Gekeimter, Ingwer

Gekeimter Ingwer: Die grünen Triebe sind essbar und ungiftig

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 08:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Grüne Triebe sind unbedenklich, doch bei Schimmel oder Fäulnis sollte die gesamte Ingwerknolle entsorgt werden.
Eine frische Ingwerwurzel liegt auf einer hölzernen Küchenoberfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Wenn gelagerter Ingwer grüne Austriebe bildet, verunsichert das viele Verbraucher. Im Gegensatz zu gekeimten Kartoffeln, die das giftige Solanin bilden, ist gekeimter Ingwer jedoch essbar und ungiftig.

Wie aus Berichten von Ernährungsfachleuten hervorgeht, verliert die Mutterknolle während des Austreibens zwar Wasser sowie Nährstoffe, wird faseriger und büßt an Schärfe ein, die zarten Keime können als sogenannter Jungingwer jedoch bedenkenlos mitverzehrt werden.

Schimmel und Fäulnis bergen ernste Gesundheitsrisiken

Vorsicht ist hingegen geboten, sobald die Knolle Anzeichen von Fäulnis oder Schimmel zeigt. In solchen Fällen reicht es nicht aus, die betroffenen Stellen wegzuschneiden, da sich Toxine über das Fasersystem im gesamten Wurzelstock verteilen. Verdorbenes Rhizom muss daher stets vollständig im Müll landen.

Besondere Gefahr geht von Schimmelpilzgiften wie Aflatoxin B1 aus, das von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in die Gruppe 1 der krebserregenden Stoffe eingestuft wird. Es wird selbst bei Temperaturen von über 200 Grad Celsius nicht zerstört; bei Menschen mit einer Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Infektion erhöht die Exposition das Leberkrebsrisiko laut entsprechenden Berichten um das 60-Fache.

Zudem enthalten faule Exemplare Safrol, einen lebertoxischen Stoff, der von der IARC in Gruppe 2B als möglicherweise krebserregend gelistet ist und in Südkorea als Rohstoff der Gruppe 1 eingestuft wird.

Inhaltsstoffe und physiologische Effekte

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Im frischen Zustand zeichnet sich das Rhizom vor allem durch Gingerole aus, die antioxidativ, entzündungshemmend und gegen Übelkeit wirken. Nach dem Erhitzen oder Trocknen entstehen vermehrt Shogaole sowie Zingeron, welche die Durchblutung anregen und wärmend wirken.

Nährwertbezogen liefern 100 Gramm Ingwer unter anderem 172 Kilojoule Energie, 87 Gramm Wasser, 2,7 Gramm Ballaststoffe sowie 295 Milligramm Kalium, 44 Milligramm Magnesium und 4 Milligramm Vitamin C.

Zudem kann die Knolle begleitend dabei helfen, Bluthochdruck zu senken, ersetzt jedoch keine verordneten Medikamente. Der Experte Castleman hebt hervor, dass Ingwer das Gesamtcholesterin und LDL senken sowie die Bildung von Blutgerinnseln reduzieren könne, was potenziell Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugt.

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Gingerol erweitert die Gefäße, kann jedoch bei Überdosierung Nebenwirkungen wie Sodbrennen oder Magenbeschwerden auslösen. Kontraindiziert ist die Einnahme unter anderem bei Schwangerschaft, bestimmten kardiovaskulären Vorerkrankungen sowie bei der gleichzeitigen Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten.

Empfohlene Dosierung, Zubereitung und Lagerung

Als tägliche Verzehrmenge werden rund 10 Gramm frischer Ingwer empfohlen, was ein bis zwei Teelöffeln geriebener Wurzel entspricht. Beim Einkauf sollte die Ware fest, prall und glatt sein. Die Schale ist grundsätzlich essbar; um Ballaststoffe zu verringern oder ältere Schalen zu entfernen, lässt sich die Oberfläche nach kurzem Einweichen in warmem Wasser einfach mit einem Löffel abschaben.

Ungewaschen und in Zeitungspapier gewickelt hält sich die Wurzel an einem kühlen, gut belüfteten Ort über mehrere Wochen. Im Kühlschrank bleibt geschälter Ingwer zwei Wochen bis zu einem Monat frisch. Für längere Zeiträume lässt sich die Knolle in Scheiben geschnitten oder portionsweise gehackt einfrieren, wodurch sie sechs Monate bis maximal ein Jahr haltbar bleibt.

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