Gehacktes Smartphone: Schneller Akkuverlust und aktive Funktionen als Warnsignal
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deUnerwartete Verhaltensweisen bei elektronischen Geräten können auf Sicherheitsvorfälle zurückzuführen sein. Der IT-Sicherheitsexperte Sarkis Shmavonyan, Leiter des Teams für Bildungseinrichtungen bei der Sicherheitsfirma Cyberprotect, verweist darauf, dass eine auffallend schnelle Akku-Entladung sowie das spontane Einschalten zuvor deaktivierter Funktionen deutliche Anzeichen für ein gehacktes Smartphone, Tablet, ein Laptop oder einen PC sein können.
Typische Warnsignale auf mobilen und stationären Systemen
Als weitere Indikatoren für einen unbefugten Zugriff nennt Shmavonyan plötzlich auftauchende Pop-up-Meldungen oder neu erschienene Anwendungen, eine spürbare Überhitzung des Geräts sowie unbekannte Verknüpfungen auf der Benutzeroberfläche.
Auffälligkeiten zeigen sich zudem häufig im Zusammenhang mit Benutzerkonten: Unerwartete Login-Benachrichtigungen, unaufgeforderte Anfragen zur Passwortänderung oder Bestätigungen für Transaktionen, die man nicht selbst veranlasst hat, gelten als ernste Warnsignale.
Entsteht eine deutliche Erwärmung, Verlangsamung oder ein rapider Ladungsverlust ohne die sonst gewohnte Nutzungslast, kann dies laut Shmavonyan durch Schadsoftware oder heimlich im Hintergrund aktive Kryptominer ausgelöst werden. Auch wenn sich Schnittstellen wie Wi-Fi oder Bluetooth selbstständig wieder aktivieren, obwohl sie zuvor manuell abgeschaltet wurden, deutet dies auf Fremdzugriffe hin.
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Fachleute benennen ähnliche Hauptsymptome für Schadprogramme auf mobilen Betriebssystemen. Dazu zählen Pop-up-Werbebanner außerhalb von Anwendungen, Abstürze, ungewöhnlich hoher Datenverbrauch sowie der massenhafte Versand von Spam-Nachrichten an gespeicherte Kontakte.
Nicht jede Auffälligkeit bedeutet jedoch zwingend eine Überwachung: Ratgeber stellen klar, dass Geräusche, Klicks oder Echos bei Telefonaten meist auf die Netzqualität zurückzuführen sind und kein Abhören beweisen.
Prüfverfahren und Gegenmaßnahmen bei Verdachtsfällen
Bei einem konkreten Verdacht rät Shmavonyan dazu, das betroffene Gerät umgehend vom Internet zu trennen, einen vollständigen Scan mit einem Antivirenprogramm auszuführen und gefundene Bedrohungen zu entfernen. Bleiben die Probleme bestehen, empfiehlt er das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen.
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Im Anschluss sollten Kennwörter aktualisiert, der Aktivitätsverlauf geprüft und bestehende Sitzungen auf allen verbundenen Geräten beendet werden. Ergänzend rät er zur Aktivierung einer Multi-Faktor-Authentifizierung sowie zur mindestens monatlichen Sicherung wichtiger Dokumente, Fotos und Kontakte auf externen Speichermedien.
Bereits am 17. Oktober 2026 empfahl das Innenministerium der Russischen Föderation zum Schutz vor Manipulationen, Pop-up-Nachrichten auf dem Sperrbildschirm zu sperren, keine Kennwörter im Browserverlauf zu speichern und ein komplexes Sperrkennwort mit mindestens sechs Zeichen zu verwenden.
Zur Überprüfung möglicher Weiterleitungen verweisen Sicherheitsratgeber auf GSM-Steuerungscodes. Die Eingaben von #21# und #67# zeigen an, ob Anrufe oder SMS automatisch umgeleitet werden, während die Codes ##21# und ##67# diese Weiterleitungen wieder aufheben. Diese Kombinationen decken allerdings lediglich serverseitige Umleitungen auf und erkennen keine moderne Spionagesoftware.
Auf iPhones raten Fachleute zur Prüfung von Geräteprofilen unter den Systemeinstellungen im Bereich VPN und Geräteverwaltung sowie zur Kontrolle von App-Berechtigungen für Mikrofon, Kamera und Standort. Klassische Antivirenprogramme sind auf dem Apple-Betriebssystem wirkungslos. Unter Android empfiehlt sich eine Überprüfung mittels Google Play Protect oder spezialisierter Sicherheitssoftware.
Sollte nach einer Infektion ein Werksreset unvermeidbar sein, raten Sicherheitsexperten von der direkten Wiederherstellung alter Backups ab, um eine erneute Kompromittierung zu verhindern. Passwörter für kritische Bereiche wie das Online-Banking sollten in solchen Fällen ausschließlich über ein separates, nachweislich sicheres Gerät geändert werden.
