Geflügelkonsum, Nachfrage

Geflügelkonsum: Nachfrage wächst bis 2040 um bis zu 3,4% jährlich

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 10:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Roland Berger erwartet bis 2040 mehr Geflügelkonsum, sinkende Selbstversorgung und geplante Brancheninvestitionen von 1 Mrd. Euro.

Geflügelmarkt: Nachfrage wächst, Selbstversorgung gerät bis 2040 unter Druck
Weite, abgeerntete Felder in einer deutschen Agrarlandschaft mit minimalistischen landwirtschaftlichen Gebäuden im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Die deutsche Fleischwirtschaft steht laut aktuellen Marktprognosen vor einem signifikanten Wandel beim Geflügelkonsum. Eine Untersuchung der Unternehmensberatung Roland Berger aus dem September 2026 skizziert eine Entwicklung, in der das Nachfragewachstum die heimischen Produktionskapazitäten in den kommenden Jahren zunehmend übersteigen könnte. Die Analyse beleuchtet dabei die Diskrepanz zwischen steigendem Konsuminteresse und der Entwicklung der nationalen Selbstversorgungsquote.

Prognostiziertes Nachfragewachstum bei Geflügelprodukten

Der Trend zu Geflügelfleisch in Deutschland verfestigt sich der Studie zufolge über den aktuellen Zeitraum hinaus. Die Experten von Roland Berger prognostizieren bis zum Jahr 2040 ein jährliches Nachfragewachstum für Geflügelfleisch insgesamt zwischen 2,1 % und 2,5 %. Besonders deutlich zeigt sich die Konsumpräferenz im Segment Hähnchenfleisch, für das ein jährlicher Zuwachs von bis zu 3,4 % erwartet wird.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass Geflügel innerhalb der tierischen Proteinquellen weiter an Marktanteilen gewinnt. Während andere Fleischarten teilweise stagnierende oder rückläufige Verzehrszahlen aufweisen, scheint die Nachfrage nach Geflügel durch veränderte Ernährungsgewohnheiten und eine verstärkte Ausrichtung auf magere Fleischsorten stabilisiert zu werden.

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Herausforderungen für die nationale Selbstversorgung

Trotz der steigenden Nachfrage zeichnet die Untersuchung ein kritisches Bild für die heimische Erzeugung. Der Selbstversorgungsgrad bei Geflügelfleisch in Deutschland, der aktuell noch bei 91 % liegt, wird den Prognosen zufolge in den nächsten anderthalb Jahrzehnten spürbar abnehmen. Bis zum Jahr 2040 wird ein Rückgang auf einen Wert zwischen 73 % und 77 % erwartet.

Dieser Trend zur Unterversorgung hat sich bereits in der jüngeren Vergangenheit abgezeichnet. Die Analyse macht dies an der Entwicklung des Importüberschusses fest: Zwischen den Jahren 2014 und 2025 hat sich dieser Überschuss bereits verachtfacht.

Aktuell liegt das Defizit, das durch Einfuhren aus dem Ausland ausgeglichen werden muss, bei 462.000 Tonnen. Setzt sich die Entwicklung wie prognostiziert fort, dürfte die Abhängigkeit von Importen weiter steigen, um die wachsende Differenz zwischen lokaler Produktion und dem Konsumbedarf zu schließen.

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Strategische Investitionen in den Ausbau der Kapazitäten

Die Branche reagiert auf diese Marktentwicklungen mit umfangreichen finanziellen Zusagen. Laut den Ergebnissen der Roland-Berger-Studie plant die Geflügelwirtschaft Investitionen in Höhe von 1 Mrd. Euro. Diese Mittel sollen gezielt in den Ausbau der Geflügelproduktion fließen, um den drohenden Rückgang des Selbstversorgungsgrades abzufedern und die Effizienz der heimischen Betriebe zu steigern.

Ob diese Investitionen ausreichen werden, um den prognostizierten Rückgang der Versorgungsquote aufzuhalten oder lediglich zu verlangsamen, bleibt ein zentraler Aspekt der Branchenbeobachtung.

Angesichts der prognostizierten Wachstumsraten beim Konsum, insbesondere im Hähnchensegment, steht die Geflügelwirtschaft vor der Herausforderung, Kapazitäten so zu erweitern, dass sie mit der Dynamik des Marktes Schritt halten können, während gleichzeitig die Anforderungen an die Produktion steigen.

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