Geh-Pausen, Minuten

Geh-Pausen: Fünf Minuten alle 60 Minuten reduzieren Müdigkeit um 1,41 Punkte

28.06.2026 - 07:49:49 | boerse-global.de

Ständige Erreichbarkeit und Dopamin-Reize belasten Psyche und Konzentration. Experten raten zu festen Offline-Zeiten und Bewegung.

Digitaler Stress: Smartphone-Nutzung gefährdet die Gesundheit
Geh-Pausen - Eine Person meditiert ruhig in einem minimalistischen Büroumfeld, umgeben von weichem Licht, im Hintergrund verschwommene digitale Geräte. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Über 80 Prozent der Menschen in Deutschland nutzen ihr Smartphone stündlich. Die Folgen: innere Unruhe, Konzentrationsstörungen und Einschlafprobleme.

Der Präventologe Markus Kamps warnt vor digitalem Stress. Ein 42-jähriger Manager litt unter Gedächtnisproblemen – weil er bis Mitternacht E-Mails bearbeitete. Kamps empfiehlt feste Schlafrituale und bewusste Bildschirm-Pausen.

Warum Dopamin uns den Fokus raubt

Lea Feder, Gründerin von JETZT Performance, sieht in der digitalen Reizüberflutung eine Hauptursache für Konzentrationsverlust. Digitale Impulse lösen Dopamin-Ausschüttungen aus – und schwächen langfristig die Fähigkeit, sich zu fokussieren.

In ihrer Arbeit mit über 2.000 Klienten setzt Feder auf bewusste Reizsteuerung, Regeneration und datenbasierte Selbstbeobachtung. Hilfsmittel: Wearables wie der Oura Ring.

Ein angekündigter Fachvortrag von Prof. Dr. Julia Brailovskaia von der Ruhr-Universität Bochum beleuchtet die Übergänge von Mediennutzung zur Mediensucht. Die Auswirkungen auf psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen stehen im Fokus.

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Fünf Minuten Bewegung verändern alles

Die Gestaltung des Arbeitsalltags spielt eine entscheidende Rolle. Ein Workshop für Ausbildungsverantwortliche thematisierte Ende Juni Gesprächsführung und frühzeitige Hilfsangebote – um die psychische Gesundheit bereits in der Ausbildung zu festigen.

Wissenschaftliche Unterstützung liefert eine Studie im British Journal of Sports Medicine. 11.484 Teilnehmer zeigten: Fünfminütige Geh-Pausen im 60-Minuten-Rhythmus reduzieren die Müdigkeit signifikant. Der Müdigkeitswert sank um 1,41 Punkte. Die Arbeitsleistung blieb unbeeinflusst.

Psychologie-Professorin Eva Asselmann rät zu strukturierten Ansätzen gegen „Mental Overload“. Dr. Andreas Hagemann, Facharzt für Psychiatrie, warnt vor Stressfaktoren in der Freizeit – besonders im Sommer. Sein Rat: mehr Spontanität, Offline-Zeiten und Bewegung im Freien. Das fördert die natürliche Produktion von Vitamin D und Dopamin.

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Neue Wege aus der Stressfalle

Neben klassischen Entspannungsverfahren etablieren sich neue Formate. Autor Jordan Mautner berichtet über positive Erfahrungen mit „Silent Book Clubs“. Die regelmäßigen Lesepartys über sechs Monate halfen ihm, die tägliche Handynutzung deutlich zu reduzieren.

Für akute Überlastungssymptome wurde ein neuer Ratgeber veröffentlicht: „Der Burnout-Notfallkoffer“. Die Autorinnen Anke Precht und Dr. Dorothee Siemon bieten Übungen und Checklisten zur Vorbeugung.

Weitere Ansätze: Jonglieren. Der Anbieter Stephan Ehlers kombiniert in München dieses Training mit Elementen der Gehirnforschung für Teams.

Trotz dieser Präventionsansätze bleibt die strukturelle Situation herausfordernd. Psychologe Prof. Frank Schneider weist auf eine allgemeine Zunahme psychischer Belastungen hin. Gleichzeitig fehlen Therapieplätze.

Experten raten: Bei anhaltenden Beschwerden frühzeitig ärztlichen Rat einholen. Präventive Maßnahmen wie Bewegung, Entspannungstechniken oder ayurvedische Ansätze wie Ashwagandha können helfen – bevor Stress chronisch wird.

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