Gehirntraining, Strategisches

Gehirntraining: Strategisches Gaming senkt biologisches Hirnalter um 3 Jahre

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neues Gedächtnistraining in Bernau-Schönow fördert Senioren. Studien belegen positive Effekte von Musik, Tanz und Strategie-Spielen aufs Hirnalter.

Bernau startet kostenloses Gehirntraining für Senioren im Gemeindezentrum
Senioren sitzen gemeinsam an einem Tisch in einem Gemeindezentrum und nehmen an einem Gedächtnisspiel teil. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter gewinnt in der kommunalen Seniorenarbeit zunehmend an Bedeutung. Ein aktuelles Beispiel für diese Entwicklung ist der Start eines neuen, kostenfreien Gruppenangebots im brandenburgischen Bernau. Im Gemeindezentrum Schönow in der Schönerlinder Straße 25a wird ein wöchentliches Programm zur Gedächstnisaktivierung angeboten, das jeweils donnerstags zwischen 10:30 Uhr und 11:30 Uhr stattfindet.

Strukturierte Förderung in der Region Bernau

Das Angebot in Bernau wird unter dem Titel „Fröhlich sein und knobeln“ geführt und ist Teil einer breiter angelegten Strategie zur Unterstützung älterer Mitbürger.

Die Teilnahme an den Kursen ist kostenfrei, wobei eine vorherige Anmeldung über die Telefonnummer 03338 661650 oder per E-Mail an das Projekt „Aufwind“ der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal erforderlich ist. Finanziell unterstützt wird die Maßnahme durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV).

Ergänzend zu den wöchentlichen Aktivierungskursen findet im Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Bernau am Kirchplatz 6 ein monatliches Demenz-Café statt. Dieses richtet sich an Menschen mit Demenz sowie deren Angehörige und wird jeweils am dritten Donnerstag des Monats von 15 bis 17 Uhr durchgeführt. Auch dieses Format ist in das Förderprogramm des MSGIV eingebunden.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur kognitiven Prävention

Die Implementierung solcher Programme korrespondiert mit wissenschaftlichen Untersuchungen zur Plastizität des Gehirns im Alter. Eine im Oktober 2025 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichte Studie mit 232 Teilnehmern untersuchte den Einfluss verschiedener Aktivitäten auf das biologische Hirnalter.

Die Forscher beobachteten, dass Personen mit Expertise in Bereichen wie Musik, Tanz oder bildender Kunst ein niedrigeres Hirnalter aufwiesen. Besonders deutlich zeigte sich dieser Effekt beim strategischen Gaming, das mit einer Senkung des Hirnalters um drei Jahre korrelierte.

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Zusätzlich weisen medizinische Fachpublikationen auf den Zusammenhang zwischen physischer Konstitution und geistiger Fitness hin. Laut dem Journal of Lifestyle Medicine verfügen Erwachsene im Alter zwischen 60 und 85 Jahren mit einer ausgeprägten Beinmuskulatur über eine bessere kognitive Leistung.

Parallel dazu deuten Daten aus einer Studie von 2020 (Endocrine Connections) darauf hin, dass ein größerer Oberschenkelumfang bei Personen ab 40 Jahren mit einem geringeren Risiko für Bluthochdruck einhergeht.

Vielfalt der methodischen Ansätze

Neben klassischen Gedächtnisübungen setzen viele Träger auf bewegungsorientierte Ansätze. In Halle wurde ein Tanz-Workshop zur Demenzprävention auf der Ziegelwiese initiiert, an dem Institutionen wie die Leopoldina, die Oper Halle und die Staatskapelle beteiligt sind. In Altdorf startet im September ein monatliches Tanzcafé beim TV Altdorf, das sich speziell an Senioren und Menschen mit Demenz richtet.

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Auch internationale Modelle zeigen spezialisierte Konzepte:
* In Tennessee bietet ein Programm namens „Dance for All“ tanzbasierte Übungen für Demenzpatienten an, die auf jahrzehntelanger Erfahrung basieren.
* Das südkoreanische Songtan führt ein computergestütztes kognitives Training in Kombination mit Gymnastik für Senioren mit leichter kognitiver Beeinträchtigung durch.
* In der französischen Gemeinde Brax leiten Ergotherapeuten und Psychologen mehrmonatige Ateliers zur Gedächtnisförderung.

Spezialisierte Rehabilitationsansätze finden sich zudem im klinischen Bereich. Die Asklepios Klinik Altona nutzt beispielsweise einen Trainingsmarkt in der neurologischen Rehabilitation, um Schlaganfallpatienten den Wiedereinstieg in den Alltag unter realitätsnahen Bedingungen zu ermöglichen.

Qualifizierung und Forschungsausblick

Um die Qualität der Angebote langfristig zu sichern, rückt die Ausbildung von Fachkräften in den Fokus. Im Landkreis Harburg wird eine kostenfreie Qualifizierung zum zertifizierten Alltagsbegleiter angeboten, die im Herbst beginnt und zehn Abende umfasst.

Gleichzeitig wird die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen weiter erforscht. Die österreichische Studie LETHE-AT sucht derzeit 300 Teilnehmer im Alter zwischen 55 und 75 Jahren mit erhöhtem Risikoprofil, um über einen Zeitraum von 18 Monaten die Effekte gezielter Interventionen an den medizinischen Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck zu untersuchen.

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