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Gebrauchte Handys: CCTV warnt, dass ein Werksreset private Daten nicht sicher löscht

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 07:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tests zeigen, dass Schnellformatierung und Standard-Reset Daten nicht vollstĂ€ndig entfernen; moderne VerschlĂŒsselung erschwert die Wiederherstellung.
Nahaufnahme von unbestĂŒckten Leiterplatten und elektronischen Bauteilen auf einer Werkbank als Symbol fĂŒr Hardware-Recycling. Illustration mit AI erstellt.

Der chinesische staatliche Rundfunksender CCTV hat vor erheblichen Sicherheitsrisiken beim Weiterverkauf von gebrauchten Mobiltelefonen gewarnt. Ein einfaches ZurĂŒcksetzen auf die Werkseinstellungen schĂŒtze private Daten nicht verlĂ€sslich vor einer spĂ€teren Wiederherstellung.

Nach Angaben des Senders handelt es sich bei einem gewöhnlichen Werksreset lediglich um ein logisches Löschen, bei dem lediglich das Inhaltsverzeichnis beziehungsweise der Index entfernt wird.

Die eigentlichen Originaldaten verbleiben dagegen auf dem Speicherchip. Mit professionellen Werkzeugen lassen sich dadurch sensible Informationen wie ChatverlÀufe, Bankkartendaten und persönliche Fotos nachtrÀglich wieder sichtbar machen.

Der Handel mit gebrauchten Mobiltelefonen verzeichnet laut CCTV seit Jahresbeginn eine anhaltend lebhafte AktivitĂ€t, sowohl im Ankauf als auch im Verkauf. WĂ€hrend Verbraucher beim Kauf oder Verkauf vorrangig den Zustand von Bildschirm, Akku sowie die Reparaturhistorie prĂŒfen, werden die Risiken fĂŒr persönliche Daten oft unterschĂ€tzt. Viele Nutzer gehen fĂ€lschlicherweise davon aus, dass ein Standard-Werksreset sĂ€mtliche Spuren restlos beseitigt.

MĂ€ngel bei Standardprozessen und gesetzliche Vorgaben

Untersuchungen des 315-Informationssicherheitslabors stĂŒtzen diese Warnung. Tests des Labors zeigten, dass weder eine Schnellformatierung noch der standardmĂ€ĂŸige Werksreset Daten vollstĂ€ndig entfernen. Erforderlich sei demnach die explizite Auswahl einer vollstĂ€ndigen Speicherformatierung.

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In China existieren fĂŒr die Datenbereinigung verbindliche Vorgaben. Eine nationale chinesische Norm verlangt bei der Entsorgung oder Weitergabe von DatentrĂ€gern eine DatenĂŒberschreibung sowie eine Blocklöschung. Bei Halbleitermedien schreibt die Norm mindestens einen Durchgang vor, wĂ€hrend bei magnetischen Medien mindestens drei DurchgĂ€nge verlangt werden, darunter einer mit Zufallsdaten.

Technische Differenzierung bei moderner Hardware

Experten weisen jedoch darauf hin, dass moderne Sicherheitsarchitekturen das Risiko deutlich verringern können. Der Technologie-Blogger WHYLAB erklĂ€rte, dass Apple-Smartphones standardmĂ€ĂŸig hardwareverschlĂŒsselt seien.

Durch die Funktion zum Löschen aller Inhalte und Einstellungen werde der kryptografische EntschlĂŒsselungsschlĂŒssel vernichtet, was den Zugriff auf die Daten verhindere. Auch bei modernen Android-GerĂ€ten liege die HĂŒrde fĂŒr eine erfolgreiche Wiederherstellung sehr hoch, sodass ein regulĂ€rer Werksreset im Alltag ausreiche.

Bei iPhones mit hardwarebasierter AES-256- und APFS-VerschlĂŒsselung gilt das Risiko einer Datenwiederherstellung als geringer im Vergleich zu mehrfachem manuellem Überschreiben, da das Löschen den SchlĂŒssel unverzĂŒglich zerstört.

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Die physische Überschreibung der Speicherblöcke erfolgt erst mit dem Schreiben neuer Daten. Bei vollstĂ€ndig gelöschten GerĂ€ten, auf denen die gerĂ€teeigene Suchfunktion aktiviert war, liegt die Erfolgsquote kommerzieller Wiederherstellungsversuche unter 5 Prozent.

Zu beachten ist dabei die Systemoption: WĂ€hrend das ZurĂŒcksetzen aller Einstellungen lediglich die Systemkonfiguration betrifft und Daten unberĂŒhrt lĂ€sst, löscht erst der MenĂŒpunkt fĂŒr alle Inhalte und Einstellungen den Speicher vollstĂ€ndig.

Empfohlene Vorgehensweise vor dem Weiterverkauf

Um Risiken gĂ€nzlich auszuschließen, empfahlen im Beitrag von CCTV befragte Brancheninsider ein mehrstufiges Vorgehen. Nutzer sollten den internen Speicher vor dem Verkauf vollstĂ€ndig mit neuen Daten ĂŒberschreiben, deren Umfang mehr als das Doppelte der GerĂ€tespeicherkapazitĂ€t betrĂ€gt, und das Smartphone erst im Anschluss auf die Werkseinstellungen zurĂŒcksetzen.

Sicherheitsratgeber empfehlen vor der Übergabe eines AltgerĂ€ts grundsĂ€tzlich das Erstellen einer Datensicherung in der Cloud, die vollstĂ€ndige Abmeldung von allen verknĂŒpften Benutzerkonten sowie das Entkoppeln verbundener Bluetooth-GerĂ€te. Zudem mĂŒssen physische SIM- und Speicherkarten entnommen werden.

Nach einem ersten Werksreset kann der freie Speicher durch das Aufnehmen oder Kopieren großer, unkritischer Dateien wie Videoclips gefĂŒllt werden, bevor ein abschließender Reset erfolgt, um eine Rekonstruktion alter Datenreste zusĂ€tzlich zu erschweren.

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