Gehirngesundheit, DemenzfÀlle

Gehirngesundheit: 45 Prozent der DemenzfÀlle hÀngen mit Risiken zusammen

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 12:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
VerĂ€nderbare Faktoren beeinflussen viele DemenzfĂ€lle; Fachleute setzen auf frĂŒhe Diagnosen und gesundheitsfördernde Gewohnheiten.
Ein minimalistischer, lichtdurchfluteter Raum mit einem Holztisch und einer Pflanze, der eine ruhige und professionelle AtmosphÀre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Gehirngesundheit muss ein fester Bestandteil jeder gesundheitspolitischen Diskussion ĂŒber das Altern sein. Darauf verweisen Experten wie Prof. Suhail Al Rukn von der Gesellschaft EMINS und Shady Ibrahim vom Pharmaunternehmen Eli Lilly am 28. Oktober 2026. Weltweit leben derzeit rund 55 Millionen Menschen mit einer Demenz, davon geschĂ€tzt 32 Millionen mit der Alzheimer-Krankheit.

Da der demografische Wandel die Gesundheitssysteme weltweit belastet, rĂŒckt die gezielte PrĂ€vention und FrĂŒherkennung neurodegenerativer Erkrankungen zunehmend in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Analysen.

Hohe Belastung im hÀuslichen Umfeld und Barrieren bei der Diagnose

Die Versorgung Demenzerkrankter wird gegenwĂ€rtig vor allem im privaten Umfeld gestemmt. Über 7 von 10 Alzheimer-Patienten leben zu Hause, wĂ€hrend Angehörige und Freunde fast drei Viertel der Pflegeleistungen erbringen. Gleichzeitig bestehen erhebliche HĂŒrden im Umgang mit der Erkrankung.

Der World Alzheimer Report aus dem Jahr 2019 verdeutlichte, dass 62 Prozent der befragten medizinischen FachkrĂ€fte Demenz fĂ€lschlicherweise fĂŒr einen normalen Teil des Alterungsprozesses hielten. Zudem gaben 46 Prozent der Betroffenen sowie Pflegenden an, dass die Angst vor Stigmatisierung einer rechtzeitigen Diagnose im Wege stehe.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, fordern Al Rukn und Ibrahim eine nationale Politik zur Gehirngesundheit. Zu den Kernanliegen zĂ€hlen flĂ€chendeckende FrĂŒhdiagnose-Programme in der PrimĂ€rversorgung, die systematische Tests von Blutdruck, Blutzucker und Hörvermögen umfassen, sowie der Aufbau spezialisierter GedĂ€chtniszentren in jedem Emirat.

VerÀnderbare Risikofaktoren und kognitiver Abbau

Die wissenschaftliche Evidenz zur Vorbeugung kognitiver Einbußen ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Laut der Lancet Commission aus dem Jahr 2024 lassen sich geschĂ€tzt rund 45 Prozent der DemenzfĂ€lle weltweit auf 14 modifizierbare Risikofaktoren zurĂŒckfĂŒhren.

Zu diesen zĂ€hlen unter anderem Bluthochdruck, Diabetes, Hörverlust, Adipositas, Rauchen sowie körperliche InaktivitĂ€t. Auch die Alzheimer Forschung Initiative betont, dass 45 Prozent aller Demenzerkrankungen weltweit auf verĂ€nderbare Faktoren zurĂŒckgehen.

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Dr. Álvaro Pascual-Leone von der Harvard Medical School wies bei einer Fachtagung darauf hin, dass das Gehirn zwar lebenslang lerne und sich verĂ€ndere, ab einem Alter von etwa 55 Jahren jedoch Prozesse einsetzten, die bei einem von zwei Ă€lteren Menschen zu kognitivem Abbau fĂŒhrten.

Unter Berufung auf die Weltgesundheitsorganisation hob er hervor, dass DemenzprÀvention und gesundes Altern unverzichtbar seien, um den gesellschaftlichen Fortschritt nicht zu gefÀhrden.

AnsĂ€tze fĂŒr PrĂ€vention und Alltagsinterventionen

Fachleute betonen das Zusammenspiel verschiedener Lebensstilfaktoren. Ron Petersen von der Mayo Clinic empfiehlt 150 Minuten Aerobic-Übungen pro Woche, regelmĂ€ĂŸige geistige AktivitĂ€t, eine herzgesunde ErnĂ€hrung wie die mediterrane oder MIND-DiĂ€t, verlĂ€ssliche Schlafzeiten sowie soziale Verbundenheit.

Forschungsergebnisse belegen, dass Bewegung das Alzheimer-Risiko mindern kann, wĂ€hrend Einsamkeit das Demenzrisiko erhöht. Dr. Anne Pfitzer-Bilsing von der Alzheimer Forschung Initiative erklĂ€rt, dass körperliche AktivitĂ€t ĂŒber Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel und Stimmung wirke.

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ZusĂ€tzlich rĂŒcken Sinnesfunktionen und Schlafmuster in den Fokus der Forschung. So gilt unbehandelter Hörverlust als bedeutender modifizierbarer Risikofaktor. Eine Untersuchung der UniversitĂ€t Peking auf Basis von Daten der UK Biobank zeigte zudem, dass etwa 48 Minuten zusĂ€tzlicher REM-Schlaf pro Nacht mit einem um 46 Prozent geringeren Demenzrisiko einhergingen.

Insgesamt verdeutlichen die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass der Erhalt der kognitiven FĂ€higkeiten durch frĂŒhzeitige Interventionen maßgeblich beeinflusst werden kann.

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