GefĂ€Ăballons: SIRONA zeigt 8 Prozentpunkte Vorteil fĂŒr Sirolimus nach drei Jahren
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 23:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deNeue klinische Daten liefern vertiefte Einblicke in den direkten Vergleich von Wirkstoffbeschichtungen bei endovaskulÀren Eingriffen. Im Mittelpunkt stehen die Drei-Jahres-Ergebnisse der SIRONA-Studie unter der Leitung von Prof. Ulf TeichgrÀber vom UniversitÀtsklinikum Jena, die am 2. November 2026 als Late-Breaking-Presentation auf dem Fachkongress TCT 2026 in San Diego vorgestellt und simultan im Fachjournal JACC: Cardiovascular Interventions publiziert wurden.
Die Untersuchung vergleicht Sirolimus-beschichtete Ballons mit etablierten Paclitaxel-beschichteten Systemen bei Patientinnen und Patienten mit femoropoplitealer arterieller Verschlusskrankheit.
Langzeitergebnisse bei femoropoplitealen GefĂ€Ăerkrankungen
In der SIRONA-Studie zeigte der Sirolimus-beschichtete Ballon MagicTouch PTA im Dreijahresverlauf eine signifikant höhere Freiheit von klinisch getriebener Target-Lesion-Revaskularisation als der Paclitaxel-beschichtete Vergleichsballon.
Die Rate lag bei 88,2 Prozent im Sirolimus-Arm gegenĂŒber 80,2 Prozent in der Paclitaxel-Gruppe, was einer absoluten Differenz von 8,0 Prozentpunkten entspricht (Hazard Ratio 0,60; log-rank P=0,03).
Die Behandlungseffekte variierten ĂŒber die Zeit: Die Kurven beider Gruppen trennten sich nach Ablauf des ersten Jahres, wobei die Auswertung eine Interaktion von Behandlungseffekt und Zeitraum mit einem Wert von p=0,006 ergab. Der Vorteil zugunsten des Sirolimus-Ballons trat im zweiten Jahr mit einer Hazard Ratio von 0,24 und im dritten Jahr mit 0,35 besonders deutlich hervor.
Zuvor hatte das Sirolimus-System bereits die Nichtunterlegenheit hinsichtlich der primÀren DurchgÀngigkeit sowie beim primÀren klinischen Endpunkt demonstriert.
Das Patientenprofil der Studie umfasste zu 96,3 Prozent FĂ€lle mit intermittierender Claudicatio sowie zu 96 bis 97 Prozent die Stadien Rutherford 2 bis 3. Die mittlere LĂ€sionslĂ€nge lag bei 8,4 Zentimetern; etwa ein Drittel der FĂ€lle wies chronische TotalverschlĂŒsse auf, zudem bestand ein hoher Anteil schwerer GefĂ€Ăkalzifizierungen.
Sicherheitsendpunkte und methodische Einordnung
Bei den Sicherheitsendpunkten zeigten sich zwischen den beiden Wirkstoffen keine wesentlichen Unterschiede. Die GesamtmortalitÀt lag nach drei Jahren in beiden Gruppen bei 7,4 Prozent (Hazard Ratio 1,16; p=0,67).
Die Drei-Jahres-Daten der SIRONA-Studie zeigen fĂŒr den Sirolimus-beschichteten Ballon eine um 8,0 Prozentpunkte höhere Freiheit von klinisch getriebener Target-Lesion-Revaskularisation als beim Paclitaxel-Vergleich (HR 0,60). Wer die Wirkstoffwahl bei femoropoplitealer Erkrankung fundiert treffen will, findet hier die zentralen Zahlen kompakt eingeordnet. Kostenlosen Praxisleitfaden zur Wirkstoffwahl anfordern
Amputationen blieben mit einem Patienten im Sirolimus-Arm und zwei Patienten in der Paclitaxel-Gruppe selten, wĂ€hrend das amputationsfreie Ăberleben mit 92,1 Prozent gegenĂŒber 92,2 Prozent nahezu deckungsgleich ausfiel.
Ebenfalls keine statistisch signifikanten Differenzen ergaben sich bei der Freiheit von klinisch getriebener Target-Vessel-Revaskularisation mit 83,8 Prozent im Vergleich zu 79,1 Prozent (P=0,27), bei der schmerzfreien oder maximalen Gehstrecke sowie der LebensqualitÀt gemÀà EQ-5D-EL.
Die Studienverantwortlichen ordneten die Drei-Jahres-Analysen als explorativ ein und wiesen darauf hin, dass die Befunde zur Target-Lesion-Revaskularisation weiterer BestĂ€tigung bedĂŒrfen. Die biologischen Unterschiede zwischen Sirolimus und Paclitaxel seien vor allem als hypothesegenerierend zu betrachten.
Die von Concept Medical finanzierte Untersuchung, bei der das Unternehmen keine Rolle bei Analyse und Interpretation spielte, soll im Rahmen einer Nachbeobachtung ĂŒber insgesamt fĂŒnf Jahre weiterverfolgt werden.
ErgÀnzende Daten aus dem Koronarbereich
ZusÀtzliche Daten zur Anwendung des Sirolimus-beschichteten Ballons MagicTouch lieferte die am 1. November 2026 von Bernardo Cortese auf dem TCT-Kongress prÀsentierte TRANSFORM-II-Studie.
Restenose nach femoropoplitealer Intervention bleibt die zentrale Unsicherheit â und die Kurven trennen sich erst nach dem ersten Jahr. Der Leitfaden ordnet die Drei-Jahres-VerlĂ€ufe mit Hazard Ratios je Jahr ein, benennt die Grenzen der explorativen Analyse und gibt eine Schritt-fĂŒr-Schritt-Hilfe fĂŒr Ihre nĂ€chste Fallentscheidung. Drei-Jahres-Daten jetzt einordnen
In der randomisierten Nichtunterlegenheitsstudie an 53 Zentren erwies sich der Ballon bei De-novo-KoronarlĂ€sionen nach zwölf Monaten einem Everolimus-freisetzenden Stent als nicht unterlegen. Die Rate des Therapieversagens der ZiellĂ€sion lag bei 2,1 Prozent im Ballon-Arm gegenĂŒber 2,4 Prozent in der Stent-Gruppe (P fĂŒr Nichtunterlegenheit 0,004).
WĂ€hrend die Gesamtrate an ZiellĂ€sions-Revaskularisierungen im Ballon-Arm mit 2,5 Prozent gegenĂŒber 1,1 Prozent höher ausfiel, lagen ischĂ€miebedingte Re-Interventionen mit 0,9 Prozent gegenĂŒber 0,8 Prozent auf vergleichbarem Niveau. Auch fĂŒr diese Studie ist ein Follow-up von bis zu fĂŒnf Jahren vorgesehen.
