berichtete, verdeutlichen die Anforderungen der Branche.

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Beim Informationsbedarf stehen vor allem Nutzen und Wirksamkeit mit 81,5 Prozent sowie Kosten und Wirtschaftlichkeit mit 66,5 Prozent an der Spitze der Prioritäten. Fragen zu Datenschutz und rechtlichen Rahmenbedingungen folgen mit 13,5 Prozent. Der Kostenaspekt spielt dabei im ambulanten Sektor mit 73,8 Prozent eine noch größere Rolle als im stationären Bereich mit 65,1 Prozent.

Gleichzeitig besteht in den Einrichtungen bereits ein hohes Bewusstsein für konkrete digitale Werkzeuge. Die Bekanntheit für digitale Wundversorgung liegt laut dem Kompetenzzentrum bei 99,2 Prozent, für digitale Pflegedokumentation bei 96,9 Prozent und für digitale Dienst- und Tourenplanung bei 94,2 Prozent.

Klare Priorisierung im Pflegealltag

Bei der tatsächlichen Umsetzung setzen die Verantwortlichen klare Schwerpunkte. In den Top-3-Priorisierungen führt das Pflege-Monitoring mit 78,9 Prozent, dicht gefolgt von der Dienst- und Tourenplanung mit 74,8 Prozent.

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Deutlich zurückhaltender zeigt sich die Praxis hingegen bei komplexen Automatisierungslösungen: Zwar sind robotische Service- und Logistiksysteme bei 88,1 Prozent bekannt, sie weisen jedoch mit einem Mittelwert von 2,52 die niedrigste Relevanz auf und erreichen lediglich bei 2,8 Prozent eine Platzierung unter den Top-3-Prioritäten.

Technologien, die wie das System von Televes auf vorhandene Netzstrukturen aufsetzen, zielen genau auf diesen pragmatischen Bedarf: Sie ermöglichen die nötige Dateninfrastruktur für Monitoring und Dokumentation, ohne den laufenden Pflegebetrieb durch Baustellen zu belasten.

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