Gaming Copilot: Microsoft rÀumt FPS-Verlust von bis zu 19 Bildern ein
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat eingerÀumt, dass die auf dem Sprachmodell Phi Silica basierende KI-Funktion in Windows 11 auf PCs ohne dedizierte Neural Processing Unit (NPU) um Grafikressourcen konkurrieren und dadurch die Bildrate in Spielen senken kann. Ein Benchmark, der den genauen Umfang dieses Leistungsverlusts messen könnte, existiert bislang nicht.
Widerspruch zu viralen Behauptungen
Das EingestĂ€ndnis fĂ€llt in eine Zeit, in der sich online ein viraler Screenshot verbreitet hatte, der den Bereich âText and image generationâ in den Windows-11-Einstellungen zeigt â mit dem Hinweis auf null erfasste KI-Anfragen. Daraus leiteten Nutzer die Behauptung ab, Windows 11 fĂŒhre heimlich KI-Prozesse im Hintergrund aus, die Systemressourcen verbrauchen.
Ein Test von Windows Latest auf einem PC ohne NPU widerlegte diese Annahme jedoch: Weder zeigte sich eine VerĂ€nderung des Arbeitsspeicherverbrauchs, noch lieĂen sich aktive KI-Anfragen nachweisen. Auch das Deaktivieren der entsprechenden Berechtigungen brachte demnach keine messbare Leistungssteigerung.
Die Funktion âText and image generationâ lĂ€uft gerĂ€teintern auf der NPU von Copilot+-PCs, die mindestens 40 TOPS Rechenleistung bereitstellen mĂŒssen. Sie ist unter anderem in Notepad, Outlook, Photos und dem Snipping Tool im Einsatz. Nutzer, die die Funktion nicht verwenden möchten, können sie unter Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Text- und Bildgenerierung deaktivieren.
Gaming Copilot zeigt messbaren FPS-Abfall
Anders stellt sich die Lage bei Gaming Copilot dar: Hier ergab ein Test einen RĂŒckgang der Bildrate von 84â89 auf 70â85 Bilder pro Sekunde bei aktivierter Funktion. Microsoft bestĂ€tigte in diesem Zusammenhang, dass die dabei erzeugten Screenshots weder dauerhaft gespeichert noch fĂŒr das Training von KI-Modellen verwendet werden.
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Speichermanagement im Fokus
Parallel arbeitet Microsoft an einem als âIntelligentCarveoutâ bezeichneten System fĂŒr vereinheitlichten Speicher. In der Windows-11-Build 29648.1000 im Experimental Channel taucht bereits eine Einstellung namens âMemory for graphics and AI accelerationâ auf, die den gemeinsamen Speicherzugriff von Grafik- und KI-Beschleunigung regeln soll.
Nutzer können dort zwischen den Optionen âDon't allowâ, âRecommendedâ, âHighâ, âMaximumâ und âCustomâ wĂ€hlen. Die Funktion zielt insbesondere auf Systeme mit NVIDIA RTX Spark und AMD Ryzen AI Max ab, wurde von Microsoft bislang aber nicht offiziell angekĂŒndigt.
Der Umgang mit Arbeitsspeicher spielt fĂŒr Microsoft aktuell eine gröĂere Rolle: FĂŒr 2026 optimiert das Unternehmen Windows 11 auch fĂŒr GerĂ€te mit 8 GB RAM. Beim Surface Laptop mit 13 Zoll Bildschirmdiagonale kostet die Variante mit 16 GB RAM 1.150 US-Dollar, die Version mit 8 GB 950 US-Dollar.
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Als Ursache fĂŒr hohen Speicherverbrauch gilt unter anderem die Browser-Engine WebView2, deren Komponenten Microsoft nach eigenen Angaben teilweise ĂŒberarbeitet. Auch Funktionen wie Copilot+ und Recall gelten als ressourcenintensiv.
FĂŒr Nutzer bedeutet das insgesamt ein differenziertes Bild: WĂ€hrend die BefĂŒrchtung eines heimlichen, dauerhaften KI-Hintergrundbetriebs durch Tests nicht bestĂ€tigt wurde, bleibt der gelegentliche Ressourcenkonflikt zwischen KI-Funktionen und Grafikleistung â etwa beim Gaming â ein von Microsoft selbst eingerĂ€umtes Problem, fĂŒr dessen genaue Messung derzeit noch geeignete Werkzeuge fehlen.
