Gehirnalter, EEG

Gehirnalter per EEG: Muse Brain Age weicht im Schnitt 3,8 Jahre ab

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 18:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
EEG-Daten und kognitive Tests bilden die Grundlage; die Anwendung ist nicht zur Diagnose oder Vorhersage von Krankheiten geeignet.
Ein minimalistischer, heller Untersuchungsraum mit einem einzelnen leeren Stuhl in einer sterilen, modernen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Erfassung biologischer Alterungsprozesse gewinnt in der digitalen Neurotechnologie zunehmend an Bedeutung. Das Unternehmen Interaxon Inc. hat mit Muse Brain Age eine Funktion eingefĂŒhrt, die eine regelmĂ€ĂŸige SchĂ€tzung darĂŒber liefert, wie alt das Gehirn im VerhĂ€ltnis zum tatsĂ€chlichen Lebensalter erscheint. Berichten zufolge beruht das Verfahren auf dem Ansatz, dass Körper und Gehirn jeweils ein eigenes biologisches Alter aufweisen können.

Sensorik und kognitive Leistungstests als Messgrundlage

Die Ermittlung des Werts stĂŒtzt sich auf eine Kombination aus elektroenzephalografischen Messungen (EEG) und standardisierten Aufgaben. Zum Einsatz kommen vier trockene Sensoren, die an der Stirn sowie hinter den Ohren aufliegen. ErgĂ€nzt werden diese Sensordaten durch vier kurze kognitive Leistungstests, welche die Verarbeitungsgeschwindigkeit, das rĂ€umliche GedĂ€chtnis, die Impulskontrolle sowie die selektive Aufmerksamkeit der Anwender prĂŒfen.

Das System gibt keine absolute Altersangabe aus, sondern weist das Ergebnis als Differenz in Jahren im Vergleich zum tatsĂ€chlichen Alter aus. FĂŒr die anfĂ€ngliche Startmessung verlangt das Programm mindestens sieben Tage mit jeweils einer zehnminĂŒtigen Sitzung bei geschlossenen Augen. FĂŒr die fortlaufende Nutzung sind anschließend drei Sitzungen pro Woche vorgesehen. Der daraus berechnete Score wird wöchentlich an jedem Montag neu bereitgestellt.

Datenbasis, Modellarchitektur und Messgenauigkeit

Hinter der Berechnung stehen DatensĂ€tze, die ĂŒber Jahre hinweg zusammengetragen wurden. Seit 2014 wurden mehr als eine Milliarde Minuten an EEG-Daten im hĂ€uslichen Umfeld erfasst. Zu den wissenschaftlichen Bezugspunkten der Entwicklung zĂ€hlt eine Studie in der Fachzeitschrift Imaging Neuroscience.

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Auch auf technischer Ebene wurde die Methodik ausgebaut: Das zugrundeliegende Modell arbeitet mit 300 Millionen Parametern, wĂ€hrend ein frĂŒheres Modell noch mit 3.300 Parametern operierte. In einer internen Evaluation ergab sich bei Personen, die nicht an den Trainingsdaten des Modells beteiligt waren, eine durchschnittliche Abweichung der SchĂ€tzungen von circa 3,8 Jahren. Der jeweilige Wochenwert schwankt zudem um etwa 1,9 Jahre.

Grenzen der Technologie und Zugangsmodell

Trotz der messtechnischen Parameter handelt es sich bei Muse Brain Age nicht um ein diagnostisches Instrument. Die Anwendung kann Krankheitsbilder wie Demenz oder eine allgemeine kognitive Verschlechterung weder erkennen noch vorhersagen oder ausschließen.

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Hinsichtlich der Nutzung ist die erste Auswertung der Messwerte kostenlos verfĂŒgbar. FĂŒr die weitere fortlaufende Nutzung des Systems und regelmĂ€ĂŸige SchĂ€tzungen ist anschließend ein kostenpflichtiges Abonnement fĂŒr Muse Premium erforderlich.

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