Gehirnalterung: Neurologe empfiehlt Fremdsprachen als wirksames Training
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 00:23 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin universelles Medikament zur Verhinderung des geistigen Abbaus existiert nicht. Dennoch lÀsst sich der Prozess der Gehirnalterung gezielt verlangsamen. Der Neurologe Alexej Tokmantsev stuft in diesem Zusammenhang das Erlernen von Fremdsprachen als die wirksamste Methode ein, wie unter anderem die Nachrichtenagentur Lenta.ru in einem Bericht vom 15. Oktober 2026 meldete.
Ein nachhaltiger Erhalt der kognitiven FĂ€higkeiten stĂŒtzt sich demnach jedoch nicht auf isolierte MaĂnahmen, sondern erfordert ein Zusammenwirken aus geistiger AktivitĂ€t, Bewegung, sozialem Austausch und medizinischer Vorsorge.
Geistige Anstrengung als kognitiver Schutzfaktor
Um das Gehirn wirksam zu stimulieren, genĂŒgt passive BeschĂ€ftigung nach EinschĂ€tzung von Tokmantsev nicht. Die gewĂ€hlten Aufgaben mĂŒssen stattdessen gezielte Aufmerksamkeit und echte Anstrengung erfordern. Aus diesem Grund sei der Erwerb einer Fremdsprache besonders vorteilhaft, da dieser Prozess komplexe Netzwerke beansprucht.
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Neben dem Sprachenlernen zĂ€hlt der Neurologe weitere geistige AktivitĂ€ten auf, die dem geistigen Abbau entgegenwirken können. Dazu gehören das Erlernen eines Musikinstruments, das Lösen von RĂ€tseln und logischen Aufgaben sowie das Aneignen neuer FĂ€higkeiten im Allgemeinen. Auch das Lesen und anschlieĂende Diskutieren von BĂŒchern fordere das Gehirn auf eine Weise, die den kognitiven Verfall bremsen könne.
Kombination aus Bewegung und sozialem Austausch
Mentale Herausforderungen allein genĂŒgen jedoch nicht. Tokmantsev betont, dass der einzige Weg zur Verlangsamung der Gehirnalterung in der Kombination verschiedener Lebensbereiche liegt: Geistige Impulse mĂŒssen mit körperlicher BetĂ€tigung und zwischenmenschlicher Interaktion verbunden werden.
RegelmĂ€Ăige Bewegung sowie gemeinsame sportliche AktivitĂ€ten tragen dazu bei, das Risiko einer kognitiven Verschlechterung zu senken. Ebenso wichtig sei die feste Verankerung sozialer Bindungen im Alltag. Treffen mit Freunden, der Austausch innerhalb der Familie und gemeinsame Unternehmungen bilden eine wesentliche SĂ€ule fĂŒr die geistige Gesundheit im Alter.
Kontrolle von Vorerkrankungen und Verzicht auf PrÀparate
Ein weiterer zentraler Aspekt der Empfehlungen betrifft die PrĂ€vention und Behandlung chronischer Beschwerden. Tokmantsev rĂ€t zu einer engmaschigen Ăberwachung relevanter Gesundheitsparameter.
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Insbesondere Blutdruck, Blutzuckerwerte und der Cholesterinspiegel mĂŒssen kontrolliert und gegebenenfalls normalisiert werden. Zudem seien die Korrektur von Ăbergewicht beziehungsweise eine gezielte Gewichtsreduktion sowie ein Rauchstopp förderlich fĂŒr den Erhalt der Hirnfunktion.
Zugleich warnt der Neurologe vor vermeintlich einfachen Lösungen durch NahrungsergĂ€nzungsmittel: Vitamine und spezielle GedĂ€chtnisprĂ€parate sollten keinesfalls ohne eine entsprechende medizinische Indikation eingenommen werden. Stattdessen bleibe die aktive LebensfĂŒhrung der entscheidende Hebel, um das Gehirn langfristig leistungsfĂ€hig zu halten.
